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Zukunft · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

KI Inhalte Vertrauen: Quellen richtig prüfen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Vertrauen Sie nicht dem Aussehen eines Textes, sondern seiner Herkunft: Wer hat ihn geschrieben, wo steht die Quelle, und bestätigen ihn unabhängige Stellen? Mit fünf Fragen und einem Quellenvergleich erkennen Sie die meisten wenig verlässlichen Inhalte.

Das Problem

Sie suchen im Internet nach einer Antwort und finden zehn Seiten, die fast gleich klingen. Alle sind freundlich geschrieben, sauber gegliedert und irgendwie austauschbar. Eine Autorin ist nicht erkennbar, Quellen fehlen oder sind vage.

Das ist kein Zufall. KI-Programme erzeugen Texte in grosser Menge und fast ohne Kosten. Manche Websites füllen sich damit, um in Suchmaschinen aufzutauchen. Ob ein Text von einem Menschen, einer KI oder von beiden stammt, sieht man ihm meist nicht an.

Daraus folgt: Die Frage «Ist das KI?» hilft wenig. Besser ist die Frage «Ist das verlässlich?» Ein von KI entworfener Text kann sorgfältig geprüft und richtig sein, ein menschlicher Text kann falsch sein. Es kommt auf Herkunft, Belege und Gegenproben an.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Frage klar stellen: Wissen Sie, was Sie genau herausfinden wollen? Notieren Sie die Frage in einem Satz. Das verhindert, dass Sie sich in Texten verlieren.
  2. Absender prüfen: Suchen Sie das Impressum, den Autorennamen und das Datum. Fehlen alle drei, ist Vorsicht angebracht.
  3. Belege suchen: Gibt es Links auf Originalquellen, etwa Gesetzestexte, Studien oder Amtsstellen? Öffnen Sie mindestens einen und prüfen Sie, ob dort wirklich steht, was behauptet wird.
  4. Zweite Quelle holen: Suchen Sie dieselbe Aussage bei einer unabhängigen Stelle, zum Beispiel einer Behörde, einer Fachorganisation oder einem Medium mit redaktioneller Kontrolle.
  5. Auf Eile und Gefühl achten: Beiträge, die Angst machen oder zum sofortigen Handeln drängen, sind verdächtig.
  6. KI als Prüfhilfe nutzen: Lassen Sie einen Assistenten die Behauptungen eines Textes in eine Liste ordnen, und markieren Sie, was belegt, was unklar ist (Vorlage unten). Er ersetzt die Gegenprobe nicht.
  7. Eigene Liste führen: Notieren Sie sich drei bis fünf Quellen, denen Sie für Ihr Fachgebiet vertrauen. Das spart künftig Zeit.

Vorlage zum Kopieren

Hier ist ein Text, den ich im Internet gefunden habe: [Text einfügen].
Bitte hilf mir bei der Prüfung:
1. Liste alle Tatsachenbehauptungen auf (Zahlen, Daten, Namen, Zitate).
2. Markiere bei jeder, ob im Text eine Quelle genannt wird.
3. Nenne, welche Behauptungen ich selbst in einer unabhängigen Quelle nachprüfen sollte.
4. Weise auf Formulierungen hin, die Gefühle auslösen sollen oder übertreiben.
Erfinde keine Quellen. Wenn du etwas nicht beurteilen kannst, schreibe «nicht prüfbar».

Setzen Sie den Text ein und ergänzen Sie bei Bedarf Ihr Fachgebiet, damit die Antwort passender ausfällt.

