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Lernen & Motivation · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Lernfortschritt mit KI-Aufgaben vor und nach dem Üben prüfen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Um Lernfortschritt zu prüfen, stellen Sie vor und nach dem Üben vergleichbare Aufgaben, die dasselbe Können verlangen und gleich schwierig sind. KI kann Parallelaufgaben entwerfen, doch Sie prüfen Gleichwertigkeit und Lösungen. Ein Unterschied zeigt Lernzuwachs, aber nicht allein die Ursache, etwa das Üben mit KI.

Das Problem

Frau Keller lässt ihre 7. Klasse drei Wochen lang das Textverständnis mit einer KI üben. Die Lernenden sagen, sie hätten viel gelernt. Frau Keller möchte wissen, ob das stimmt und wer wie viel gelernt hat. Sie stellt nur fest, dass der Abschlusstest besser ausfiel als der letzte Test, doch die Tests waren verschieden schwer.

Um Lernfortschritt zu zeigen, braucht es einen Vergleich: ein Ausgangsstand vor dem Üben und ein Stand danach, gemessen mit ähnlichen Aufgaben. Ohne vergleichbare Aufgaben ist unklar, ob Lernende besser wurden oder die zweite Aufgabe leichter war. Das ist ein häufiger Fehler bei Auswertungen.

Hilfreich sind Parallelaufgaben: zwei Aufgabensätze, die dasselbe Können mit vergleichbarem Anspruch prüfen, aber unterschiedliche Inhalte haben. KI kann solche Aufgaben entwerfen. Ob sie wirklich gleichwertig sind, müssen Sie prüfen. Und: Ein Unterschied zeigt Lernzuwachs, erklärt aber nicht allein, wodurch er entstand. Der Stand ist Oktober 2026.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Legen Sie fest, was gemessen wird. Welches Können soll sich zeigen? «Texte zusammenfassen» ist genauer als «Textverständnis». Je klarer das Ziel, desto besser lassen sich Aufgaben vergleichen.
  2. Entwerfen Sie zwei Aufgabensätze. Ein Satz vorher, einer nachher. Gleiche Anforderung, gleiche Art, gleicher Umfang, aber andere Inhalte, etwa andere Texte.
  3. Lassen Sie die KI Parallelaufgaben vorschlagen. Mit der Vorlage unten erhalten Sie zwei gleichwertige Sätze. Geben Sie Textart, Länge und Schwierigkeitsmerkmale vor.
  4. Prüfen Sie die Gleichwertigkeit. Lösen Sie beide Sätze selbst oder mit einer Kollegin. Sind sie ähnlich anspruchsvoll? Gibt es Unterschiede in Wortschatz, Länge oder Vorwissen?
  5. Mischen Sie die Reihenfolge. Lassen Sie eine Hälfte der Klasse mit Satz A beginnen, die andere mit Satz B. So bleibt ein Unterschied in der Aufgabenschwierigkeit nicht unbemerkt.
  6. Erheben Sie den Ausgangsstand. Vor dem Üben lösen alle Satz A (oder B) ohne Hilfe. Die Ergebnisse dienen dem Lernen, nicht der Note.
  7. Üben Sie und erheben Sie nachher. Nach der Übungsphase lösen alle den anderen Satz, wieder ohne Hilfe. Vergleichen Sie die Ergebnisse.
  8. Deuten Sie vorsichtig. Ein Zuwachs zeigt Lernen. Fragen Sie, welche Faktoren beteiligt sein können: Üben mit KI, Unterricht, Gewöhnung an den Aufgabentyp, Wiederholung. Reden Sie die Ergebnisse mit den Lernenden durch.

Vorher-nachher-Prüfung: Worauf achten?

ElementGute PraxisTypischer Fehler
AufgabenGleiches Können, gleicher Umfang, andere InhalteZweiter Test leichter oder schwerer
ReihenfolgeHälften der Klasse tauschenAlle zuerst Satz A
BedingungenBeide Male ohne Hilfe, gleiche ZeitEinmal mit, einmal ohne Hilfsmittel
AuswertungGleiche Kriterien, möglichst anonymUnterschiedliche Massstäbe
DeutungVorsichtig, mehrere Erklärungen prüfenZuwachs allein der KI zuschreiben

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist ein schriftlicher Auftrag an die KI. Diese Vorlage enthält keine Angaben zu Lernenden.

Ich unterrichte [Fach] auf der Stufe [Stufe] in der Schweiz. Ich möchte
das Können «[Lernziel]» vor und nach einer Übungsphase prüfen.
Erstelle zwei Aufgabensätze (Satz A und Satz B) mit je [Anzahl]
Aufgaben. Beide Sätze prüfen dasselbe Können mit gleicher Anforderung,
gleichem Umfang und vergleichbarer Schwierigkeit, aber mit
unterschiedlichen Inhalten und Beispielen. Gib dazu: 1. die Merkmale,
die die Schwierigkeit bestimmen (z. B. Textlänge, Wortschatz),
2. für jeden Satz ein Bewertungsraster mit höchstens vier Kriterien,
3. Lösungen nur für die Lehrperson, 4. Hinweise, wo sich die Sätze
trotzdem unterscheiden könnten. Behaupte nicht, die Sätze seien exakt
gleich schwer, und kennzeichne Unsicherheiten.

