Berufe im Wandel · Swiss Jobrollen Check
10 Berufe der Zukunft: Was ist belegt, was ist Mode?
Kurz gesagt
Listen mit «zehn Berufen der Zukunft» sind meist Meinungen oder Marketing. Belastbar ist vor allem, dass in Pflege und Gesundheit, Bau und Handwerk, Bildung, Energie und IT-Sicherheit auch künftig Personal gebraucht wird. Wie sich einzelne Berufe entwickeln, ist offen.
Das Problem
Sie suchen im Internet nach «Berufen der Zukunft» und finden Dutzende Listen: zehn, fünfzehn, zwanzig Berufe. Jede sieht anders aus, viele nennen Namen wie «KI-Trainer» oder «Drohnenpilot», manche sind schon wieder veraltet. Sie fragen sich, ob Sie darauf Ihre Berufswahl oder Ihren Wechsel stützen können.
Das Problem solcher Listen ist, dass sie meist nicht erklären, woher die Aussagen stammen. Häufig sind sie von Personalvermittlern, Werbeseiten oder Autorinnen verfasst, die Klicks wollen. Sie vermischen Berufe, die heute schon gefragt sind, mit Spekulationen über Berufe, die es noch gar nicht gibt. Und sie sind schnell überholt, weil sich Technik und Arbeitsmarkt ändern.
Das heisst nicht, dass man gar nichts sagen kann. Einige Entwicklungen lassen sich mit Bevölkerungsstatistik einordnen: Die Alterung der Bevölkerung kann den Bedarf an Pflege und Betreuung beeinflussen. Wie sich die Nachfrage entwickelt, hängt auch von Versorgung, Finanzierung, Personalangebot und regionalen Bedingungen ab. Die Energiewende braucht Fachleute für Installation, Netze und Planung. Bau und Handwerk haben vielerorts Nachwuchsprobleme. IT-Sicherheit gewinnt an Gewicht. Bei konkreten Berufsbezeichnungen und Rangfolgen ist Vorsicht angebracht.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Sammeln Sie zwei bis drei Listen. Speichern Sie, was Sie finden, mit Datum und Absender. Notieren Sie, wer die Liste verfasst hat.
- Prüfen Sie die Begründung. Steht da, warum ein Beruf Zukunft haben soll? Wird auf Daten oder Quellen verwiesen? Wenn nicht, behandeln Sie die Liste als Meinung.
- Fassen Sie Berufe zu Feldern zusammen. Statt einzelner Titel betrachten Sie Felder: Gesundheit und Pflege, Bau und Handwerk, Energie, IT-Sicherheit, Bildung und Betreuung, Verkehr und Logistik. Das ist robuster.
- Lassen Sie die KI die Listen vergleichen. Fügen Sie Auszüge ein und bitten Sie um Gemeinsamkeiten und Widersprüche. Verlangen Sie, dass die KI markiert, was sie nicht aus den Texten belegen kann.
- Prüfen Sie bei offiziellen Stellen. Das SBFI, das SECO und das BFS veröffentlichen Angaben zu Bildung und Arbeitsmarkt. Die Berufsberatung der Kantone und das Portal berufsberatung.ch informieren über Berufe und Bildungswege.
- Fragen Sie nach Ihrem Profil. Ein «Beruf der Zukunft» nützt Ihnen nichts, wenn er nicht zu Ihren Interessen und Stärken passt. Klären Sie, was Sie gern tun und gut können.
- Testen Sie in der Praxis. Sprechen Sie mit Menschen, die in dem Beruf arbeiten, oder machen Sie eine Schnupperwoche, bevor Sie sich entscheiden.

| Aussage | Eher belastbar? | Warum |
|---|---|---|
| «Pflege und Betreuung brauchen mehr Personal.» | Ja | Alterung der Bevölkerung ist statistisch belegt |
| «Der Beruf X ist in 2035 der gefragteste.» | Nein | Zu genau, kaum belegbar |
| «Energiewende schafft Arbeit in Installation und Planung.» | Ja, als Tendenz | Politische und technische Entwicklung |
| «KI-Trainer wird Traumberuf.» | Offen | Berufsbild und Bedarf noch unklar |
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt prüfen Sie Listen auf Belege. Fügen Sie nur öffentlich zugängliche Texte ein.
Ich habe diese Liste von «Berufen der Zukunft» gefunden (öffentlicher Text, Quelle: [Quelle], Datum: [Datum]): [Liste].
1. Prüfe, welche Berufe in der Liste mit Begründung versehen sind und welche nicht.
2. Fasse die Berufe zu Berufsfeldern zusammen und nenne, welche Felder in mehreren Listen vorkommen.
3. Markiere Aussagen, die ohne Quelle sehr genau sind (z. B. Jahreszahlen, Rangfolgen).
4. Formuliere fünf Fragen, die ich vor einer Berufsentscheidung zu dieser Liste klären sollte.
Erfinde keine Quellen oder Zahlen. Wenn etwas nicht belegbar ist, schreibe «nicht belegbar».Passen Sie die Quelle an und fügen Sie weitere Listen nacheinander ein.
Worauf Sie achten müssen
- Prüfen Sie das Veröffentlichungsdatum. Listen vor einigen Jahren sind oft überholt.
- Nehmen Sie Rangfolgen und Jahreszahlen nicht für bare Münze. Seriöse Quellen sprechen von Tendenzen und Szenarien.
- Fachkräftemangel heisst nicht gute Bedingungen in jedem Beruf. Arbeitsbedingungen und Löhne unterscheiden sich stark.
- Berufsbezeichnungen ändern sich. Viele «neue» Berufe sind Aufgaben innerhalb bestehender Berufe.
- Geben Sie keine persönlichen Daten in öffentliche KI-Dienste, wenn Sie Ihr Profil beschreiben. Allgemeine Angaben zu Interessen genügen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Mutter in Frauenfeld hilft ihrem Sohn bei der Berufswahl. Sie findet drei Listen mit «Berufen der Zukunft» und gibt Auszüge in die KI ein. Die KI zeigt, dass sich nur Pflege, IT und Energie wiederholen und dass mehrere Listen ohne Quellen auskommen.
Sie rufen bei der kantonalen Berufsberatung an und vereinbaren einen Termin. Der Sohn macht zwei Schnuppertage in einem Elektrobetrieb und in einer Spitex-Organisation. Entscheidend für seine Wahl ist am Ende nicht die Liste, sondern, was ihm im Alltag gefallen hat.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie aus belegten Zukunftshinweisen persönliche Berufsoptionen ableiten möchten, vergleicht der Swiss Jobrollen Check Ihre Interessen und Stärken mit Schweizer Berufen und Bildungswegen. Er zeigt mögliche Profilpassungen, aber nicht, welche Berufe künftig gefragt sein werden.
Häufige Fragen
Gibt es eine offizielle Liste der Berufe der Zukunft?
Eine solche Liste gibt es nicht. Offizielle Stellen veröffentlichen Statistiken und Berufsinformationen, aber keine verbindlichen Prognosen zu einzelnen Berufen.
Welche Branchen werden sicher gefragt sein?
Sicher ist nichts. Breit belegt ist ein anhaltender Bedarf in Pflege und Gesundheit, Bau und Handwerk, Energie, Bildung und IT-Sicherheit, vor allem wegen demografischer und technischer Entwicklungen.
Soll ich meinen Beruf nach einer Liste wählen?
Besser ist es, Interessen, Stärken und Arbeitsbedingungen mit dem Arbeitsmarkt abzugleichen. Ein Gespräch mit der Berufsberatung hilft dabei.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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