Lernen & Motivation · Prompt Engineering
Zu leicht oder zu schwer? KI-Übungen passend nachjustieren
Kurz gesagt
Verändern Sie bei einer KI-Übung zunächst nur eine Anforderung: Sprache, Vorwissen, Denkschritte oder Hilfe. Prüfen Sie anschliessend an einem eigenen Lösungsversuch, ob die Anpassung das Lernen erleichtert.
Kurz gesagt: Verändern Sie bei einer KI-Übung zunächst nur eine Anforderung: Sprache, Vorwissen, Denkschritte oder Hilfe. Prüfen Sie anschliessend an einem eigenen Lösungsversuch, ob die Anpassung das Lernen erleichtert.
Das Problem
Frau Keller erhält von der KI Arbeitsblätter, die auf den ersten Blick zur Klasse passen. Beim Bearbeiten sind einige Lernende sofort fertig, andere finden keinen Einstieg. Die Aufforderung «Mach es leichter» führt oft nur zu kürzeren Sätzen, obwohl eigentlich ein unbekannter Rechenweg das Hindernis ist.
Schwierigkeit hat verschiedene Ursachen. Eine Aufgabe kann sprachlich anspruchsvoll sein, viele Informationen gleichzeitig verlangen oder fachlich etwas voraussetzen, das noch nicht gelernt wurde. Wer diese Ursachen vermischt, senkt womöglich das Lernziel, obwohl eine kleine Lesehilfe genügt hätte.
Ein Lernziel beschreibt, was jemand nach dem Üben selbst können soll. Halten Sie dieses Ziel fest und verändern Sie die Unterstützung darum herum. So bleibt etwa das Begründen eines Lösungswegs erhalten, auch wenn die Aufgabenstellung einfacher formuliert wird.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Öffnen Sie Aufgabe und Lehrmittel nebeneinander. Schreiben Sie das Lernziel in einen Satz: «Die Lernenden können erklären, weshalb diese Rechenoperation passt.» Markieren Sie, welche Begriffe und Verfahren bereits eingeführt wurden. Die KI erhält diese sachliche Vorgabe, keine Angaben über einzelne Kinder.
- Beobachten Sie einen eigenen Versuch. Lassen Sie die Aufgabe zunächst ohne zusätzliche Hilfe bearbeiten. Fragen Sie danach: «Welche Stelle war unklar?» Unterscheiden Sie fehlendes Wortverständnis, fehlendes Vorwissen und Schwierigkeiten beim Vorgehen. Ein leeres Blatt allein sagt noch nicht, welche Ursache vorliegt.
- Wählen Sie genau eine Stellschraube. Geben Sie im freigegebenen KI-Werkzeug an, ob die Sprache vereinfacht, ein Zwischenschritt sichtbar gemacht oder die Zahl gleichzeitig zu beachtender Bedingungen verringert werden soll. Formulieren Sie ausdrücklich, welcher fachliche Anspruch bestehen bleibt.
- Lassen Sie vergleichbare Varianten entwerfen. Verlangen Sie eine unterstützte Ausgangsaufgabe und eine anspruchsvollere Weiterführung. Mehr Schwierigkeit soll durch Begründen, Vergleichen oder Übertragen entstehen, nicht einfach durch mehr Rechnungen oder längere Texte. Fordern Sie eine kurze Erklärung jeder Änderung für Ihre eigene Prüfung.
- Lösen Sie beide Fassungen selbst. Kontrollieren Sie Rechenwege, eindeutige Angaben und den Bezug zum Lernziel. Prüfen Sie auch, ob die leichtere Fassung die Antwort bereits verrät. Bei Unklarheiten überarbeiten Sie zuerst den Auftrag; zusätzliche KI-Ausgaben helfen sonst wenig.
- Erproben Sie die passende Fassung. Lassen Sie Lernende ihre Wahl begründen und einen Lösungsweg zeigen. Bieten Sie Hilfen diskret an, ohne feste Gruppen als «schwach» oder «stark» zu bezeichnen. Eine passende Aufgabe verlangt eigenes Denken und lässt einen erreichbaren Einstieg erkennen.
