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Lernen & Motivation · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Begriffe mit Text und Bild lernen: Wie unterstützt KI?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Beim Dual Coding werden Inhalte sprachlich und bildlich dargestellt. Eine passende Kombination kann beim Lernen helfen, garantiert aber kein besseres Behalten. KI kann Bildideen und Text-Bild-Paare vorschlagen, erzeugt aber oft fehlerhafte Darstellungen. Prüfen Sie jedes Bild fachlich, und lassen Sie Lernende wenn möglich selbst zeichnen.

Das Problem

Frau Keller unterrichtet Naturlehre in der 8. Klasse. Begriffe wie «Diffusion» oder «Osmose» sind abstrakt, und viele Lernende lernen die Definition auswendig, ohne sich etwas darunter vorstellen zu können. In der Prüfung verwechseln sie die Begriffe oder vergessen sie.

Ein Ansatz aus der Lernpsychologie ist das Dual Coding (Doppelkodierung): Inhalte können sprachlich und bildlich verarbeitet werden. Eine passende Kombination von Text und Bild kann das Lernen unterstützen, ist aber keine Garantie für besseres Behalten. Entscheidend ist «passend»: Zufällige Dekobilder können vom Inhalt ablenken.

KI kann Bildideen liefern und Text-Bild-Paare vorschlagen, auch Bilder erzeugen. Dabei entstehen oft Darstellungsfehler: falsche Beschriftungen, unmögliche Anatomie, fehlerhafte Diagramme. Gerade bei abstrakten Begriffen können falsche Bilder nachhaltig schaden. Deshalb braucht es klare Prüfregeln. Der Stand ist Oktober 2026.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Wählen Sie Begriffe aus, die sich bildlich fassen lassen. Prozesse, Strukturen, Vergleiche, Abläufe. Reine Konventionen oder Namen haben selten ein sinnvolles Bild.
  2. Formulieren Sie die Kernaussage in einem Satz. Was soll das Bild zeigen? «Teilchen bewegen sich von hoher zu niedriger Konzentration.» Ohne Kernaussage bleibt das Bild beliebig.
  3. Lassen Sie die KI Bildideen beschreiben. Zuerst als Beschreibung in Worten, nicht als fertiges Bild. Aus Beschreibungen lassen sich Skizzen anfertigen.
  4. Prüfen Sie die Ideen fachlich. Stimmt die Darstellung? Fehlt etwas, ist etwas irreführend? Vergleichen Sie mit Lehrmittel oder Fachliteratur.
  5. Lassen Sie Lernende selbst zeichnen. Zeichnen zwingt zum Durchdenken. Lernende zeichnen nach Beschreibung eine einfache Skizze und beschriften sie. Das wirkt oft stärker als ein fertiges Bild.
  6. Kombinieren Sie Bild und Text nah beieinander. Beschriftung gehört ans Bild, nicht auf eine andere Seite. Zusätzlicher Text soll das Bild erklären, nicht wiederholen.
  7. Vermeiden Sie Überladung. Ein Bild pro Gedanke, wenige Elemente, klare Farben. Zu viele Details belasten das Arbeitsgedächtnis, siehe Kognitive Belastung bei KI-Material.
  8. Prüfen Sie das Verständnis. Lernende erklären das Bild in eigenen Worten oder zeichnen aus dem Gedächtnis. Daran sehen Sie, ob es wirkt.

Text, Bild oder beides?

LerninhaltPassende DarstellungHinweis
Prozess (z. B. Diffusion)Skizze in Schritten mit kurzem TextReihenfolge zeigen
Struktur (z. B. Zelle)Beschriftetes DiagrammBeschriftung prüfen
Vergleich zweier BegriffeTabelle oder DoppelskizzeUnterschiede hervorheben
Abstrakter Begriff (z. B. Gerechtigkeit)Konkretes Beispiel als Bild, plus DefinitionBild zeigt ein Beispiel, nicht den ganzen Begriff
VokabelEinfaches Bild plus WortNur wenn Bild eindeutig ist

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist ein schriftlicher Auftrag an die KI. Diese Vorlage enthält keine Angaben zu Lernenden. Lassen Sie sich zuerst Beschreibungen und keine fertigen Bilder liefern.

