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Modell-Atlas · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Kostenlose KI-Modelle vergleichen: Was zählt ausser dem Preis?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bei kostenlosen KI-Diensten bezahlen Sie nicht mit Geld, aber oft mit Einschränkungen und manchmal mit Ihren Daten. Vergleichen Sie deshalb vor allem vier Punkte: was mit Ihren Eingaben geschieht, wie viele Anfragen erlaubt sind, welche Funktionen fehlen und wer der Anbieter ist. Erst danach lohnt sich der Blick auf die Qualität der Antworten.

Das Problem

Sie möchten KI im Alltag ausprobieren, aber nicht gleich ein Abo abschliessen. Gute Nachricht: Fast alle grossen Anbieter haben eine kostenlose Version. Schlechte Nachricht: Diese Gratisversionen unterscheiden sich stärker, als es auf den ersten Blick scheint.

Der eine Dienst bricht nach wenigen Fragen ab, der nächste darf Ihre Eingaben zum Trainieren verwenden, der dritte kann keine Dateien lesen. Und manchmal steckt hinter einer unbekannten Gratis-App ein Anbieter, über den Sie gar nichts wissen.

Wer nur auf «kostet nichts» schaut, vergleicht deshalb das Falsche.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

Gehen Sie für jeden Gratisdienst, den Sie in Betracht ziehen, diese Schritte durch. Rechnen Sie pro Dienst mit etwa 20 Minuten.

  1. Anbieter identifizieren. Scrollen Sie auf der Website ganz nach unten und suchen Sie das Impressum oder «About». Wer steht dahinter, in welchem Land? Seien Sie vorsichtig bei Apps, die bekannte Namen nur nachahmen.
  2. Datenschutzerklärung überfliegen. Suchen Sie darin mit Ctrl + F nach den Wörtern «Training», «train» oder «improve». So finden Sie schnell, ob Ihre Eingaben zur Verbesserung der Modelle verwendet werden.
  3. Einstellungen prüfen. Viele Dienste haben einen Schalter, mit dem Sie die Nutzung Ihrer Chats fürs Training ausschalten können. Bei ChatGPT zeigt das Training in ChatGPT ausschalten. Notieren Sie, ob es diesen Schalter gibt.
  4. Limits testen. Stellen Sie an einem normalen Arbeitstag zehn bis fünfzehn Fragen. Kommt eine Meldung wie «Limit erreicht» oder wechselt der Dienst auf ein schwächeres Modell? Was das bedeutet, erklärt Nachrichtenlimit erreicht.
  5. Wichtige Funktionen prüfen. Können Sie eine PDF-Datei hochladen? Sucht der Dienst im Internet? Gibt es eine App fürs Handy? Prüfen Sie nur, was Sie wirklich brauchen.
  6. Qualität mit einer echten Aufgabe testen. Geben Sie allen Kandidaten denselben Auftrag, zum Beispiel die Vorlage weiter unten.
  7. In der Checkliste eintragen. Füllen Sie die Tabelle unten aus. Am Ende sehen Sie auf einen Blick, welcher Dienst für Sie in Frage kommt.

Checkliste für kostenlose KI-Dienste

KriteriumFrageDienst ADienst BDienst C
AnbieterBekannt, mit Impressum und Datenschutzerklärung?
AnmeldungOhne Konto, mit E-Mail oder nur mit Telefonnummer?
TrainingWerden Eingaben fürs Training genutzt? Abschaltbar?
LimitsWie viele Anfragen pro Tag ohne Abbruch?
DateienPDF, Word, Excel hochladbar?
WebsucheAktuelle Informationen mit Quellen?
SpracheGutes Deutsch, Schweizer Schreibweise?
QualitätWie viel mussten Sie nachbessern?

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Auftrag testen Sie die Qualität. Er enthält bewusst einige Stolpersteine, an denen Sie Unterschiede erkennen.

Schreibe eine kurze, freundliche Antwort an eine Kundin, die nach den
Öffnungszeiten über [Feiertag, z. B. Auffahrt] fragt.
Unsere Angaben: [Ihre echten Öffnungszeiten oder ein erfundenes Beispiel].
Regeln:
- Anrede «Sie», Schweizer Schreibweise mit «ss» statt «ß»
- höchstens 5 Sätze
- Preise immer in CHF
- erfinde keine weiteren Angaben
Danach: Erkläre in einem Satz, welche Angabe dir gefehlt hat.

