Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Katastrophenbilder prüfen: Echt, alt oder KI-generiert?
Kurz gesagt
Bei Bildern von Unglücken hilft selten das blosse Hinschauen. Klären Sie stattdessen Herkunft, Ort und Zeitpunkt: Wer hat das Bild zuerst veröffentlicht, wo wurde es aufgenommen, passt es zum Ereignis? Eine Rückwärtssuche, ein Blick auf Berichte seriöser Medien und die Wetter- oder Behördenmeldungen zeigen meist rasch, ob ein Bild alt, aus anderem Zusammenhang oder KI-erzeugt ist.
Das Problem
Nach einem Unwetter verbreiten sich Bilder in den sozialen Netzwerken und Chats in Minuten: überschwemmte Strassen, ein eingestürzter Turm, eine Rauchsäule über einer Stadt. Frau Müller sieht ein dramatisches Foto mit dem Text «Jetzt in Zürich!». Ihr Herz klopft, sie denkt an Bekannte, die dort wohnen. Soll sie das Bild sofort weiterschicken, um zu warnen?
In solchen Momenten sind Bilder besonders wirksam und besonders anfällig für Missbrauch. Manche Fotos stammen von einem früheren Ereignis in einem anderen Land. Andere sind Ausschnitte aus Filmen, Videospielen oder wurden mit KI erzeugt. Wieder andere sind echt, wurden aber mit einer falschen Ortsangabe verbreitet. Wer solche Bilder ungeprüft teilt, verbreitet Angst, kann Hilfskräfte bei Falschmeldungen ablenken und im schlimmsten Fall Menschen verunsichern, die direkt betroffen sind.
Wichtig vorweg: Es gibt keinen einzelnen Trick, der Bilder zuverlässig als echt oder falsch entlarvt. Zuverlässig ist die Kombination mehrerer Prüfungen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Halten Sie inne. Warten Sie einige Minuten, bevor Sie etwas teilen. Echte Ereignisse werden rasch von Medien, Behörden und Einsatzkräften bestätigt.
- Fragen Sie nach der Herkunft. Wer hat das Bild zuerst veröffentlicht? Eine Privatperson mit Namen und Verlauf, eine Agentur, ein anonymes Konto? Je weiter entfernt von der Erstquelle, desto vorsichtiger sind Sie.
- Machen Sie eine Rückwärtssuche. Laden Sie das Bild in eine Bildersuche (zum Beispiel Google Lens oder TinEye) und prüfen Sie, ob es schon früher aufgetaucht ist. Eine Anleitung steht unter Bildherkunft per Rückwärtssuche prüfen.
- Prüfen Sie Ort und Zeit. Passen Gebäude, Strassenschilder, Sprache, Fahrzeuge und Landschaft zum angeblichen Ort? Zu welcher Jahreszeit sieht es aus? Vergleichen Sie mit Kartenansichten.
- Vergleichen Sie mit offiziellen Meldungen. Schauen Sie bei den Wetter- und Warndiensten, bei Polizei und Feuerwehr und bei etablierten Medien nach. Ein grosses Ereignis erscheint dort schnell. Nutzen Sie dafür die Seiten selbst, nicht Links aus dem Chat.
- Beachten Sie Bildmerkmale mit Vorsicht. Auffällige Details wie verzerrte Schriften, seltsame Hände oder unlogische Spiegelungen können auf KI hindeuten. Aber sie sind kein sicherer Beweis; gute KI-Bilder zeigen sie nicht, und echte Bilder können Fehler haben. Siehe Wie erkenne ich KI-Bilder?.
- Lesen Sie die Metadaten, wenn vorhanden. Eine Originaldatei kann Aufnahmedatum und Gerät enthalten. In Messengern werden sie meist entfernt. Mehr dazu unter Bild-Metadaten prüfen.
- Entscheiden Sie bewusst. Wenn Sie nichts bestätigen können, teilen Sie nicht. Sie können schreiben: «Ich habe dieses Bild gesehen, konnte es nicht bestätigen».
Vorlage zum Kopieren
Dieser Prompt hilft beim Planen der Prüfung. Die KI kann das Bild selbst nicht zuverlässig als echt oder falsch einstufen.
Ich habe ein Bild gesehen, das ein Ereignis zeigen soll: [Beschreibung, z. B. «überschwemmte Altstadt, angeblich in Bern, heute»]. Gefunden bei: [Plattform/Chat], verbreitet von: [Konto/Kontakt].
Erstelle mir eine Prüfliste mit:
1. Fragen zur Herkunft des Bildes
2. Hinweisen im Bild, die ich mit Ort und Zeit abgleichen kann (ohne daraus ein Urteil zu fällen)
3. Suchbegriffen und Quellenarten für den Abgleich (Wetterdienst, Polizei, Feuerwehr, etablierte Medien)
4. einer Liste von Gründen, warum ein Bild echt sein, aber falsch eingeordnet sein kann
Regeln: Sage NICHT, ob das Bild echt oder KI-generiert ist. Erfinde keine Quellen. Markiere Unsicheres mit [UNSICHER]. Deutsch (Schweiz).Ersetzen Sie die Beschreibung durch Ihre Angaben und arbeiten Sie die Liste Punkt für Punkt ab.
