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Branchen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Ladenhüter erkennen: Verkaufslisten mit KI auswerten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Exportieren Sie Verkäufe und Lagerbestand der letzten Monate in eine Tabelle, rechnen Sie pro Artikel Absatz, Bestand und Reichweite aus und lassen Sie die KI Auffälligkeiten sortieren. Prüfen Sie die Liste mit Ihrem Wissen über Saison und Sortiment, bevor Sie Aktionen planen.

Das Problem

In Ihrem Regal stehen Artikel, die sich seit Monaten kaum bewegen. Sie binden Geld, belegen Platz und müssen abgestaubt werden. Gleichzeitig fehlen an anderer Stelle gefragte Produkte. Als Inhaberin oder Filialleiterin spüren Sie das, aber Sie können nicht genau sagen, welche Artikel es sind und wie viele.

Ein Ladenhüter ist ein Artikel, der über längere Zeit kaum verkauft wird. Das Problem erkennt man in den Verkaufslisten, doch diese sind lang, und ein Blick auf die Verkaufszahlen allein reicht nicht: Ein Weihnachtsartikel verkauft im März wenig und ist trotzdem kein Ladenhüter. Ein teures Nischenprodukt verkauft selten, bringt aber gute Marge.

Mit einer strukturierten Auswertung erkennen Sie, was wirklich liegen bleibt. Eine KI kann die Tabelle sortieren, Kennzahlen berechnen helfen und Fragen formulieren. Die Entscheidung, was aus dem Sortiment geht, treffen Sie mit Ihrem Wissen über Kundschaft und Saison.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Legen Sie den Zeitraum fest. Mindestens sechs bis zwölf Monate, damit Saisonschwankungen sichtbar werden. Bei Saisonware vergleichen Sie mit der gleichen Zeit im Vorjahr.
  2. Exportieren Sie die Daten. Aus Kasse oder Warenwirtschaft: Artikelnummer, Bezeichnung, Warengruppe, verkaufte Menge pro Monat, aktueller Bestand, Einkaufspreis, Verkaufspreis, letztes Verkaufsdatum. Speichern Sie als Excel- oder CSV-Datei.
  3. Bereinigen Sie die Tabelle. Doppelte Artikel, fehlende Nummern und Testbuchungen verfälschen die Auswertung. Hilfe bietet Artikelstammdaten pflegen.
  4. Berechnen Sie drei Kennzahlen pro Artikel. Absatz pro Monat im Durchschnitt, Reichweite (Bestand geteilt durch durchschnittlichen Monatsabsatz) und Tage seit dem letzten Verkauf. Das geht in Excel mit einfachen Formeln, die Ihnen die KI erklären kann.
  5. Lassen Sie die KI sortieren und gruppieren. Fragen Sie nach Artikeln mit langer Reichweite und lange nicht verkauften Artikeln, getrennt nach Warengruppe. Bitten Sie um Hinweise, wo Daten fehlen oder Saison eine Rolle spielen könnte.
  6. Prüfen Sie die Liste mit Ihrem Wissen. Welche Artikel sind Saisonware, Neuheiten, Aktionsartikel oder Ergänzungen, die Kundschaft selten, aber gezielt kauft? Streichen Sie diese aus der Ladenhüter-Liste.
  7. Entscheiden Sie pro Artikel. Optionen: Platzierung ändern, Aktion, Bündel mit einem Verkaufsrenner, Rückgabe an Lieferant, Abverkauf, Auslistung. Notieren Sie die Entscheidung und prüfen Sie nach einigen Wochen die Wirkung. Weiterführend: Bestellmengen mit KI planen.

Vorlage zum Kopieren

Fügen Sie nur einen Datenauszug ohne Lieferanten- oder Kundendaten ein, bei grossen Dateien nur die wichtigsten Spalten:

Ich führe ein Fachgeschäft in der Schweiz (Sortiment: [Branche/Sortiment]).
Unten steht eine Tabelle mit Artikeln: Artikelnummer, Warengruppe, Monatsverkäufe der letzten [Anzahl] Monate,
aktueller Bestand, Einkaufspreis, Verkaufspreis, Datum des letzten Verkaufs.
Aufgaben:
1. Berechne pro Artikel den durchschnittlichen Monatsabsatz und die Reichweite in Monaten (Bestand / Monatsabsatz).
2. Liste die 20 Artikel mit der längsten Reichweite und die 20 Artikel mit dem ältesten letzten Verkauf,
   mit gebundenem Kapital (Bestand mal Einkaufspreis).
3. Markiere Artikel, bei denen Saisonware oder fehlende Daten die Aussage unsicher machen.
4. Erkläre mir den Rechenweg so, dass ich ihn in Excel nachvollziehen kann.
Gib keine Empfehlungen zu Preisen oder Auslistung. Erfinde keine Zahlen.

