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Branchen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

KI-Werbetexte für Apotheken auf heikle Aussagen prüfen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI-Texte für Apotheken können Gesundheitsversprechen enthalten, die nicht belegt oder nicht zulässig sind. Prüfen Sie jeden Entwurf auf Heilversprechen, Wirkungsgarantien, Vergleiche und Aussagen zu verschreibungspflichtigen Mitteln, und lassen Sie ihn von einer verantwortlichen Fachperson freigeben.

Das Problem

Sie möchten einen Newsletter, einen Aushang oder einen Social-Media-Beitrag für Ihre Apotheke schreiben, zum Beispiel über Erkältungsprodukte, Hautpflege oder Nahrungsergänzungsmittel. Eine KI liefert in Sekunden fertige Texte: freundlich, überzeugend, gut lesbar. Das ist praktisch, birgt aber ein besonderes Risiko.

KI-Texte neigen zu starken Aussagen: «lindert Schmerzen sofort», «stärkt nachweislich das Immunsystem», «hilft bei Husten» oder «ersetzt den Arztbesuch». Solche Sätze klingen nach Werbung, sind aber bei Gesundheitsprodukten heikel. Die Aussagen können unbelegt, übertrieben oder rechtlich nicht zulässig sein. Für Arzneimittel ist Werbung in der Schweiz durch das Heilmittelrecht eingeschränkt, und Behörden achten darauf.

Wer als Apothekerin oder Apotheker Texte veröffentlicht, trägt die Verantwortung. Eine einfache Prüfliste hilft, heikle Aussagen vor der Freigabe zu erkennen. Wichtig: Diese Seite gibt allgemeine Hinweise und keine Rechtsberatung. Im Zweifel klären Sie Formulierungen mit Verband, Aufsicht oder Rechtsberatung.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Legen Sie fest, wofür der Text gedacht ist. Allgemeine Information, Kundenbindung, Produktwerbung? Die Anforderungen unterscheiden sich. Bei Arzneimitteln und Medizinprodukten gelten strengere Regeln als bei Kosmetik.
  1. Geben Sie der KI klare Leitplanken. Sagen Sie ihr, was sie nicht schreiben darf: keine Heilversprechen, keine Wirkungsgarantien, keine Zahlen oder Studien, keine Aussagen zu verschreibungspflichtigen Mitteln. Siehe Vorlage unten.
  1. Lassen Sie einen Entwurf erstellen. Nutzen Sie die Vorlage und geben Sie Produktinformationen aus Ihren verlässlichen Unterlagen mit, nicht aus der Fantasie der KI.
  1. Prüfen Sie jeden Satz mit der Checkliste. Lesen Sie den Text Satz für Satz und markieren Sie Aussagen, die in die Kategorien der Tabelle unten fallen. Streichen oder entschärfen Sie sie.
  1. Prüfen Sie Fakten an der Originalquelle. Produktangaben, Inhaltsstoffe, Anwendungshinweise und Preise stammen aus Packungsbeilage, Hersteller- oder Fachinformation, nicht aus der KI.
  1. Klären Sie unsichere Fälle. Bei Zweifeln fragen Sie die Verantwortliche Person, den Verband oder bei Bedarf eine Rechtsberatung. Eine Anfrage kostet weniger als eine Beanstandung.
  1. Lassen Sie den Text freigeben. Eine verantwortliche Fachperson gibt jeden Text vor Veröffentlichung frei und dokumentiert das. Siehe KI-Ergebnisse: Freigabeprozess.
  1. Archivieren Sie den freigegebenen Text. Mit Datum und Freigabevermerk. Bei Fragen können Sie belegen, was wann veröffentlicht wurde.

Heikle Aussagen im Überblick:

AussageartBeispielVorgehen
Heilversprechen«Heilt Erkältungen in einem Tag»Streichen
Wirkungsgarantie«Wirkt garantiert»Streichen
Unbelegte Studien oder Zahlen«9 von 10 Kunden empfehlen…»Streichen, ausser belegt und zulässig
Ersetzen ärztlicher Beratung«Erspart Ihnen den Arztbesuch»Streichen
Übertriebene Vergleiche«Besser als alle anderen»Entschärfen oder streichen
Verschreibungspflichtige MittelProduktwerbung für RezeptmittelNicht werben, Regeln prüfen
Angstmache«Ohne dieses Produkt droht …»Streichen
Gesundheitsaussagen für Kinder«Sicher für alle Kinder»Fachlich prüfen lassen

