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Berufe & Funktionen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Produkttexte für den Hofladen mit KI schreiben

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Sammeln Sie die Fakten zu jedem Produkt: Herkunft, Zutaten, Verarbeitung, Allergene, Haltbarkeit. Die KI formuliert daraus kurze, einladende Texte und verwendet nur Ihre Angaben. Prüfen Sie jede Aussage zu Herkunft, Bio, Regionalität und Gesundheit, bevor ein Text auf Etikett, Website oder Schild kommt.

Das Problem

Im Hofladen stehen Eier, Käse, Konfitüre, Fleisch und Gemüse. Die Kundschaft möchte wissen: Woher kommt das, wie wurde es gemacht, was ist drin? Auf den Schildern steht oft nur der Name und der Preis. Wer Texte schreiben will, hat dafür selten Zeit, und die Formulierungen klingen schnell nach Werbung oder wiederholen sich.

Eine KI kann Texte schnell entwerfen: einladend, abwechslungsreich, in verschiedenen Längen für Etikett, Schild, Website und Social Media. Doch hier liegt eine Falle. KI schreibt gern, was gut klingt: «Von glücklichen Hühnern», «frisch vom Feld», «nach Grossmutters Rezept», «Bio-Qualität», «regional». Wenn das nicht stimmt oder nicht belegt ist, wird der Text zur Irreführung.

Besonders bei Lebensmitteln gelten Regeln zur Kennzeichnung und zu Angaben wie Herkunft, Zutaten, Allergenen oder Gesundheitsaussagen. Bio- und Label-Bezeichnungen sind geschützt und dürfen nur bei Erfüllung der Vorgaben verwendet werden. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie mit KI gute Texte schreiben und dabei bei den Fakten bleiben.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Produktsteckbrief anlegen. Notieren Sie pro Produkt die belegten Fakten: Name, Zutaten, Herkunft der Zutaten, Herstellung (selbst gemacht, zugekauft), Menge, Haltbarkeit, Lagerung, Allergene, Label (nur wenn Sie sie wirklich führen dürfen).
  1. Zielgruppe und Ort festlegen. Wo wird der Text gebraucht: Etikett, Preisschild, Website, Flyer? Jeder Ort braucht eine andere Länge und einen anderen Ton.
  1. Besonderheiten sammeln. Was ist wirklich besonders? Die Rasse, der Kessel, in dem die Konfitüre gekocht wird, die Familie hinter dem Betrieb. Echte Geschichten wirken besser als Floskeln.
  1. Texte entwerfen lassen. Mit der Vorlage unten verfasst die KI kurze Texte nur aus Ihren Angaben. Verlangen Sie, dass sie Lücken kennzeichnet, statt zu erfinden.
  1. Aussagen prüfen. Streichen Sie jede Aussage, die Sie nicht belegen können: Herkunft, «Bio», «ohne Zusatzstoffe», «gesund», «hilft bei …», Tierwohlversprechen.
  1. Pflichtangaben ergänzen. Zutatenliste, Allergene, Herkunftsangaben und weitere Angaben richten sich nach den geltenden Kennzeichnungsvorschriften. Klären Sie sie bei der Lebensmittelkontrolle oder Beratung (siehe Quelle BLV).
  1. Ton und Sprache prüfen. Lesen Sie die Texte laut. Klingen sie nach Ihnen? Streichen Sie Übertreibungen und Superlative (siehe Werbesprache entfernen).
  1. Freigeben und aktuell halten. Legen Sie Texte und Steckbriefe ab. Ändert sich ein Rezept oder eine Zutat, passen Sie den Text sofort an.

Vorlage zum Kopieren

Du schreibst für einen Schweizer Hofladen kurze, freundliche Produkttexte. Du verwendest ausschliesslich die Angaben aus dem Steckbrief und erfindest nichts: keine Herkunft, keine Labels, keine Gesundheits- oder Tierwohlversprechen.

Produktsteckbrief: 
- Produkt: [z. B. Apfelkonfitüre 250 g]
- Zutaten und Herkunft: [z. B. Äpfel vom eigenen Hof, Zucker aus der Schweiz]
- Herstellung: [z. B. im eigenen Kessel gekocht, kleine Chargen]
- Besonderheit: [z. B. Sorten Boskoop und Gravensteiner]
- Allergene/Haltbarkeit/Lagerung: [Angaben]
- Label: [nur nennen, wenn wir es führen dürfen, sonst «keines»]

Aufgabe: Schreibe drei Texte: 1. Preisschild (maximal 15 Wörter), 2. Etikett-Kurztext (maximal 30 Wörter), 3. Website-Text (maximal 80 Wörter). Sprache: einfach, warm, ohne Übertreibung, per «Sie».
Regeln: Verwende «regional», «Bio», «frisch», «gesund» oder Tierwohlbegriffe nur, wenn sie im Steckbrief stehen. Wenn etwas fehlt, schreibe «[ergänzen]».

