Prüfen & Bewerten · Prompt Engineering
Richtig oder falsch: Mit KI Aufgaben mit Begründung erstellen
Kurz gesagt
Richtig-Falsch-Aufgaben laden zum Raten ein, weil die Chance bei der Hälfte liegt. Mit einer Begründung, die bewertet wird, zeigen Lernende ihr Verständnis. KI kann eindeutige Aussagen und Lösungsschlüssel entwerfen; Sie prüfen jede Aussage fachlich und auf Mehrdeutigkeit.
Das Problem
Richtig-Falsch-Aufgaben sind schnell erstellt und leicht zu korrigieren. Frau Keller nutzt sie gern für kurze Tests. Doch sie hat bemerkt: Wer rät, hat eine Chance von 50 Prozent. Ein Kind, das nichts weiss, erreicht bei zehn Aussagen im Schnitt fünf Punkte. Zudem sagen Antworten wenig über das Verständnis aus: «Richtig» kann auf Wissen, Raten oder einem Missverständnis beruhen.
Hinzu kommt ein zweites Problem: Aussagen sind oft mehrdeutig. «Das Wasser kocht bei 100 Grad» stimmt bei Normaldruck, aber nicht in den Bergen. Wenn eine Aussage in der Prüfung nur mit Zusatzannahmen als richtig oder falsch gelten kann, ist die Aufgabe unfair. Auch Wörter wie «immer», «nie» oder «alle» sind Fallen, die eher Testtaktik als Wissen prüfen.
Eine bewährte Lösung ist die Begründung: Die Lernenden entscheiden nicht nur, ob eine Aussage stimmt, sondern erklären in einem Satz, warum. Oder sie korrigieren falsche Aussagen. So wird das Raten sichtbar, und Verständnis zeigt sich. KI kann Aussagen und Lösungsschlüssel entwerfen. Fachliche Genauigkeit und Eindeutigkeit müssen Sie prüfen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Lernziel festlegen. Was sollen die Lernenden unterscheiden können? Beispiel: «Die Lernenden erkennen, ob Aussagen zum Wasserkreislauf zutreffen, und begründen es.»
- Aussagen entwerfen lassen. Verlangen Sie von der KI 12 Aussagen, etwa zur Hälfte richtig, zur Hälfte falsch. Falsche Aussagen sollen auf typischen Missverständnissen beruhen, nicht auf Spitzfindigkeiten.
- Eindeutigkeit prüfen. Streichen Sie Aussagen, die vom Kontext abhängen, Verneinungen enthalten («nicht unwahr») oder absolute Wörter («immer», «nie»), die nur zur Falle dienen.
- Begründung verlangen. Wählen Sie ein Format: kurze Begründung in einem Satz, Korrektur falscher Aussagen oder Auswahl der passenden Begründung aus drei Möglichkeiten.
- Lösungsschlüssel erstellen. Halten Sie pro Aussage fest: richtig/falsch, gültige Begründung, typische Fehlbegründungen. Prüfen Sie jeden Eintrag selbst.
- Punkte festlegen. Zum Beispiel ein Punkt für die richtige Entscheidung und ein Punkt für die Begründung. Entscheiden Sie, ob die Begründung auch bei falscher Entscheidung teilweise zählt.
- Erproben und auswerten. Nach dem Test zeigen sich Aussagen, die viele falsch beantwortet haben. Prüfen Sie, ob sie unklar waren.
| Aussage | Entscheidung | Begründung (Beispiel) |
|---|---|---|
| Wasser verdunstet nur bei Hitze. | falsch | Verdunstung findet auch bei tieferen Temperaturen statt, nur langsamer. |
| Wolken bestehen aus kleinen Wassertröpfchen oder Eiskristallen. | richtig | Beim Aufsteigen kühlt Luft ab, Wasserdampf kondensiert. |
| Es regnet, weil Wolken zu schwer werden. | falsch | Tropfen fallen, wenn sie gross genug sind, um die Aufwinde zu überwinden. |
Vorlage zum Kopieren
Ich erstelle einen kurzen Test für [Fach, Stufe] zum Thema [Thema]. Lernziel: [Lernziel].
