Berufe & Funktionen · Swiss Jobrollen Check
Berufsorientierung in der Sozialberatung unterstützen
Kurz gesagt
Beginnen Sie das Gespräch bei Interessen, Stärken und Alltagserfahrungen, nicht bei Berufsnamen. Ein Orientierungswerkzeug wie der Swiss Jobrollen Check liefert einen ersten Überblick über mögliche Berufsfelder und Bildungswege, den Sie gemeinsam besprechen. Er ersetzt weder die Berufsberatung noch eine persönliche Beurteilung.
Das Problem
Viele Menschen, die eine Sozialberatung aufsuchen, stehen vor beruflichen Fragen: Jugendliche ohne Lehrstelle, Erwachsene nach einer Krankheit, Personen mit Migrationsgeschichte, Menschen, die nach langer Pause zurück in die Arbeit wollen. Oft ist das Wort «Beruf» schon belastet: Erfahrungen von Absagen, Schulschwierigkeiten oder fehlender Anerkennung von Abschlüssen.
Für Fachpersonen ist es schwierig, einen guten Einstieg zu finden. Ein Gespräch, das mit der Frage «Was wollen Sie werden?» beginnt, überfordert viele. Es braucht einen Zugang, der niederschwellig ist und Interessen und Stärken in den Mittelpunkt stellt.
Orientierungswerkzeuge können helfen, ein Gespräch zu strukturieren. Sie liefern Ideen, an denen man weiterarbeiten kann. Sie sind kein Urteil über die Person. Berufsberatung und persönliche Begleitung bleiben wichtig, ebenso die Frage, welche Wege tatsächlich offenstehen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie Ziel und Rahmen. Geht es um erste Orientierung, einen konkreten Entscheid oder die Integration in den Arbeitsmarkt? Besprechen Sie mit der Person, wozu das Gespräch dienen soll und was danach passiert.
- Beginnen Sie bei der Person. Fragen Sie: Was tun Sie gern? Was können Sie gut? Was haben Sie schon gemacht, auch unbezahlt? Wie möchten Sie arbeiten: draussen, mit Menschen, mit den Händen, am Computer? Hilfreich: Ressourcenfragen.
- Berücksichtigen Sie Sprache und Barrieren. Bieten Sie bei Bedarf Unterstützung in der Erstsprache oder in einfacher Sprache, siehe Mehrsprachige Beratung.
- Nutzen Sie ein Orientierungswerkzeug. Der Swiss Jobrollen Check stellt 64 Fragen zu Interessen, Arbeitsweise, Stärken, Umfeld und Werten und gleicht sie mit über 1800 Schweizer Berufen ab. Die Person kann ihn selbst ausfüllen, ihr Tempo bestimmen und die Ergebnisse später besprechen.
- Besprechen Sie die Ergebnisse gemeinsam. Die Ergebnisse sind Anregungen, keine Vorgaben. Fragen Sie: Was überrascht Sie? Was passt, was nicht? Welche Berufe möchten Sie genauer anschauen?
- Klären Sie Bildungswege. Welche Abschlüsse sind nötig (EBA, EFZ, Berufsmaturität, höhere Berufsbildung, Fachhochschule)? Welche Voraussetzungen fehlen, wie lässt sich Erfahrung anrechnen? Fachlich verlässliche Informationen bietet die staatliche Berufsberatung.
- Planen Sie nächste Schritte. Schnupperlehre, Gespräch mit der Berufsberatung, Praktikum, Sprachkurs, Bewerbungsunterlagen. Wählen Sie ein bis zwei kleine, machbare Schritte.
- Verweisen Sie weiter. Berufsberatungsstellen, Fachstellen für Integration, Coaching. Ergänzend kann persönliches Job-Coaching sinnvoll sein.
- Halten Sie nach. Ein kurzes Folgegespräch nach einigen Wochen zeigt, was geschah und was angepasst werden muss.
Gesprächseinstieg in drei Schritten
| Schritt | Leitfrage | Ziel |
|---|---|---|
| Interessen | «Was machen Sie gern, auch in der Freizeit?» | Motivation erkennen |
| Stärken | «Was gelingt Ihnen, was fragen andere Sie um Hilfe?» | Ressourcen sichtbar machen |
| Rahmen | «Was ist Ihnen bei der Arbeit wichtig?» | Passung und Grenzen klären |
Vorlage zum Kopieren
Du bist Assistent für die Vorbereitung von Beratungsmaterial in einer
Schweizer Sozialberatungsstelle.
