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Berufe & Funktionen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Fotos mit KI retuschieren: Was sollte natürlich bleiben?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Störende Kleinigkeiten wie Staub, Kabel oder Flecken dürfen Sie meist unkritisch entfernen. Bei Menschen und Produkten gilt: Nichts verändern, was Eindruck oder Eigenschaften verfälscht. Behalten Sie das Original, vergleichen Sie vorher und nachher und holen Sie bei Fotos von Personen deren Einverständnis ein.

Das Problem

Ein Foto ist fast gut: Der Kabelsalat im Hintergrund stört, auf dem Porträt glänzt die Stirn, auf dem Produktbild ist ein Fussabdruck auf der Tischplatte. Früher brauchte es Zeit und Übung im Bildprogramm. Heute genügen oft ein paar Klicks: KI-Werkzeuge entfernen Objekte, glätten Haut, füllen Lücken und ändern Hintergründe.

Das ist verlockend, aber nicht ohne Risiko. Je leichter die Bearbeitung, desto grösser die Versuchung, zu weit zu gehen. Ein Porträt, das die Person kaum mehr erkennen lässt, enttäuscht beim Treffen. Ein Produktbild, das die Oberfläche glatter zeigt als sie ist, führt zu Reklamationen. Und Bilder, die Ereignisse oder Personen falsch darstellen, können Rechte verletzen oder täuschen.

Dieser Beitrag hilft Ihnen, sinnvoll zu retuschieren. Er zeigt, wo Korrekturen unproblematisch sind, wo Sie vorsichtig sein müssen und wie Sie das Original schützen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Zweck klären. Wofür ist das Bild: Familienfoto, Bewerbung, Website, Produktkatalog, Zeitung? Je öffentlicher und verbindlicher, desto zurückhaltender sollte die Retusche sein.
  1. Original sichern. Speichern Sie die unbearbeitete Datei an einem sicheren Ort und arbeiten Sie immer an einer Kopie. Notieren Sie, was Sie geändert haben.
  1. Gute Basis schaffen. Viele Probleme lösen sich mit besserem Licht, Winkel und Hintergrund schon beim Fotografieren. Retusche soll korrigieren, nicht retten.
  1. Zuerst die unkritischen Korrekturen. Entfernen Sie Staub, Kratzer, Sensorflecken, Kabel, Papierfetzen und Passanten im Hintergrund, die nicht zur Aussage gehören. Hellen Sie das Bild leicht auf und korrigieren Sie Farbstich und Perspektive.
  1. Bei Menschen zurückhaltend sein. Glätten Sie Haut nur leicht, entfernen Sie vorübergehende Makel wie einen Pickel, aber verändern Sie nicht Gesichtszüge, Körperform, Alter oder Hautfarbe. Fragen Sie die Person, was sie möchte, und zeigen Sie das Ergebnis.
  1. Bei Produkten nichts beschönigen. Farbe, Form, Grösse, Oberfläche und Zustand müssen der Wirklichkeit entsprechen. Entfernen Sie Staub und Spiegelungen, aber keine echten Kratzer eines Gebrauchtgegenstands.
  1. Vorher und nachher vergleichen. Legen Sie beide Bilder nebeneinander. Hat sich der Eindruck verändert? Würde jemand, der das Original kennt, das Bild als ehrlich empfinden?
  1. Offenlegen, wo nötig. Bei Bildern, die Fakten belegen sollen (Nachrichten, Schäden, Beweise), verändern Sie nichts oder kennzeichnen Sie die Bearbeitung. Bei Werbung achten Sie darauf, dass der Eindruck stimmt.

Vorlage zum Kopieren

Du hilfst einer Person, ein Foto behutsam und ehrlich zu retuschieren. Du bearbeitest keine Bilder, du beratest nur zum Vorgehen.

Art des Fotos und Zweck: [z. B. Porträt einer Mitarbeiterin für die Firmenwebsite]
Was mich am Foto stört: [z. B. Glanz auf der Stirn, Kabel im Hintergrund, zu dunkel]
Verwendung: [intern / Website / Druck / Werbung]
Wichtig ist mir: [z. B. natürliches Aussehen, Person soll erkennbar bleiben]

Aufgabe:
1. Teile meine Punkte ein in: unproblematisch, mit Vorsicht, besser nicht verändern. Begründe jeweils in einem Satz.
2. Beschreibe für die unproblematischen Punkte in einfachen Schritten, was ich in einem Bildprogramm tun kann.
3. Nenne drei Fragen, die ich der abgebildeten Person oder dem Kunden stellen sollte.
4. Erstelle eine kurze Checkliste, mit der ich Vorher und Nachher vergleiche.
Verwende keine Behauptungen zu Gesetzen. Weise darauf hin, dass Rechtsfragen von Fachpersonen zu klären sind.