- Entscheiden Sie anhand des Ergebnisses. Notieren Sie lokal, welche Änderung geholfen hat. Wiederholen Sie bei Bedarf die Anpassung mit einer anderen Stellschraube. Schliessen Sie mit einer ähnlichen Aufgabe ohne die zusätzliche Hilfe ab, damit sichtbarer Erfolg nicht nur an der Unterstützung hängt.
Vorlage zum Kopieren
Ich bin Lehrperson und plane eine Übung zu [Thema].
Lernziel: [beobachtbares Können].
Bekannte Begriffe und Verfahren: [Liste].
Eigene, frei verwendbare Ausgangsaufgabe: [Aufgabe].
Erstelle zwei Varianten. Verändere nur [Sprache/Hilfeschritt/
Anzahl Bedingungen]. Erhalte unbedingt [fachlicher Anspruch].
Die unterstützte Variante darf den Lösungsweg nicht vorwegnehmen.
Die Vertiefung soll zum Begründen oder Vergleichen anregen.
Gib je Variante Aufgabe, Änderung und erwartete Denkleistung aus.
Trenne Lösungshinweise für mich von der Ausgabe für Lernende.
Kennzeichne Annahmen und unklare Voraussetzungen.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihr Lernziel und eine selbst formulierte Aufgabe, bevor Sie die Varianten erstellen lassen.
Welche Veränderung passt zum beobachteten Hindernis?
| Beobachtung | Mögliche Anpassung | Was erhalten bleibt |
|---|---|---|
| Ein Begriff blockiert den Einstieg | Kurze Begriffshilfe danebenstellen | Fachlicher Lösungsweg |
| Der Anfang gelingt, die Reihenfolge nicht | Leere Felder für Zwischenschritte | Eigene Entscheidungen |
| Routine gelingt sicher | Begründung oder Gegenbeispiel verlangen | Gemeinsames Thema |
| Die Aufgabe enthält zu viele Angaben | Unwesentliche Angaben entfernen | Zu übender Zusammenhang |
Diese Zuordnung ist ein Ausgangspunkt für Ihre Unterrichtsentscheidung, keine automatische Diagnose. Fragen Sie die Lernenden, ob die Veränderung tatsächlich hilft. Eine vermeintlich leichte Darstellung kann durch ungewohnte Symbole neue Schwierigkeiten erzeugen.
Worauf Sie achten müssen
- Fehler erkennen: KI kann Aufgaben erzeugen, deren Angaben widersprüchlich sind. Prüfen Sie jede Variante selbst und behalten Sie das im Unterricht vereinbarte Verfahren bei.
- Belastung ernst nehmen: Bei deutlichem Frust braucht es möglicherweise eine Pause oder ein Gespräch. Weitere automatisch erzeugte Aufgaben lösen nicht jedes Lernhindernis.
- Daten schützen: Verwenden Sie erfundene Beispiele und allgemeine Lernziele. Geben Sie keine Namen, Schülertexte mit persönlichen Angaben, Noten, Diagnosen oder Gesprächsprotokolle in öffentliche KI-Dienste ein. Auch scheinbar namenlose Einzelfallbeschreibungen können erkennbar bleiben.
- Verantwortung klären: Nutzen Sie schulisch freigegebene Werkzeuge. Kantone und Schulen können unterschiedliche Vorgaben haben; lassen Sie rechtliche Fragen im Einzelfall fachlich prüfen. Orientierung bietet Educa zum Datenschutz bei KI.
- Teilnahme ermöglichen: Stellen Sie geprüfte Aufgaben auch auf Papier bereit. Ein eigenes Gerät, ein privates Konto oder Unterstützung zu Hause dürfen keine Voraussetzung für die Teilnahme sein. Bei jüngeren Kindern bedient die erwachsene Begleitperson die KI.
