Prüfen & Bewerten · Prompt Engineering
KI-Nutzungsprotokoll für Prüfungsprojekte: Vorlage
Kurz gesagt
Dokumentieren Sie KI-Unterstützung zeitnah mit Arbeitsschritt, verwendeter Ausgabe, eigener Prüfung und Entscheidung. Vereinbaren Sie vorher den nötigen Umfang; das Protokoll macht Beiträge nachvollziehbar, beweist aber allein keine vollständige Eigenleistung.
Kurz gesagt: Dokumentieren Sie KI-Unterstützung zeitnah mit Arbeitsschritt, verwendeter Ausgabe, eigener Prüfung und Entscheidung. Vereinbaren Sie vorher den nötigen Umfang; das Protokoll macht Beiträge nachvollziehbar, beweist aber allein keine vollständige Eigenleistung.
Das Problem
Am Ende eines Prüfungsprojekts weiss eine lernende Person noch, dass KI geholfen hat, aber nicht mehr genau wann. Frau Keller erhält pauschale Angaben wie «für Ideen genutzt». Damit bleibt unklar, welche Ausgabe übernommen und welche Entscheidung selbst geprüft wurde.
Ein KI-Nutzungsprotokoll hält Unterstützung während der Arbeit fest. Es ist eine kurze Dokumentation relevanter Arbeitsschritte, kein vollständiges Tagebuch. Sein Nutzen entsteht durch die Verbindung zwischen KI-Beitrag, eigener Prüfung und der daraus folgenden Entscheidung.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Vorgaben klären. Öffnen Sie Projektauftrag und Hilfsmittelregel. Halten Sie fest, welche KI-Nutzung erlaubt ist, was angegeben werden muss und an wen Fragen gehen; das Protokoll soll die geltenden Vorgaben konkret umsetzbar machen.
- Vorlage begrenzen. Erstellen Sie eine einfache Tabelle mit Datum, Arbeitsschritt, Werkzeug, relevanter Ausgabe, Prüfung und Entscheidung. Verzichten Sie auf unnötige persönliche Angaben sowie auf die Forderung, sämtliche privaten Gespräche offenzulegen.
- Beispiel vormachen. Lassen Sie die KI für Sie als Lehrperson einen erfundenen Eintrag formulieren. Zeigen Sie den Unterschied zwischen «Text verbessert» und einer konkreten Beschreibung, welche Aussage geprüft und weshalb eine Änderung übernommen wurde.
- Zeitnah dokumentieren. Planen Sie im Projektablauf kurze Haltepunkte nach wesentlichen KI-gestützten Schritten. Ein knapper unmittelbarer Eintrag ist meist aussagekräftiger als eine ausführliche Rekonstruktion kurz vor der Abgabe.
- Belege zuordnen. Vereinbaren Sie Verweise auf freigegebene Dateien oder relevante Ausschnitte. Lernende sollen erkennen lassen, worauf sich die Prüfung bezieht, ohne komplette Kontoverläufe oder vertrauliche Inhalte in die Projektdokumentation zu übernehmen.
- Zwischenstand besprechen. Prüfen Sie gemeinsam, ob Eigenanteil und offene Fragen verständlich werden. Nutzen Sie Lücken zunächst als Anlass zur Klärung und Unterstützung, ohne aus jeder fehlenden Notiz bereits eine Täuschung abzuleiten.
- Abgabe kontrollieren. Lassen Sie die Einträge mit dem Endprodukt und den geltenden Regeln abgleichen. Die verantwortliche Lehrperson entscheidet, welche ergänzenden Nachweise nötig sind, und beurteilt die fachliche Leistung anhand angekündigter Kriterien.
Welche Felder braucht ein Eintrag?
| Feld | Auszufüllender Inhalt |
|---|---|
| Arbeitsschritt | Welche Teilaufgabe wurde bearbeitet? |
| KI-Unterstützung | Wofür wurde welches Werkzeug verwendet? |
| Relevante Ausgabe | Was wurde vorgeschlagen oder übernommen? |
| Eigene Prüfung | Womit wurde Richtigkeit oder Eignung kontrolliert? |
| Entscheidung | Übernommen, verändert oder verworfen – weshalb? |
| Eigenanteil | Welche fachliche Handlung blieb bei der Person? |
Das ist eine anpassbare Vorlage, keine allgemeingültige Prüfungsordnung. Für jüngere Lernende können kurze Sätze oder ein begleitetes Gespräch genügen. Anspruchsvollere Projekte können zusätzliche Belegverweise brauchen; die Anforderungen müssen vorher verständlich sein.
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist eine Arbeitsanweisung an die KI. Verwenden Sie diese Vorlage zunächst mit einem erfundenen Beispiel und prüfen Sie, ob die Ausgabe zum fachlichen Ziel passt.