Daten:
[Tabellenauszug]

Rechnen Sie mindestens zehn Artikel in Excel nach, bevor Sie sich auf die Liste verlassen.

Welche Entscheidung passt wozu?

SituationMögliche Reaktion
Lange Reichweite, SaisonwareAbwarten oder zur nächsten Saison einplanen
Lange Reichweite, ganzjährig, gutes ProduktPlatzierung ändern, Aktion, Bündel
Lange nicht verkauft, geringe MargeAbverkauf oder Rückgabe prüfen
Selten, aber gezielt gekauft, hohe MargeBehalten, kleinen Bestand führen
Neuheit ohne VerkaufsdatenBeobachten, nicht beurteilen

Worauf Sie achten müssen

  • Saison und Anlässe berücksichtigen. Eine KI kennt Ihre Kundschaft und Ihre Anlässe nicht. Ohne diese Information landen Saisonartikel fälschlich auf der Liste.
  • Zahlen nachrechnen. Prüfen Sie Summen und Reichweiten stichprobenartig in Excel. KI kann sich verrechnen oder Zeilen übersehen.
  • Datenqualität. Falsche Bestände, Inventurdifferenzen und Umbuchungen verfälschen die Reichweite. Siehe Inventurdifferenzen untersuchen.
  • Vertrauliche Konditionen schützen. Einkaufspreise und Lieferantenkonditionen sind Geschäftsgeheimnisse. Nutzen Sie nur freigegebene Dienste oder lassen Sie diese Spalten weg.
  • Entscheidungen gehören Ihnen. Eine Auslistung kann Stammkundschaft verärgern. Rechtlich und vertraglich relevante Fragen, etwa Rückgabe an Lieferanten, klären Sie mit den Vertragsunterlagen.

Wie vermeiden Sie neue Ladenhüter?

Planen Sie Bestellmengen mit Blick auf die Reichweite, bestellen Sie neue Artikel zunächst in kleinen Mengen und beobachten Sie den Abverkauf in den ersten Wochen. Notieren Sie, warum Sie einen Artikel ins Sortiment genommen haben, und prüfen Sie nach einem Jahr, ob der Grund noch stimmt. Eine regelmässige Auswertung, etwa vierteljährlich, kostet wenig Zeit und verhindert, dass sich Bestände unbemerkt ansammeln. Ergänzend hilft Lagerbestand mit KI analysieren.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Frau Müller führt ein Haushaltwarengeschäft in Burgdorf. Sie vermutet, dass viele Küchenhelfer kaum verkauft werden, hat aber nie nachgezählt.

Vorher hätte sie das Regal nach Gefühl aufgeräumt. Nachher exportiert sie die Verkäufe von zwölf Monaten und rechnet Reichweiten aus. Die KI listet 24 Artikel mit mehr als zwei Jahren Reichweite. Sechs sind Saisonartikel und werden gestrichen. Für die übrigen 18 plant sie ein Aktionsregal und gibt zwei Artikel an den Lieferanten zurück. Nach acht Wochen ist ein Teil des gebundenen Kapitals frei.

So hilft Ihnen Alpasana

Die KI-Praxiskurse von absofort behandeln unter anderem Excel, Datenverständnis und Dashboards sowie Vertrieb und Kundenservice. Sie üben, Tabellen aufzubereiten, Auswertungen nachzurechnen und KI-Ergebnisse sorgfältig zu prüfen. Ein KI-Lerncoach begleitet das Lernen, und Praxisaufgaben führen zu einem verifizierbaren Abschluss.

Welche Artikel Sie führen, entscheiden Sie selbst, mit Ihrem Wissen über Ihre Kundschaft.

Häufige Fragen

Wie lange muss ein Artikel liegen, damit er Ladenhüter heisst?

Das hängt von Branche und Artikel ab. Lebensmittel und Mode haben kurze Zyklen, Werkzeuge und Haushaltsartikel lange. Legen Sie für Ihr Sortiment eigene Schwellen fest und begründen Sie diese.

Kann ich die Kassendaten direkt in die KI laden?

Nur über freigegebene Dienste und nach Entfernen vertraulicher Spalten. Für viele Fragen genügt eine zusammengefasste Tabelle. Mehr dazu im Beitrag Kassenberichte auswerten.

Was tun mit echten Ladenhütern?

Prüfen Sie Aktion, Bündel, Rückgabe oder Abverkauf und entscheiden Sie anhand von Marge und Platzbedarf. Dokumentieren Sie, was Sie getan haben, und werten Sie die Wirkung aus.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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