Erstelle 12 Aussagen, ungefähr zur Hälfte richtig und zur Hälfte falsch. Die falschen Aussagen sollen auf typischen Missverständnissen beruhen. Vermeide Verneinungen, Wörter wie «immer», «nie», «alle» und Aussagen, die vom Kontext abhängen.
Gib für mich einen Lösungsschlüssel mit:
- richtig oder falsch
- einer gültigen Begründung in einem Satz
- dem typischen Missverständnis bei falschen Aussagen
- einem Hinweis «prüfen», wenn eine Aussage nicht in allen Fällen eindeutig ist
Erstelle zusätzlich für 4 Aussagen eine Variante, bei der die Lernenden aus drei Begründungen die passende auswählen. Verwende einfache Sprache und Schweizer Kontexte.Setzen Sie Fach, Stufe, Thema und Ziel ein. Prüfen Sie jede Aussage am Lehrmittel.
Worauf Sie achten müssen
- Fachliche Kontrolle. KI formuliert Aussagen, die plausibel klingen, aber falsch sind oder nur unter Bedingungen gelten. Prüfen Sie jede am Lehrmittel.
- Eindeutigkeit. Streichen Sie Aussagen, über die sich Fachleute streiten könnten, oder präzisieren Sie sie. Weitere Hinweise finden Sie bei Mehrdeutigkeit in Multiple-Choice-Aufgaben.
- Ratevorteil nicht überschätzen. Auch mit Begründung können Lernende Floskeln schreiben. Legen Sie klare Bewertungskriterien fest.
- Sprache. Lernende mit wenig Deutschkenntnissen verwechseln Verneinungen. Verwenden Sie einfache Sätze.
- Vertraulichkeit. Prüfungsaufgaben vor der Prüfung nicht in öffentliche KI-Dienste eingeben, wenn Ihre Schule das nicht erlaubt. Orientierung bietet das Educa-Dossier.
- Nicht jedes Lernziel eignet sich. Für Verfahren, Argumentieren oder Anwenden braucht es andere Aufgaben. Siehe Prüfungsmatrix zu den Lernzielen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel aus einer 5. Klasse in Zofingen: Frau Keller prüft das Thema Wasserkreislauf mit einem kurzen Test.
Vorher: Zehn Aussagen zum Ankreuzen. Ein Schüler erreicht acht Punkte, kann aber im anschliessenden Gespräch kaum erklären, was Verdunstung ist.
Nachher: Mit der KI erstellt sie zwölf Aussagen, die sie auf zehn kürzt, weil zwei mehrdeutig waren. Bei jeder Aussage schreiben die Kinder einen Satz zur Begründung. Der Schüler schreibt bei der Aussage zum Regen «weil es so im Buch steht» und erhält dafür keinen Punkt. Frau Keller sieht, wo das Verständnis fehlt, und plant eine kurze Wiederholung. Die Begründungen sind aufwendiger zu korrigieren, liefern aber deutlich mehr Information.
So hilft Ihnen Alpasana
Eindeutige Aussagen mit Begründung verlangen einen genauen Auftrag an die KI: Anforderung, Verbote, Ausgabeformat. Im Prompt-Engineering-Kurs von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Prompts zu überarbeiten und Ergebnisse zu prüfen. Der Kurs ist online, mit Zertifikat und ohne Programmierkenntnisse.
Häufige Fragen
Wie viele Aussagen braucht ein Test?
Eher mehr als weniger, damit Zufall weniger ins Gewicht fällt. Zehn bis fünfzehn Aussagen mit Begründung sind für eine kurze Lernkontrolle üblich. Die Anzahl hängt von Ihrem Ziel ab.
Soll ich Punkte für falsche Antworten abziehen?
Das ist umstritten und sollte in Ihrer Schule geregelt sein. Mit Begründung ist ein Abzug meist nicht nötig, weil das Raten ohnehin sichtbar wird.
Eignet sich das Format für alle Fächer?
Für Faktenwissen und Begriffsverständnis ja. Für Verfahren und Argumentieren braucht es andere Formate. Kurzantworten finden Sie unter Kurzantworten und Synonyme.
Kann ich KI auch die Begründungen bewerten lassen?
Nur als Vorschlag, den Sie prüfen. KI bewertet Begründungen nicht immer zuverlässig. Bewertung und Note verantworten Sie.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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