Modell-Atlas · KI-Beratung und digitale Transformation
Europäische KI auswählen: Fragen für das Anbietergespräch
Kurz gesagt
Stellen Sie einem europäischen KI-Anbieter schriftliche Fragen zu Datenverarbeitung, Speicherort, Training mit Ihren Eingaben, Dienstleistern, Verträgen, Kosten und Ausstieg. Europäische Herkunft ersetzt diese Prüfung nicht. Mit der Fragenliste unten führen Sie ein strukturiertes Gespräch und können Anbieter fair vergleichen.
Das Problem
Ihr Betrieb möchte eine KI aus Europa einsetzen, vielleicht weil Sie Wert auf Datenschutz legen oder nicht von amerikanischen Anbietern abhängig sein wollen. Nun gibt es ein Gespräch mit einem Anbieter. Er zeigt eine eindrückliche Präsentation, und Sie merken, dass Sie nicht recht wissen, was Sie fragen sollen.
Das ist eine typische Lage: Wer die Fachbegriffe nicht kennt, nickt oft zu schnell und merkt erst später, dass wichtige Punkte offen blieben, etwa wo Daten liegen, ob Eingaben zum Training verwendet werden oder wie man wieder aussteigt.
Mit einer vorbereiteten Fragenliste behalten Sie die Führung. Sie bekommen vergleichbare Antworten und können mehrere Anbieter nebeneinanderlegen, ohne sich von der Präsentation blenden zu lassen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Vorhaben beschreiben: Halten Sie in einem Absatz fest, wofür Sie die KI nutzen möchten, wer sie nutzt und welche Daten verarbeitet werden (nur Arten, nicht echte Daten).
- Anforderungen priorisieren: Notieren Sie, was Ihnen am wichtigsten ist: Datenschutz, Kosten, Qualität auf Deutsch, Einfachheit, Anbindung an vorhandene Programme.
- Fragenliste erstellen lassen: Nutzen Sie die Vorlage unten, damit die KI Ihnen eine auf Ihr Vorhaben zugeschnittene Liste erstellt. Ergänzen Sie eigene Fragen.
- Fragen vorab senden: Schicken Sie die Liste dem Anbieter schon vor dem Gespräch. Das zeigt Ernsthaftigkeit und spart Zeit.
- Im Gespräch notieren: Halten Sie Antworten wörtlich fest und markieren Sie Ausweichendes. Bitten Sie um schriftliche Bestätigung wichtiger Zusagen.
- Unterlagen anfordern: Verlangen Sie Vertrag, Datenschutzerklärung, Liste der Dienstleister und Angaben zu Sicherheitsmassnahmen.
- Antworten bewerten: Tragen Sie die Antworten in eine Tabelle ein und bewerten Sie sie mit «klar», «teilweise» oder «offen». Vergleichen Sie mehrere Anbieter in derselben Tabelle.
- Fachperson beiziehen: Bei Personendaten, Berufsgeheimnissen oder grösseren Verträgen lassen Sie Vertrag und Datenschutz von einer Fachperson prüfen.
Die wichtigsten Fragen nach Themen
| Thema | Frage |
|---|---|
| Daten | Wo werden Eingaben verarbeitet, gespeichert und gesichert? |
| Training | Werden unsere Eingaben für das Training von Modellen verwendet? Lässt sich das ausschliessen? |
| Zugriff | Wer beim Anbieter und bei Dienstleistern kann Daten einsehen, und von wo aus? |
| Dienstleister | Welche Unterauftragnehmer sind beteiligt, in welchen Ländern? |
| Vertrag | Welche Verträge gelten (Hauptvertrag, Datenschutzvereinbarung)? Wer haftet wofür? |
| Sicherheit | Welche Sicherheitsmassnahmen und Nachweise gibt es? Wie werden Vorfälle gemeldet? |
| Qualität | Wie gut ist die Leistung auf Deutsch und bei Schweizer Fachbegriffen? Können wir testen? |
| Kosten | Was kostet es insgesamt, auch mit Zusatzleistungen und Limits? |
| Ausstieg | Wie exportieren wir unsere Daten, wie lange sind wir gebunden, wie wird gelöscht? |
| Regeln | Wie unterstützt der Anbieter uns bei Pflichten, etwa nach EU AI Act, soweit sie uns betreffen? |
Wie Sie Auftragsverträge prüfen, lesen Sie unter Auftragsverarbeitungsvertrag für KI: Was muss ich prüfen?. Eine Entscheidungshilfe für die Geschäftsleitung bietet Welche KI kaufen? Entscheidungsvorlage für die Geschäftsleitung.