Erstelle ohne Personendaten ein Gesprächsblatt zur
Berufsorientierung in einfacher Sprache (Anrede «Sie»):
1. zehn offene Fragen zu Interessen, Stärken, Arbeitsweise und
Rahmenbedingungen,
2. eine kleine Tabelle, in der die Person drei Berufsideen mit
«Was spricht dafür / Was spricht dagegen / Nächster Schritt»
eintragen kann,
3. fünf Fragen zur Auswertung eines Orientierungsergebnisses
(«Was überrascht Sie? Was möchten Sie genauer anschauen?»).
Gib keine Berufsempfehlung, bewerte die Person nicht und mache keine
Aussagen zu Zulassungen oder Ansprüchen.
Es folgen keine echten Angaben zur Person.Passen Sie die Fragen an die Zielgruppe an, etwa an Jugendliche oder Erwachsene im Wiedereinstieg.
Worauf Sie achten müssen
- Keine Vorgaben machen: Ergebnisse von Tests sind Impulse. Entscheiden Sie nicht für die Person.
- Datenschutz: Persönliche Angaben und Ergebnisse sind sensibel. Klären Sie, wo Daten gespeichert werden, wer Zugriff hat, und ob die Person einverstanden ist. Geben Sie keine Fallangaben in öffentliche KI-Dienste ein.
- Realistische Wege: Orientierung ersetzt nicht die Klärung von Aufenthaltsstatus, Anerkennung, Finanzierung und Zugang zu Ausbildung. Ziehen Sie bei Bedarf die Berufsberatung bei.
- Eigenes Tempo: Nicht jeder Mensch ist bereit für Berufsfragen. Respektieren Sie Pausen und Grenzen.
- Unterschiedliche Voraussetzungen: Gesundheit, Sprache und Familienpflichten beeinflussen Möglichkeiten. Planen Sie realistisch.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: In einer Beratungsstelle im Kanton Aargau begleitet eine Sozialarbeiterin einen 24-jährigen Mann, der seine Lehre abgebrochen hat. Er sagt, er wisse nicht, was er wolle.
Sie beginnt mit Fragen zu seinen Interessen: Er repariert gern Velos und hilft im Quartier. Sie schlägt vor, den Swiss Jobrollen Check auszufüllen, und er macht ihn zu Hause am Handy. Beim nächsten Termin schauen sie die Ergebnisse gemeinsam an. Zwei Berufsfelder interessieren ihn, bei einem passt der Bildungsweg besser als erwartet.
Er vereinbart eine Schnupperwoche und einen Termin bei der Berufsberatung. Die Sozialarbeiterin hält nach vier Wochen telefonisch nach.
So hilft Ihnen Alpasana
Der Swiss Jobrollen Check bietet einen Berufs-Check mit 64 Fragen zu Interessen, Arbeitsweise, Stärken, Umfeld und Werten und gleicht die Antworten mit über 1800 Schweizer Berufen ab, mit Bezug zu EBA, EFZ, Berufsmaturität, HF und FH. Der Check ist laut Quelle in 14 Sprachen verfügbar.
Kostenlos gibt es nach der Registrierung eine gespeicherte erste Auswertung mit Prozentwerten der fünf Berufsfelder und zwei passenden Berufen auf Rang vier und fünf. In der Pro-Ausgabe erhalten Sie die drei besten Berufe und die drei stärksten Berufsfelder mit Namen und Bildungswegen, ein Gesprächsblatt und ein Bewerbungs-Starterpaket. Ergänzend gibt es persönliches Job-Coaching.
Häufige Fragen
Reicht der Check allein für eine Berufswahl?
Nein. Er ist ein Einstieg und eine erste Orientierung. Für Entscheide gehören Gespräche, Schnuppern, Berufsberatung und die Klärung der Bildungswege dazu.
Was ist mit Personen, die schlecht Deutsch sprechen?
Nutzen Sie, soweit möglich, eine passende Sprachversion und bieten Sie Unterstützung beim Ausfüllen an. Weitere Hinweise: Berufliche Integration.
Muss die Person den Check bezahlen?
Der Check selbst und eine erste Auswertung sind laut Quelle kostenlos, die ausführlichere Pro-Ausgabe ist kostenpflichtig. Besprechen Sie das vorab mit der Person und der Zuständigkeit für Kosten.
Was, wenn die Person überhaupt keine Idee hat?
Das ist in Ordnung. Beginnen Sie klein, mit Erfahrungen und Alltagsfähigkeiten, und schauen Sie nach Möglichkeiten für Einblicke wie Schnuppern oder Gespräche. Siehe auch Stärken beim Berufswechsel.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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