Worauf Sie achten müssen
- Alte Bilder: Aufnahmen früherer Ereignisse können neu verbreitet werden. Die Rückwärtssuche deckt das oft auf.
- KI-Bilder: KI-Bilder können überzeugend wirken. Verlassen Sie sich nicht auf einen Blick oder auf Erkennungsprogramme; siehe Wie zuverlässig sind Deepfake-Detektoren?.
- Emotionen: Dramatische Bilder sollen oft Reaktionen auslösen. Das ist ein Grund für Vorsicht, nicht für Eile.
- Betroffene: Echte Bilder von Unglücken können Menschen zeigen, die identifizierbar sind. Teilen Sie keine Bilder, die Verletzte oder Tote zeigen.
- Spendenaufrufe: Nach Katastrophen kommen Betrugsversuche mit gefälschten Spendenseiten vor.
- Offizielle Kanäle: Wenn es um Warnungen geht, folgen Sie den Hinweisen der Behörden, nicht Chatnachrichten.
| Frage | Wo prüfen | Aussage |
|---|---|---|
| Gab es das Bild früher? | Rückwärtssuche | alt oder neu |
| Stimmt der Ort? | Karten, Ortskenntnis | passt / passt nicht |
| Gibt es das Ereignis? | Warndienste, Medien | bestätigt / nicht bestätigt |
| Ist es KI-erzeugt? | mehrere Indizien | möglich / unklar |
| Wer verbreitet es? | Profil prüfen | glaubwürdig / fraglich |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Nach einem heftigen Gewitter im Berner Oberland zirkuliert ein Bild einer weggerissenen Brücke mit dem Hinweis «Gerade passiert in Interlaken». Die Mitglieder einer Vereinsgruppe möchten es teilen.
Vorher: Das Bild geht in drei Gruppen, ohne Prüfung. Nachher: Frau Müller macht eine Rückwärtssuche und findet dasselbe Bild in einem Artikel über ein Hochwasser in einem anderen Land vor einigen Jahren. Sie schreibt in die Gruppe, dass das Bild nicht zum Ereignis gehört, und verweist auf die offiziellen Meldungen. Die Gruppe löscht die Nachricht.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer sich im Umgang mit Bildern, Deepfakes und der Prüfung von KI-Ergebnissen weiterbilden möchte, findet bei absofort den Bereich KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben. Belegt sind Themen wie Phishing und Deepfakes, KI-Bilder sowie die Qualitätsprüfung von Ergebnissen, mit Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarem Abschluss.
Ein Prüfdienst für einzelne Bilder ist das nicht. Die Kursseite beschreibt Themen wie Phishing und Deepfakes, KI-Bilder und die Qualitätsprüfung von Ergebnissen.
Häufige Fragen
Kann ich KI-Bilder an den Händen erkennen?
Manchmal, aber nicht verlässlich. Moderne Bildgeneratoren machen weniger offensichtliche Fehler, und echte Fotos können verzerrt wirken. Prüfen Sie lieber Herkunft und Kontext.
Gibt es Programme, die KI-Bilder sicher erkennen?
Es gibt Werkzeuge, doch ihre Ergebnisse sind unsicher und können falsch liegen. Behandeln Sie sie als Hinweis, nicht als Urteil.
Soll ich Bilder von Unglücken überhaupt teilen?
Zurückhaltung ist ratsam. Wenn Sie teilen, dann nur bestätigte Bilder aus seriöser Quelle und ohne identifizierbare Opfer.
Was ist mit Videos?
Sie lassen sich ähnlich prüfen, siehe Video-Originalquelle finden.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Weiterlesen in der Galaxie
- Wie prüfe ich die Herkunft eines Bildes per Rückwärtssuche?Bild Rückwärtssuche: Finden Sie frühere Veröffentlichungen, vergleichen Sie den Kontext und prüfen Sie, ob ein Foto die behauptete Geschichte belegt.
- Was verraten Metadaten über ein verdächtiges Bild?Bild Metadaten prüfen: Was EXIF-Angaben wie Aufnahmedatum und Kamera verraten, wie Sie sie lesen und warum sie allein nichts beweisen. Einfach erklärt.
- Wie erkenne ich Bilder, die mit KI erstellt wurden?KI Bilder erkennen: Prüfen Sie Bildherkunft, Kontext und auffällige Details und lernen Sie, weshalb weder perfekte Fotos noch Detektoren Gewissheit geben.
- Alarmierende Meldungen: Wie bleibe ich beim Prüfen ruhig?Alarmierende Nachrichten prüfen ohne Panik: Mit einer festen Prüfpause, klaren Fragen und KI-Hilfe erkennen Sie Angstmache und Zeitdruck rechtzeitig.
- Wie zuverlässig sind Deepfake-Detektoren?Deepfake Detektor zuverlässig? Was Prüfprogramme leisten, warum Fehlalarme vorkommen und wie Sie sich nie allein auf ein Prozentergebnis verlassen.
- KI-Richtlinie für KMU: Vorlage in verständlicher SpracheKI Richtlinie Vorlage: Legen Sie erlaubte Aufgaben, Datengrenzen und Freigaben für Ihr KMU fest und erstellen Sie verständliche Regeln für den Büroalltag.