- Beziehung erhalten: Besprechen Sie Unsicherheiten persönlich. Die KI kennt weder die Tagesform noch den gesamten Lernweg und soll keine eigenständigen Urteile über Lernende fällen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Keller übt in einer Schweizer Sekundarklasse das Vergleichen von Angeboten. Eine Aufgabe enthält viele nebensächliche Informationen; einige Jugendliche beginnen gar nicht mit dem Rechnen. Vorher hatte sie zusätzliche ähnliche Aufgaben verteilt, wodurch die Schwierigkeit unverändert blieb.
Sie lässt nun nur die nebensächlichen Angaben entfernen und behält die erforderliche Begründung bei. Die Lernenden markieren zuerst die entscheidenden Angaben und erklären anschliessend ihren Vergleich. Für Lernende, die das bereits sicher können, ergänzt sie eine veränderte Bedingung, unter der ein anderes Angebot günstiger wäre.
Nachher beurteilt Frau Keller nicht die Anzahl erledigter Blätter, sondern die nachvollziehbaren Entscheidungen. Wer mit vereinfachter Darstellung erfolgreich war, probiert später wieder eine ausführlichere Ausgangslage. So wird Unterstützung überprüfbar und kann schrittweise zurückgenommen werden.
Weiterführend helfen Ihnen diese Anleitungen: KI-Tutor mit Hinweisleiter: Erst ein Tipp, dann mehr Hilfe, Nach dem KI-Dialog: Verständnis ohne Hilfe überprüfen, Lernjournal mit KI: Fragen zu Planung, Lernen und Rückblick.
So hilft Ihnen Alpasana
Im Online-Kurs Prompt Engineering lernen Sie, Aufgabe, Kontext, Ziel und Ausgabeformat einer KI-Anweisung festzulegen. Sie üben, umfangreiche Aufgaben aufzuteilen, Ergebnisse zu prüfen und Anweisungen zu verbessern. Programmierkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.
Für diese Aufgabe ist besonders hilfreich, eine gewünschte Veränderung präzise zu beschreiben und das Ausgabeformat festzulegen. Die pädagogische Einschätzung des Anforderungsniveaus bleibt bei Ihnen; der Kurs vermittelt den Umgang mit den KI-Anweisungen.
Häufige Fragen
Soll ich für jede Person ein eigenes Arbeitsblatt erstellen?
Nicht zwingend. Häufig reichen eine gemeinsame Aufgabe und wählbare Hilfen. Zu viele Varianten erschweren die Besprechung und machen gemeinsame Lernziele weniger sichtbar.
Wie unterscheide ich Langeweile von Unsicherheit?
Bitten Sie um eine Erklärung oder eine Anwendung in einer leicht veränderten Situation. Wer schnell antwortet, kann dennoch unsicher sein; wer lange braucht, kann gründlich denken. Nutzen Sie Gespräch und Arbeitsprodukt zusammen.
Müssen alle Lernenden dieselbe Unterstützung erhalten?
Die Hilfe darf unterschiedlich sein, solange das gemeinsame Ziel und die Bedingungen transparent bleiben. Bei benoteten Leistungen gelten die vereinbarten schulischen Regeln. Klären Sie Anpassungen vorgängig, statt sie aus KI-Vorschlägen abzuleiten.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
Weiterlesen in der Galaxie
- KI-Tutor mit Hinweisleiter: Erst ein Tipp, dann mehr HilfeKI Tutor Hinweise Prompt: Planen Sie eine Tippfolge, die Lernende schrittweise unterstützt, eigene Lösungsversuche schützt und Hilfe gezielt begrenzt.
- Nach dem KI-Dialog: Verständnis ohne Hilfe überprüfenKI Tutor Lernerfolg prüfen: Planen Sie eine kurze Aufgabe ohne Hilfe, machen Sie eigenes Verständnis sichtbar und leiten Sie den nächsten Lernschritt ab.
- Lernjournal mit KI: Fragen zu Planung, Lernen und RückblickLernjournal KI Vorlage: Nutzen Sie Fragen zu Planung, Vorgehen und Rückblick, damit Lernende ihre Strategien prüfen und nächste Schritte selbst wählen.