Vorlage zum Kopieren
Wir sind ein [Branche]-Betrieb mit [Anzahl] Mitarbeitenden in der Schweiz und prüfen einen
europäischen KI-Anbieter für [Vorhaben, z. B. Zusammenfassungen und Wissenssuche in internen Unterlagen].
Verarbeitete Datenarten: [z. B. Kundenkorrespondenz, Verträge; keine echten Beispiele].
Erstelle eine Fragenliste mit 20 Fragen, gegliedert nach: Daten und Standort, Training mit Eingaben,
Zugriffe und Dienstleister, Verträge und Haftung, Sicherheit, Qualität auf Deutsch, Kosten, Ausstieg.
Formuliere sie so, dass der Anbieter schriftlich antworten kann. Füge zu jeder Frage eine Zeile
«Antwort des Anbieters» und «Bewertung (klar/teilweise/offen)» hinzu.
Gib keine rechtlichen Einschätzungen ab; schreibe «Fachperson klären», wenn eine Rechtsfrage berührt ist.Ersetzen Sie die Angaben in den Klammern. Streichen Sie Fragen, die für Ihr Vorhaben keine Rolle spielen.
Worauf Sie achten müssen
- Datenschutz: Auch ein Anbieter im EU-Raum ersetzt nicht Ihre eigene Prüfung. Das Schweizer Datenschutzgesetz verlangt von Ihnen als Verantwortlichem einen sorgfältigen Umgang mit Personendaten. Verträge und Beurteilungen im Einzelfall gehören zu einer Fachperson.
- Zusagen schriftlich: Mündliche Aussagen im Verkaufsgespräch binden niemanden. Wichtiges muss im Vertrag stehen.
- Werbeworte: «DSGVO-konform», «souverän» oder «sicher» sind keine Nachweise. Fragen Sie, wie das belegt wird.
- Vergleichbarkeit: Stellen Sie allen Anbietern dieselben Fragen und bewerten Sie nach denselben Kriterien.
- EU AI Act: Je nach Einsatz können Pflichten entstehen. Fragen Sie den Anbieter, wie er seine Rolle sieht, und lassen Sie Ihre eigene Rolle fachlich prüfen.
- Test statt Prospekt: Verlangen Sie einen Test mit Ihren Aufgaben und erfundenen Daten, bevor Sie sich binden.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Treuhandbüro in Luzern vergleicht zwei europäische Anbieter. Vorher fragt die Geschäftsleiterin im Gespräch nur nach dem Preis und dem Funktionsumfang.
Nachher schickt sie vorab eine Fragenliste mit zwanzig Punkten. Anbieter A antwortet schriftlich und vollständig, Anbieter B bleibt bei Dienstleistern und Training vage. Das Büro bewertet beide in einer Tabelle, führt mit A einen Test mit erfundenen Mandatsunterlagen durch und lässt den Vertrag von einer Fachperson prüfen, bevor es unterschreibt.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie ein Anbietergespräch vorbereiten oder Angebote vergleichen möchten, unterstützt Sie die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana. Beschrieben sind das Aufnehmen von Prozessen, die Analyse von KI-Potenzialen, die Priorisierung von Vorhaben und ein Umsetzungsplan. Projekte werden individuell offeriert. Rechtliche Prüfungen von Verträgen gehören nicht dazu.
Häufige Fragen
Soll ich die Fragen vorab schicken?
Ja, meist ist das sinnvoll. Der Anbieter kann sich vorbereiten, und Sie erhalten besser überlegte, schriftliche Antworten.
Was, wenn der Anbieter Antworten ablehnt?
Dann halten Sie das fest. Fehlende Offenheit bei Daten und Verträgen ist ein Warnzeichen, besonders bei Personendaten.
Muss ich alle zwanzig Fragen stellen?
Nein. Wählen Sie jene, die für Ihr Vorhaben wichtig sind. Bei harmlosen Anwendungen ohne Personendaten genügen weniger.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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