Ich unterrichte [Fach] auf der Stufe [Stufe] in der Schweiz. Der Begriff
ist: [Begriff]. Die Kernaussage lautet: [Kernaussage in einem Satz].
Beschreibe in Worten drei einfache Skizzen, die den Begriff
veranschaulichen. Gib zu jeder Skizze: 1. welche Elemente gezeichnet
werden (höchstens sechs), 2. welche Beschriftung nötig ist, 3. einen
Satz Text, der das Bild erklärt, 4. mögliche Fehler oder Missverständnisse,
die die Skizze auslösen könnte, 5. Hinweise, wie Lernende sie selbst
zeichnen können. Behaupte nicht, dass die Darstellung fachlich geprüft
sei, und kennzeichne, wo du unsicher bist.

Ergänzen Sie Fach, Stufe, Begriff und Kernaussage. Zeichnen Sie die Skizzen selbst oder prüfen Sie jedes erzeugte Bild Element für Element.

Worauf Sie achten müssen

  • KI-Bilder enthalten oft Fehler. Falsche Beschriftungen, unsinnige Details, vertauschte Teile. Setzen Sie keine KI-Bilder ungeprüft ein, besonders nicht bei naturwissenschaftlichen Begriffen.
  • Weniger ist mehr. Verzierungen, Hintergrundbilder und zu viele Farben lenken ab. Gestalten Sie so schlicht wie möglich.
  • Eigenes Zeichnen fördert Verstehen. Fertige Bilder sind bequem, aber eigene Skizzen zwingen zum Nachdenken. Wählen Sie bewusst, wann welches sinnvoll ist.
  • Barrierefreiheit. Nicht alle Lernenden können Bilder gleich nutzen. Ergänzen Sie Bildbeschreibungen in Worten, besonders für sehbeeinträchtigte Lernende.
  • Urheberrecht. Bilder aus dem Internet oder von KI können rechtliche Fragen aufwerfen. Nutzen Sie nur Bilder, deren Verwendung die Schule klärt.
  • Datenschutz. Laden Sie keine Fotos von Lernenden oder deren Arbeiten in KI-Dienste hoch. Orientierung bietet das Educa-Dossier zum schulischen Datenschutz; es gelten die kantonalen Vorgaben.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel aus einer Sekundarschule im Kanton Solothurn: Frau Keller erklärt Diffusion. Die Definition steht im Lehrmittel, aber die Lernenden können sich nichts vorstellen.

Vorher lernen sie den Satz «Diffusion ist die selbstständige Durchmischung von Stoffen» auswendig. Mit der Vorlage lässt sie sich drei Skizzenideen beschreiben, etwa einen Farbtropfen im Wasser in vier Schritten. Sie prüft die Beschreibung, wählt eine aus und zeichnet sie selbst an die Tafel. Die Lernenden zeichnen die vier Schritte ab und schreiben in einem Satz dazu, was geschieht.

Nachher können die meisten den Begriff in eigenen Worten erklären und auf neue Beispiele wie Teebeutel oder Duft im Raum anwenden. Ein von der KI erzeugtes Bild, das Teilchen in falscher Anordnung zeigte, hatte Frau Keller aussortiert. Verwandte Strukturhilfen bieten Concept Maps mit KI prüfen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie mit KI Bilder und Medien erstellen und kritisch beurteilen möchten, bieten die KI-Praxiskurse von absofort Kurse zu konkreten Arbeitsaufgaben, unter anderem zu KI-Bildern, Video-Teasern und Podcast-Vorbereitung sowie zur Qualitätsprüfung. Dazu gehören Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und ein verifizierbarer Abschluss.

Die Kurse sind für Berufsaufgaben beschrieben und nicht für den Unterricht. Sie können Ihr Gespür für Möglichkeiten und Grenzen von KI-Bildern stärken. Welche Darstellungen Sie im Unterricht einsetzen, entscheiden Sie fachlich und nach den Regeln Ihrer Schule.

Häufige Fragen

Sind Bilder immer besser als Text?

Nein. Bilder helfen, wenn sie zum Inhalt passen und fachlich stimmen. Bei Begriffen ohne anschauliche Darstellung ist Text oder ein konkretes Beispiel besser.

Darf ich KI-Bilder im Unterricht verwenden?

Fachlich geprüfte und rechtlich unproblematische Bilder ja. Klären Sie die Regeln Ihrer Schule und prüfen Sie jedes Bild. Selbst gezeichnete Skizzen sind oft die sicherere Wahl.

Wie viele Bilder pro Lektion sind sinnvoll?

So wenige wie nötig. Ein klares Bild pro zentralem Gedanken genügt. Mehr kann das Arbeitsgedächtnis überfordern.

Wie gehe ich mit Lernenden um, die nicht gern zeichnen?

Bieten Sie Alternativen an, zum Beispiel Beschriften vorgegebener Skizzen oder Bild-Wort-Zuordnung. Es geht ums Verknüpfen, nicht um Kunst.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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