Setzen Sie Ihren Fall ein. Das Ergebnis ist ein Leitfaden, die Bildbearbeitung selbst machen Sie in Ihrem Programm.

KorrekturEinschätzungHinweis
Staub, Flecken, Kabel entfernenmeist unproblematischOriginal behalten
Helligkeit, Farbstich korrigierenmeist unproblematischNicht übertreiben
Haut leicht glättenmit VorsichtPerson fragen, natürlich lassen
Gesicht oder Körper verändernbesser nichtKann täuschen und verletzen
Produkteigenschaften ändernbesser nichtIrreführung, Reklamationen

Worauf Sie achten müssen

  • Einwilligung bei Personen: Fotos von erkennbaren Personen enthalten Personendaten. Bearbeitung und Verwendung sollten abgesprochen sein. Bei Kindern brauchen Sie in der Regel das Einverständnis der Eltern (siehe Fotos von Personen und Einwilligung).
  • Hochladen in Online-Werkzeuge: Viele KI-Werkzeuge verarbeiten Bilder in der Cloud. Geben Sie Fotos von anderen Personen nur ein, wenn das erlaubt ist und der Dienst vertrauenswürdig ist.
  • Irreführung: Bilder in Werbung oder Verkauf dürfen keinen falschen Eindruck erzeugen. Welche Regeln gelten, klären Sie mit Fachpersonen oder Ihrem Verband (Quellen unten).
  • Beweis- und Nachrichtenbilder: Verändern Sie solche Bilder nicht. Auch kleine Eingriffe können Zweifel an der Echtheit wecken.
  • Schönheitsideale: Übertriebene Retusche kann Druck erzeugen, besonders bei jungen Menschen. Seien Sie zurückhaltend.
  • KI-Fehler: Entfernen von Objekten kann seltsame Bildteile erzeugen, etwa verformte Hände oder falsche Muster. Prüfen Sie das Ergebnis in voller Grösse.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Treuhandbüro in Brugg lässt für die neue Website Porträts der Mitarbeitenden aufnehmen. Beim Foto einer Mitarbeiterin glänzt die Stirn, und im Hintergrund hängt ein Kabel. Die Assistentin der Geschäftsleitung sichert das Original und bearbeitet eine Kopie.

Sie entfernt das Kabel, hellt das Bild etwas auf und nimmt den Glanz mit einer sanften Korrektur zurück. Die KI-Funktion «Haut glätten» probiert sie aus, entscheidet sich aber dagegen, weil das Gesicht dann wie eine Puppe wirkt. Sie zeigt die Mitarbeiterin vor und nach der Bearbeitung und fragt, ob sie einverstanden ist.

Die Mitarbeiterin wünscht sich noch etwas weniger Retusche. Das Bild kommt auf die Website, und die Person erkennt sich darauf wieder. Das Original bleibt im Archiv. Bei einem Foto des Büros hat die Assistentin zusätzlich einen Fleck auf dem Teppich nicht entfernt, weil er real ist und zum Alltag gehört.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer Bildbearbeitung mit KI sorgfältig und ehrlich nutzen möchte, findet bei absofort Praxiskurse: KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben. Dazu gehören laut Beschreibung KI-Bilder, Phishing und Deepfakes, Bürokommunikation, Qualitätsprüfung und betriebliche Einsatzregeln.

Online und im eigenen Tempo lernen Sie, Bilder mit KI zu erstellen und zu prüfen und Regeln für den Betrieb festzulegen. Rechtsberatung zu Bildrechten ist nicht Teil des Angebots.

Häufige Fragen

Muss ich Retusche kennzeichnen?

Das hängt vom Zusammenhang. Bei Nachrichten, Beweisen und Dokumentation ist Veränderung heikel und sollte offengelegt werden. Bei Werbung darf das Bild keinen falschen Eindruck erzeugen. Klären Sie Einzelfälle mit Fachpersonen oder Ihrem Verband.

Darf ich fremde Fotos von Personen bearbeiten?

Nur mit Einverständnis der abgebildeten Personen und, je nach Fall, der Urheberin oder des Urhebers des Fotos. Fragen Sie vorher nach. Das gilt auch, wenn die Bearbeitung nur kleine Änderungen betrifft.

Welche Programme eignen sich?

Das ändert sich schnell. Achten Sie auf Datenschutz, Nutzungsbedingungen und die Möglichkeit, Originale zu behalten. Probieren Sie mit unkritischen Bildern.

Was, wenn die Retusche unnatürlich aussieht?

Gehen Sie einen Schritt zurück und reduzieren Sie die Stärke. Im Zweifel ist ein ehrliches, leicht unvollkommenes Foto besser als ein künstlich perfektes.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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