Worauf Sie achten müssen

  • Erfundene Quellen: KI-Assistenten nennen manchmal Studien oder Links, die es nicht gibt. Klicken Sie jede Quelle an. Siehe Erfundene Quellen bei KI.
  • Kein Beweis durch Wiederholung: Wenn zehn Seiten dasselbe schreiben, können sie alle voneinander abgeschrieben haben. Zählen Sie nicht Seiten, sondern unabhängige Quellen.
  • Datenschutz: Fügen Sie keine vertraulichen Dokumente in einen frei zugänglichen Assistenten ein, nur um sie «prüfen» zu lassen.
  • Erkennungsprogramme sind unsicher: Werkzeuge, die angeblich KI-Texte erkennen, liegen oft daneben. Verlassen Sie sich nicht auf sie.
  • Zeit: Gründliches Prüfen dauert. Entscheiden Sie, bei welchen Themen sich der Aufwand lohnt, etwa bei Gesundheit, Geld und Recht.
MerkmalEher verlässlichEher fragwürdig
AbsenderName, Impressum, Fachstelleanonym, keine Angaben
QuellenOriginal verlinkt und auffindbarvage, «Studien zeigen»
Datumaktuell und sichtbarfehlt oder veraltet
Tonsachlich, mit Einschränkungendramatisch, absolut
Bestätigungmehrere unabhängige Stellennur eine Seite

Ihre persönliche Quellenliste: Legen Sie für Ihr Arbeitsgebiet eine kurze Liste an. Tragen Sie pro Thema zwei bis drei Stellen ein, die Sie kennen und deren Arbeitsweise Sie einschätzen können: eine Behörde, ein Fachverband, eine Fachzeitschrift, ein Lehrmittelverlag. Notieren Sie daneben, wofür Sie die Quelle nutzen und wie aktuell sie ist. Wenn Sie künftig eine Behauptung prüfen, beginnen Sie dort. Das dauert am Anfang eine halbe Stunde und spart danach bei jeder Recherche Zeit. Ergänzen Sie die Liste, wenn Sie eine neue gute Quelle entdecken, und streichen Sie Quellen, die ungenau oder veraltet waren. So wächst Ihre Urteilsfähigkeit, unabhängig davon, wie viele Texte das Netz noch füllen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Büroleiterin in einer Winterthurer Treuhandfirma liest auf einer Webseite, dass eine Frist für eine Meldung «ab sofort» verkürzt sei. Der Text ist flüssig, nennt aber keine Quelle.

Vorher: Sie will den Chef sofort informieren und die Abläufe ändern.

Nachher: Sie nutzt die Vorlage, und der Assistent zeigt, dass die Fristangabe unbelegt ist. Sie sucht auf der Seite der zuständigen Behörde nach und findet eine andere Regelung. Die Abläufe bleiben unverändert, und sie vermerkt die Seite als unzuverlässig in ihrer Quellenliste.

So hilft Ihnen Alpasana

Bei absofort finden Sie Kurse zu KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben, unter anderem mit Qualitätsprüfung von KI-Ergebnissen, Phishing und Deepfakes sowie betrieblichen KI-Richtlinien. Das hilft Teams, sich auf gemeinsame Prüfregeln zu einigen.

Sie arbeiten dabei online mit Praxisaufgaben und einem KI-Lerncoach. Eine Garantie, dass Sie danach nie mehr getäuscht werden, gibt kein Kurs, aber Sie üben ein sicheres Vorgehen.

Häufige Fragen

Kann ich KI-Texte sicher erkennen?

Nein, nicht zuverlässig. Weder Menschen noch Erkennungsprogramme erreichen eine sichere Trefferquote. Achten Sie deshalb auf Herkunft und Belege, nicht auf den Stil.

Ist ein von KI geschriebener Text automatisch schlecht?

Nein. Entscheidend ist, ob eine Person ihn fachlich geprüft hat. Viele Firmen nutzen KI für Entwürfe und lassen sie von Fachleuten kontrollieren.

Welchen Quellen kann ich in der Schweiz grundsätzlich vertrauen?

Amtliche Stellen, Fachverbände und Medien mit redaktioneller Kontrolle sind meist eine gute Basis. Prüfen Sie trotzdem Datum und Zuständigkeit. Bei Streitfragen vergleichen Sie mehrere Seiten, wie in Widersprüchliche Quellen von KI beschrieben.

Soll ich eine KI nach der Richtigkeit eines Textes fragen?

Als Hilfe, ja, als Urteil, nein. Die KI kann Behauptungen ordnen und Prüfpunkte nennen, aber sie kann sich irren. Die Gegenprobe bleibt Ihre Aufgabe.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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