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Zukunft · Linup: KI sicher am Arbeitsplatz

Welche Daten sammeln Roboter im Alltag?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Roboter sammeln je nach Modell Bilder, Ton, Positionsdaten, Karten von Räumen und Nutzungsdaten. Klären Sie vor dem Einsatz, welche Sensoren aktiv sind, was gespeichert wird, wohin die Daten gehen und wer Zugriff hat. Informieren Sie betroffene Personen und holen Sie bei Bedarf Einwilligungen ein.

Das Problem

Staubsaugroboter kennen den Grundriss Ihrer Wohnung. Roboter im Lager filmen Gänge und Menschen. Ein Assistenzroboter in der Pflege hört Gespräche mit. Immer mehr Maschinen bewegen sich frei in Räumen, in denen Menschen leben und arbeiten, und dabei tragen sie Kameras, Mikrofone und Sensoren mit sich.

Was dabei an Daten entsteht, ist selten auf den ersten Blick zu sehen. Hersteller werben mit Funktionen, nicht mit Datenflüssen. Wer einen Roboter anschafft, übernimmt damit auch Verantwortung für Personen, die im Aufnahmebereich sind: Mitarbeitende, Kundschaft, Besucher oder Familienmitglieder.

Diese Checkliste hilft Ihnen, vor dem Einsatz die richtigen Fragen zu stellen. Die Angaben beziehen sich auf den Stand Oktober 2026. Sie ersetzen keine Rechtsberatung. Für Personendaten gilt in der Schweiz das Datenschutzgesetz.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Einsatzort und Zweck festhalten. Wo soll der Roboter eingesetzt werden: privater Haushalt, Büro, Lager, Heim, Verkaufsraum? Wozu genau? Das bestimmt, welche Daten sinnvoll und zulässig sind.
  1. Sensoren erfassen. Fragen Sie den Hersteller, welche Sensoren verbaut sind: Kameras, Mikrofone, Abstandssensoren, Bewegungsmelder, Ortung, Standortdaten. Welche sind abschaltbar?
  1. Datenarten klären. Was entsteht daraus: Bilder und Videos, Tonaufnahmen, Raumpläne, Bewegungsmuster, Nutzungsprotokolle, Fehlerberichte? Welche sind personenbezogen?
  1. Verarbeitung und Speicherung prüfen. Wird lokal verarbeitet oder in einer Cloud? Wo liegen die Daten, wie lange, in welchem Land? Wird mit den Daten das Produkt verbessert oder werden sie an Dritte weitergegeben?
  1. Zugriff klären. Wer kann Daten einsehen: Sie, der Hersteller, Servicepersonal, Dritte? Gibt es Fernzugriff, etwa für Wartung?
  1. Einstellungen anpassen. Schalten Sie Funktionen ab, die Sie nicht brauchen, begrenzen Sie Aufzeichnungen, deaktivieren Sie Cloud-Funktionen, wenn möglich, und ändern Sie Standardpasswörter. Siehe Roboter ohne Internet nutzen.
  1. Betroffene informieren. Teilen Sie Mitarbeitenden, Besuchern und Mitbewohnenden mit, dass der Roboter Aufnahmen machen kann. Bei Videoaufnahmen von Personen gelten besondere Anforderungen. Holen Sie die nötigen Einwilligungen oder klären Sie die Grundlage.
  1. Dokumentieren und überprüfen. Halten Sie Angaben des Herstellers, Einstellungen und Entscheide fest. Prüfen Sie nach Updates, ob sich etwas geändert hat.

Vorlage zum Kopieren

CHECKLISTE ROBOTER UND DATENSCHUTZ
Gerät: [Hersteller, Modell]   Einsatzort: [Ort]   Zweck: [Aufgabe]   Verantwortlich: [Name]   Datum: [Datum]

SENSOREN UND DATEN (beim Hersteller schriftlich erfragen)
[ ] Kamera: [ja/nein]  Aufzeichnung: [ja/nein]  abschaltbar: [ja/nein]
[ ] Mikrofon: [ja/nein]  Aufzeichnung: [ja/nein]  abschaltbar: [ja/nein]
[ ] Raumkarte/Positionsdaten: [ja/nein]
[ ] Nutzungs- und Fehlerprotokolle: [ja/nein]
[ ] Weitere Sensoren: [Liste]

VERARBEITUNG
[ ] Lokal oder Cloud? [Antwort]
[ ] Speicherort (Land) und Dauer: [Antwort]
[ ] Weitergabe an Dritte/Unterauftragnehmer: [Antwort]
[ ] Nutzung für Training/Produktverbesserung: [Antwort, Möglichkeit zum Ausschalten]
[ ] Fernzugriff durch Hersteller/Service: [Antwort, wann und wie]

SCHUTZ
[ ] Standardpasswort geändert, Konto gesichert, Updates eingespielt
[ ] Nicht benötigte Funktionen und Cloud-Verbindungen ausgeschaltet
[ ] Sperrbereiche definiert (Besprechungsräume, Büros mit Unterlagen, Umkleiden, Toiletten)

BETROFFENE PERSONEN
[ ] Information an Mitarbeitende/Besucher/Bewohnende erfolgt
[ ] Einwilligung oder andere Grundlage geklärt: [Notiz]
[ ] Rechte auf Auskunft und Löschung berücksichtigt: [Ansprechperson]

Entscheid: [einsetzen / nur mit Auflagen / nicht einsetzen]   Nächste Überprüfung: [Datum]

Füllen Sie die Liste mit den Antworten des Herstellers aus. Sind Antworten ausweichend, ist das selbst eine Information.