Achten Sie darauf, ob der Dienst «ss» verwendet, nichts dazuerfindet und die letzte Frage ehrlich beantwortet. Passen Sie Feiertag und Angaben an Ihren Betrieb an.

Worauf Sie achten müssen

  • Datenschutz zuerst. Nach dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) tragen Sie Verantwortung, wenn Sie Personendaten anderer an einen Dienst weitergeben. Bei Gratisdiensten gilt deshalb: keine Kundendaten, keine Personalangaben.
  • Gratis kann sich ändern. Anbieter passen Limits und Funktionen häufig an. Was heute kostenlos ist, kann morgen nur noch im Abo verfügbar sein.
  • Werbung und Lockangebote. Manche Dienste nutzen die Gratisversion vor allem, um Sie zu einem Abo zu bewegen. Wie Sie Probeabos richtig prüfen, beschreibt Gratis-Testabo prüfen.
  • Schwächeres Modell. Gratisversionen nutzen teils kleinere oder ältere Modelle, besonders wenn das Tageslimit erreicht ist. Die Antwortqualität kann dadurch schwanken.
  • Nachahmer-Apps. Im App-Store gibt es Apps mit ähnlichen Namen wie bekannte Dienste. Laden Sie nur die offizielle App des Anbieters.
  • Fehler bleiben Fehler. Auch kostenpflichtige KIs erfinden gelegentlich Fakten. Prüfen Sie wichtige Angaben unabhängig vom Preis.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine selbstständige Coiffeuse in Biel möchte KI für Instagram-Texte und Kundenmails nutzen, aber kein Abo zahlen.

Vorher: Sie lud eine Gratis-App mit KI im Namen herunter, die nach drei Nachrichten ein Wochenabo verlangte. Wer dahinterstand, war unklar.

Nachher: Sie löscht die App und vergleicht drei bekannte Dienste mit der Checkliste. Einer verlangt nur eine E-Mail-Adresse, hat einen Schalter gegen Training und schafft ihre täglichen fünf bis zehn Anfragen ohne Abbruch. Sie schaltet das Training aus, schreibt Kundennamen nie in den Chat und speichert ihre besten Aufträge in einer Notiz-App.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer KI kostenlos nutzt, sollte umso besser wissen, wie man sie sicher und gezielt einsetzt. Die Kurse unter KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben bei absofort sind auf konkrete Tätigkeiten wie Bürokommunikation, Kundenservice oder Excel zugeschnitten und behandeln auch Phishing, Deepfakes und betriebliche KI-Richtlinien.

Sie üben an Praxisaufgaben den verantwortungsvollen Umgang mit KI und schliessen mit einem verifizierbaren Nachweis ab.

Häufige Fragen

Ist eine KI ohne Anmeldung datenschutzfreundlicher?

Nicht automatisch. Auch ohne Konto werden Ihre Eingaben an den Anbieter übertragen und können gespeichert werden. Mit Konto haben Sie dafür oft mehr Einstellungsmöglichkeiten, etwa zum Löschen des Verlaufs oder zum Abschalten des Trainings.

Warum wird die Antwort plötzlich schlechter?

Viele Gratisdienste wechseln nach einer bestimmten Anzahl Anfragen auf ein kleineres Modell oder drosseln Funktionen. Meist weist ein Hinweis darauf hin. Warten Sie bis zum nächsten Tag oder wechseln Sie für wichtige Aufgaben den Dienst.

Darf ich kostenlose KI auch für meine Firma nutzen?

Das hängt von den Nutzungsbedingungen des Anbieters ab, die eine geschäftliche Nutzung meist erlauben. Wichtiger ist, welche Daten Sie eingeben. Klären Sie im Betrieb, was erlaubt ist, und halten Sie es schriftlich fest.

Wie viele Gratisdienste sollte ich parallel nutzen?

Für den Alltag genügen meist einer oder zwei. Mehr Dienste bedeuten mehr Konten, mehr Einstellungen und mehr Orte, an denen Ihre Daten liegen. Wählen Sie bewusst und löschen Sie Konten, die Sie nicht mehr brauchen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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