Füllen Sie den Steckbrief für jedes Produkt aus. Die Zutatenliste und gesetzlich vorgeschriebene Angaben richten sich nach den Vorschriften, nicht nach dem Werbetext.

AussageDarf stehen, wenn …
«Vom eigenen Hof»Das Produkt stammt wirklich vom eigenen Betrieb
«Bio»Betrieb und Produkt entsprechend zertifiziert sind
«Regional»Sie die Herkunft klar belegen und erklären können
«Ohne Zusatzstoffe»Das Rezept und die Zutaten es bestätigen
«Gesund», «stärkt»Nicht ohne Prüfung der Zulässigkeit verwenden

Worauf Sie achten müssen

  • Keine unbelegten Aussagen: KI fügt gern «Bio», «regional» oder «traditionell» hinzu. Streichen Sie alles, was Sie nicht belegen können (siehe Werbeversprechen prüfen).
  • Geschützte Begriffe und Labels: «Bio» und andere Labels dürfen nur bei Erfüllung der Vorgaben verwendet werden. Fragen Sie Ihre Kontrollstelle oder das Label.
  • Kennzeichnung von Lebensmitteln: Zutaten, Allergene und weitere Angaben unterliegen Vorschriften. Klären Sie sie mit der Lebensmittelkontrolle oder Beratung. Die KI kennt Ihre Situation nicht und kann Pflichtangaben vergessen.
  • Gesundheitsversprechen: Aussagen wie «stärkt das Immunsystem» sind heikel. Verzichten Sie darauf, wenn Sie nicht sicher sind, dass sie erlaubt sind.
  • Fotos und Rechte: Bilder von Personen, Kindern oder Tieren brauchen Einverständnis und Rechte. KI-Bilder von Produkten sollten nicht täuschen.
  • Datenschutz: Texte über Familienmitglieder oder Mitarbeitende nur mit Einverständnis.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Familie mit Hofladen im Kanton Freiburg verkauft Konfitüre, Eier und Fleisch. Die Tochter erstellt für jedes Produkt einen Steckbrief und lässt Preisschild- und Website-Texte schreiben.

Die KI schreibt bei den Eiern: «Von glücklichen Hühnern aus Freilandhaltung». Die Eier stammen tatsächlich von Hühnern mit Auslauf, aber «Freilandhaltung» als Begriff ist an Bedingungen geknüpft, die die Tochter erst klären muss. Sie ersetzt die Formulierung durch «von unseren Hühnern, die täglich draussen sind». Bei der Konfitüre hatte die KI «aus regionalen Früchten» ergänzt, obwohl die Pflaumen zugekauft sind. Sie streicht den Satz und schreibt die Herkunft ehrlich auf.

Nach Prüfung hängen die neuen Schilder im Laden. Eine Kundin lobt, dass man endlich lesen kann, woher die Produkte stammen. Die Familie hält die Steckbriefe aktuell und passt sie bei Änderungen an.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer Texte für den eigenen Betrieb mit KI schreiben und prüfen möchte, findet bei absofort Praxiskurse: KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben. Dazu gehören laut Beschreibung Bürokommunikation, Vertrieb, Kundenservice, KI-Bilder, Qualitätsprüfung und betriebliche Einsatzregeln.

Online und im eigenen Tempo lernen Sie, Texte zu entwerfen und kritisch zu prüfen. Rechtliche Prüfung von Kennzeichnung und Werbeaussagen bleibt Aufgabe zuständiger Stellen.

Häufige Fragen

Darf ich «regional» schreiben?

Nur, wenn Sie klar sagen können, was damit gemeint ist, und die Herkunft belegen können. Ein Begriff ohne Erklärung kann irreführen. Fragen Sie im Zweifel bei der Lebensmittelkontrolle oder Ihrem Verband nach.

Muss ich Allergene angeben?

Für Lebensmittel gelten Kennzeichnungsvorschriften, die auch für den Direktverkauf relevant sein können. Welche Angaben bei Ihnen nötig sind, erfahren Sie bei der kantonalen Lebensmittelkontrolle oder Beratung. Die KI darf das nicht entscheiden.

Kann die KI auch Bilder für meine Produkte machen?

Sie kann, aber KI-Bilder dürfen die Produkte nicht anders darstellen, als sie sind. Besser sind echte Fotos. Erwecken Sie keinen falschen Eindruck von Herkunft oder Menge.

Wie viele Texte brauche ich?

Für jedes Produkt ein bis zwei Sätze für das Schild und bei Bedarf einen längeren Text für die Website. Mehr als nötig wird nicht gelesen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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