SensorTypische DatenBesondere Vorsicht bei
KameraBilder, Videos, GesichterRäumen mit Personen und Unterlagen
MikrofonGespräche, GeräuscheBesprechungsräumen, Pflege, Privaträumen
RaumkarteGrundriss, MöblierungPrivatwohnungen, sensiblen Bereichen
BewegungsdatenWann wer wo warArbeitsplätzen (Leistungs- und Verhaltenskontrolle)
NutzungsdatenEinsatzzeiten, FehlerWeitergabe an Hersteller

Worauf Sie achten müssen

  • Personendaten: Bilder erkennbarer Personen und Tonaufnahmen sind Personendaten. Das Schweizer Datenschutzgesetz verlangt unter anderem Transparenz, Verhältnismässigkeit und Datensicherheit. Klären Sie Ihren Fall mit einer Fachperson. Quellen siehe oben.
  • Arbeitsplatz: Technik, die das Verhalten von Mitarbeitenden überwacht, ist rechtlich heikel. Binden Sie Mitarbeitende ein und holen Sie Rat ein, bevor Sie solche Systeme einsetzen.
  • Cloud und Ausland: Wenn Daten bei einem Anbieter im Ausland liegen, kommen weitere Fragen hinzu. Siehe Daten im Ausland als Orientierung zu den Grundfragen.
  • Sicherheit: Schlecht gesicherte Geräte können aus der Ferne angegriffen werden. Ändern Sie Passwörter und spielen Sie Updates ein.
  • Privatsphäre Dritter: Auch Besucher und Nachbarn können erfasst werden, etwa durch Fenster.
  • Bleibende Daten: Raumpläne und Aufnahmen können lange gespeichert werden. Fragen Sie nach Löschung und Verkauf des Geräts.
  • Updates: Nach Aktualisierungen ändern sich Funktionen. Prüfen Sie Einstellungen erneut.
  • Alternativen: Prüfen Sie, ob ein Gerät ohne Kamera oder Mikrofon genügt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Möbelhaus in Wil möchte nachts einen Reinigungsroboter durch die Ausstellung fahren lassen. Das Gerät hat eine Kamera zur Navigation und überträgt Daten in die Cloud des Herstellers.

Vorher: Die Geschäftsleitung achtet nur auf Preis und Leistung. Nachher: Die Verantwortliche füllt die Checkliste aus. Der Hersteller bestätigt, dass die Kamera nur für die Navigation dient und die Bilder nicht gespeichert werden. Karten und Protokolle gehen aber in die Cloud. Das Möbelhaus schaltet die Cloud-Funktion ab, deaktiviert Fernzugriff ohne Freigabe, schliesst das Büro und das Lager mit Kundenunterlagen als Sperrbereiche aus und informiert das Reinigungspersonal.

So hilft Ihnen Alpasana

Damit Mitarbeitende neue Technik sicher und datenschutzbewusst nutzen, hilft eine Grundschulung. Der Online-Kurs KI sicher am Arbeitsplatz von Linup vermittelt nach Angebotsbeschreibung in acht Modulen mit Quiz Grundregeln für den KI-Alltag, darunter den Umgang mit Daten, und stellt pro Person einen geordneten Schulungsnachweis mit öffentlicher Verifikation aus. Ob das für Ihre rechtlichen Pflichten genügt, klären Sie im Einzelfall.

Häufige Fragen

Darf ich in meiner Firma einen Roboter mit Kamera einsetzen?

Das hängt von Zweck, Ausgestaltung und Information der Betroffenen ab. Eine Kamera, die Personen erfasst, ist heikel. Klären Sie Zweck, Verhältnismässigkeit und Information, und holen Sie bei Zweifel Rat von einer Datenschutz-Fachperson.

Reicht es, wenn der Roboter «nur navigiert»?

Auch Navigationsdaten können Personen erfassen oder Rückschlüsse zulassen. Entscheidend ist, was tatsächlich aufgezeichnet, gespeichert und weitergegeben wird. Fragen Sie den Hersteller schriftlich.

Was tun mit einem Gerät, das ich nicht mehr brauche?

Setzen Sie es auf Werkseinstellungen zurück, löschen Sie das Konto und die gespeicherten Daten, und fragen Sie den Hersteller nach der Löschung von Cloud-Daten. Erst dann geben Sie es weiter oder entsorgen es.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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