Ich bin Lehrperson und bereite ein KI-Nutzungsprotokoll vor.
Projekt und Stufe: [Angaben]
Verbindliche KI-Regeln: [Regeln]
Erstelle eine ausfüllbare Tabelle mit [gewünschten Feldern].
Ergänze einen klar als erfunden bezeichneten Mustereintrag.
Zeige darin übernommene Ausgabe, fachliche Prüfung, Entscheidung und Eigenanteil.
Nutze keine Schülerdaten oder echten Chatverläufe.
Markiere offene Fragen zur lokalen Prüfungsregel.
Behaupte nicht, dass ein ausgefülltes Protokoll Eigenleistung beweist.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Stufe, den konkreten Auftrag und die freigegebenen Vorgaben, ohne Angaben zu einzelnen Lernenden einzufügen.
Worauf Sie achten müssen
- Verlangen Sie keine unnötigen Kontodaten, Passwörter oder vollständigen privaten Chatverläufe. Für Aufbewahrung und Zugriff gelten die institutionellen Vorgaben. Bei rechtlichen Fragen zu Nachweisen oder Konsequenzen ist eine fachliche Prüfung im konkreten Fall nötig.
- Daten begrenzen: Geben Sie keine Personendaten von Lernenden in öffentliche KI-Dienste ein. Für das Erproben genügen selbst erstellte Beispiele; reale Beurteilungen verbleiben in den dafür vorgesehenen schulischen Abläufen.
- Rahmen beachten: Stimmen Sie den Einsatz auf Alter, Lernvoraussetzungen und verfügbare Unterstützung ab. Kantonale und institutionelle Vorgaben können sich unterscheiden; Ihr Vorgehen muss zu Ihrem konkreten Bildungsauftrag passen.
- Verantwortung behalten: Prüfen Sie KI-Vorschläge auf erfundene Belege und fachliche Fehler. Besprechen Sie unklare Fälle persönlich, statt eine automatische Ausgabe als abschliessendes Urteil zu behandeln.
Für die Projektbegleitung schafft eine früh geübte Vorlage Klarheit. Lassen Sie einen Eintrag gemeinsam prüfen, bevor er für eine benotete Arbeit verlangt wird; so wird Dokumentieren zu einer verständlichen fachlichen Handlung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel aus einer Schweizer Berufsfachschule: Für ein Projekt darf KI beim Strukturieren eines Berichts helfen. Ein anfänglicher Eintrag lautet lediglich «Gliederung mit KI».
Nach der Besprechung hält die lernende Person fest, welche Gliederung vorgeschlagen wurde, welcher Teil zum Auftrag nicht passte und weshalb sie Abschnitte selbst neu ordnete. Frau Keller kann nun gezielt nach dieser Entscheidung fragen. Das Protokoll ergänzt den fachlichen Nachweis, ohne ihn zu ersetzen.
Vertiefen können Sie dies mit Versionsverlauf bei KI-Verdacht: Welche Aussage ist möglich? und Präsentationen mit KI-Folien: Fachleistung fair bewerten.
So hilft Ihnen Alpasana
Alpasana bietet mit Prompt Engineering eine passende Lernmöglichkeit. Im Online-Kurs lernen Sie, Aufgabe, Kontext, Ziel und Ausgabeformat klar zu beschreiben, Beispiele einzusetzen und KI-Antworten systematisch zu prüfen. Sie erarbeiten ein getestetes Set von Arbeitsanweisungen für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess; Programmierkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.
Die geübte Festlegung von Ausgabeformaten hilft Ihnen, eine knappe Protokollvorlage mit klar getrennten Feldern für KI-Beitrag und eigene Prüfentscheidung zu entwickeln. Die fachliche Anpassung und Freigabe im schulischen Rahmen bleiben bei Ihnen und Ihrer Institution.
Häufige Fragen
Muss jeder kleine KI-Aufruf eingetragen werden?
Das bestimmen die vorher vereinbarten Regeln. Pädagogisch sinnvoll ist ein Umfang, der relevante Beiträge und Entscheidungen sichtbar macht. Zu viele belanglose Einträge können wichtige fachliche Schritte eher verdecken als klären.
Was tun, wenn ein Eintrag vergessen wurde?
Kennzeichnen Sie eine spätere Rekonstruktion ehrlich als solche. Ergänzen Sie nur, was sich noch nachvollziehbar erinnern oder belegen lässt. Erfundene Zeitpunkte und angebliche Prüfungen machen das Protokoll weniger brauchbar.
Soll das Protokoll selbst bewertet werden?
Nur nach angekündigten Kriterien und passender Zielsetzung. Bewerten Sie etwa die Qualität begründeter Prüfentscheidungen, wenn diese Lernziel ist. Die blosse Länge oder Zahl der dokumentierten KI-Aufrufe sagt wenig über fachliche Kompetenz aus.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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