Ergänzen Sie Fach, Stufe, Lernziel und Anzahl. Prüfen Sie die Sätze selbst und testen Sie sie nach Möglichkeit mit einer Kollegin oder einer kleinen Gruppe.

Worauf Sie achten müssen

  • Gleichwertigkeit ist schwer. Selbst sorgfältig gebaute Parallelaufgaben unterscheiden sich oft. Mischen Sie die Reihenfolge, damit Unterschiede nicht als Lernzuwachs missverstanden werden.
  • Lernzuwachs ist nicht gleich Wirkung der KI. Auch Unterricht, Wiederholung und Gewöhnung an das Format beeinflussen das Ergebnis. Formulieren Sie Schlüsse vorsichtig.
  • Kleine Gruppen, kleine Aussagekraft. In einer Klasse schwanken Ergebnisse stark. Betrachten Sie Muster und nicht einzelne Zahlen.
  • Kein Wettbewerb. Ergebnisse dienen dem Lernen. Vermeiden Sie Ranglisten, die Lernende beschämen, siehe Lernfortschritt ohne Rangliste.
  • Daten schützen. Geben Sie Ergebnisse einzelner Lernender nicht in öffentliche KI-Dienste ein. Orientierung bietet das Educa-Dossier zum schulischen Datenschutz; es gelten die kantonalen Vorgaben.
  • Fachliche Prüfung. KI-Aufgaben können Fehler oder Mehrdeutigkeiten enthalten. Lösen Sie jede Aufgabe selbst, bevor Lernende sie bearbeiten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel aus einer Sekundarschule im Kanton Zug: Frau Keller will prüfen, ob das dreiwöchige Üben von Zusammenfassungen etwas gebracht hat. Bisher hat sie nur den Eindruck der Klasse.

Für den Ausgangsstand lässt sie sich vor der Übungsphase zwei Sätze mit je zwei kurzen Sachtexten und Zusammenfassungsaufgaben entwerfen, löst sie selbst, passt einen Text an, weil er mehr Fachwörter enthält, und prüft beide Sätze mit einer Kollegin. Die Klasse wird halbiert: Eine Hälfte bearbeitet vor der Übungsphase Satz A und danach Satz B, die andere Hälfte in umgekehrter Reihenfolge. Beide Male arbeiten alle ohne Hilfsmittel.

Nachher zeigt sich bei den meisten ein Zuwachs, bei einigen nicht. Frau Keller bespricht die Muster, ohne Namen und Ränge. Sie schreibt in ihre Notizen, dass der Aufgabentyp vertrauter wurde und der Zuwachs teilweise darauf zurückgehen kann. Wer später gezielt wiederholen will, findet Hilfe in Active Recall mit KI.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie selbst üben möchten, KI-Ergebnisse systematisch zu prüfen und Praxisaufgaben nachvollziehbar zu bearbeiten, bieten die KI-Praxiskurse von absofort Kurse zu konkreten Arbeitsaufgaben. Dazu gehören Praxisaufgaben, Qualitätsprüfung, KI-Lerncoach, Lernfortschritt mit XP, Levels und Badges sowie ein verifizierbarer Abschluss.

Die Kurse sind für Berufsaufgaben beschrieben und nicht für den Unterricht. Sie können zeigen, wie ein digitales Lernangebot Fortschritt darstellt. Wie Sie Lernfortschritt in Ihrer Klasse erfassen, entscheiden Sie fachlich und nach den Regeln Ihrer Schule.

Häufige Fragen

Reicht ein einziger Nachtest?

Er liefert einen Hinweis. Aussagekräftiger wird es, wenn Sie nach einigen Wochen noch einmal prüfen, ob das Gelernte hält. Behalten ist wichtiger als kurzfristiger Erfolg.

Wie erkenne ich, ob zwei Aufgabensätze gleich schwer sind?

Lösen Sie sie selbst, vergleichen Sie Merkmale wie Länge und Wortschatz und prüfen Sie, ob Kolleginnen sie ähnlich einschätzen. Absolute Gleichheit gibt es nicht, daher die gemischte Reihenfolge.

Darf ich die Ergebnisse benoten?

Das ist nicht empfohlen. Die Prüfung dient dem Lernen. Wenn Sie benoten wollen, brauchen Sie eigene, transparente Kriterien und eine entsprechende Ankündigung.

Kann ich das auch mit Selbsttests der Lernenden machen?

Ja, etwa mit Antwortsicherheit, siehe Selbsttests mit Sicherheitseinschätzung. So lernen Lernende, ihren Stand selbst einzuschätzen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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