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Prompt erhalten Sie einen vorsichtigen Entwurf. Geben Sie nur öffentliche Produktangaben aus Ihren Unterlagen ein:

Du hilfst bei einem Text für die Kundenkommunikation einer Schweizer Apotheke. Thema: [Thema, z. B. Hautpflege im Winter]. Medium: [Newsletter / Aushang / Social Media], Länge: [Wörter].
Folgende Angaben aus unseren geprüften Unterlagen darfst du verwenden: [Produktinformationen aus Packungsbeilage oder Herstellerunterlagen].
Regeln: Keine Heilversprechen, keine Wirkungsgarantien, keine Zahlen oder Studien, die ich nicht genannt habe, keine Aussagen zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, keine Vergleiche mit anderen Anbietern, keine Angstmache. Empfehle bei gesundheitlichen Beschwerden, die Apotheke oder die Ärztin zu fragen. Schreibe freundlich, sachlich, in einfacher Sprache.
Markiere am Ende alle Sätze mit Aussagen zur Gesundheit mit [prüfen].

Ersetzen Sie die Platzhalter. Die Markierungen helfen Ihnen bei der Prüfung, ersetzen sie aber nicht.

Worauf Sie achten müssen

  • Heilmittelwerbung ist reguliert: Das Heilmittelgesetz und seine Verordnungen regeln, was zulässig ist, etwa bei Arzneimitteln und Medizinprodukten. Informationen bietet Swissmedic. Details sind im Einzelfall zu prüfen. Diese Seite gibt keine Rechtsberatung.
  • Lauterkeitsrecht: Irreführende Werbeaussagen sind auch nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb problematisch. Aussagen müssen wahr und belegbar sein.
  • KI erfindet gerne: Sie kann Studien, Zahlen oder Wirkungen nennen, die es nicht gibt. Verwenden Sie nur Angaben, die Sie selbst belegen können.
  • Sorgfalt gegenüber Verletzlichen: Kinder, Schwangere, ältere und chronisch kranke Menschen brauchen besonders sorgfältige Informationen. Heikle Formulierungen vermeiden.
  • Verantwortung bleibt bei Ihnen: Auch ein KI-Text ist Ihre Publikation. Behörden und Mitbewerber unterscheiden nicht, wer ihn geschrieben hat.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Apothekerin in Thun lässt sich einen Newsletter zum Thema Erkältungsprodukte entwerfen. Im Entwurf stehen Sätze wie «Wirkt schnell und zuverlässig» und «Erspart Ihnen den Gang zum Arzt».

Vorher hätte sie den Text übernommen. Nachher prüft sie ihn mit der Checkliste, streicht beide Sätze und ersetzt sie durch sachliche Hinweise aus der Packungsbeilage und die Empfehlung, bei anhaltenden Beschwerden die Apotheke oder die Ärztin zu fragen. Eine Kollegin liest gegen und gibt den Text frei. Der Newsletter geht raus, mit freigegebenem Wortlaut im Archiv.

So hilft Ihnen Alpasana

Wie Sie KI für Texte im Berufsalltag einsetzen und Ergebnisse sorgfältig prüfen, behandeln die Praxiskurse von absofort: Bürokommunikation, Qualitätsprüfung, Einsatzregeln und betriebliche KI-Richtlinien gehören dazu, mit Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarem Abschluss.

Eine rechtliche Prüfung Ihrer Werbetexte gehört nicht zum Angebot.

Häufige Fragen

Darf ich Kundenbewertungen oder Erfahrungsberichte zu Arzneimitteln in der Werbung verwenden?

Das ist rechtlich heikel und im Heilmittelbereich oft eingeschränkt. Klären Sie das vor der Verwendung mit Verband, Aufsicht oder Rechtsberatung.

Gilt das auch für Social Media?

Ja. Beiträge auf Social Media sind Öffentlichkeitsarbeit, und dieselben Grundsätze gelten. Das gilt auch für Beiträge, die eine KI geschrieben hat.

Kann die KI die Prüfung übernehmen?

Sie kann auffällige Sätze markieren und Alternativen vorschlagen, aber nicht verbindlich beurteilen, was zulässig ist. Die Verantwortung bleibt bei Ihnen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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