Lernen & Motivation · Prompt Engineering
ADHS und Lernen: Mit KI den Aufgabenstart erleichtern
Kurz gesagt
KI kann eine Lernaufgabe in klare, kleine Einstiegsschritte übersetzen. Bei ADHS stimmen Sie solche Hilfen mit den Lernenden und ihrer fachlichen Begleitung ab; der Chat stellt keine Diagnose und ersetzt keine Behandlung.
Das Problem
Der Auftrag liegt auf dem Tisch, aber der Beginn gelingt nicht. Frau Keller sieht, dass eine lernende Person zwischen Material, Gedanken und Rückfragen hängen bleibt. Mehrfaches Erinnern an die Aufgabe macht noch nicht klar, welche erste Handlung jetzt möglich ist.
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Die konkrete Unterstützung beim Lernen muss zur einzelnen Person passen. Aus einem schwierigen Aufgabenstart allein lässt sich keine Diagnose ableiten, und eine KI kann diese Abklärung nicht übernehmen.
Dieser Ablauf beschränkt sich auf die pädagogische Vorbereitung einer Startsequenz. Damit ist eine kurze Folge sichtbarer Handlungen gemeint, die in die eigentliche Lernarbeit führt. Frau Keller verwendet dafür die Aufgabe und bereits vereinbarte Hilfen, keine Gesundheitsdaten im öffentlichen Chat.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Besprechen Sie die konkrete Einstiegshürde. Fragen Sie im geschützten Gespräch, was beim aktuellen Auftrag unklar oder schwierig ist. Bleiben Sie bei beobachtbaren Situationen, etwa vielen gleichzeitig sichtbaren Teilaufgaben. Übernehmen Sie bereits vereinbarte pädagogische Hilfen, ohne mit KI ein persönliches Störungsprofil zu erstellen.
- Begrenzen Sie den ersten Auftrag. Öffnen Sie das Unterrichtsmaterial und wählen Sie einen fachlich sinnvollen Anfang. Statt «Bearbeite das ganze Blatt» kann zunächst «Markiere, was die erste Frage verlangt» stehen. Der kleine Schritt soll zum Lernziel beitragen und nicht nur neue Vorbereitung erzeugen.
- Lassen Sie eine kurze Handlungsfolge formulieren. Geben Sie der KI ausschliesslich sachliche Angaben zu Aufgabe, Material und benötigter Klarheit. Eine Diagnose muss dafür nicht eingegeben werden. Verlangen Sie pro Schritt ein Tätigkeitswort und ein erkennbares Ende.
- Prüfen Sie die Darstellung. Streichen Sie Nebenerklärungen, unnötige Auswahlmöglichkeiten und zusätzliche Materialien. Entscheiden Sie gemeinsam, ob eine schriftliche Karte, ein vorgelesener Satz oder eine einfache Markierung verständlich ist. Die Hilfe soll zum Alter und zu den vereinbarten Bedürfnissen passen.
- Planen Sie menschliche Begleitung ein. Vereinbaren Sie, wer beim ersten Schritt ansprechbar ist und wie eine Rückfrage gestellt werden kann. Lassen Sie die Person bei Bedarf den Auftrag mit eigenen Worten wiedergeben. Es geht um Verständigung, nicht um eine zusätzliche Prüfung oder öffentliche Kontrolle.
- Erproben Sie den Start an der echten Aufgabe. Die Karte liegt beim Material; der Chat wird geschlossen. Beobachten Sie gemeinsam, ob eine fachliche Handlung begonnen werden kann. Wenn die Sequenz nicht passt, ändern Sie den konkreten Schritt oder die Umgebung, statt eine Schuldfrage daraus zu machen.
- Sichern Sie Unterbrechung und Rückkehr. Lassen Sie die aktuelle Stelle sichtbar markieren und den nächsten Schritt kurz festhalten. Vereinbaren Sie eine erreichbare Hilfe, falls der Einstieg erneut stockt. Besprechen Sie die Anpassung mit den zuständigen Bezugspersonen, wenn sie über den einzelnen Unterrichtsversuch hinausgehen soll.
Vorlage zum Kopieren
Ich bin Lehrperson und bereite eine klar gegliederte Startkarte vor.
Stufe: [Stufe]
Lernziel: [erwartetes Können]
Sachlicher Auftrag: [Auftrag ohne Angaben zu einer Person]
Vorhandenes Material: [Material]
Gestaltungsbedarf: [z. B. wenig Text, eine Handlung pro Zeile]
Bereits vereinbarte allgemeine Hilfe: [ohne Gesundheitsdaten]
Formulieren Sie eine kurze Startfolge.
Jeder Schritt braucht ein Tätigkeitswort und ein sichtbares Ende.
Beginnen Sie mit einer kleinen Handlung am tatsächlichen Lernstoff.
Ergänzen Sie eine Rückkehrregel und einen menschlichen Hilfepunkt.
Vermeiden Sie zusätzliche Apps, Belohnungssysteme und lange Planungen.
Geben Sie keine Diagnosen, Behandlungen oder Medikamentenhinweise.
Kennzeichnen Sie Unklarheiten im Auftrag für meine Prüfung.Füllen Sie die Vorlage mit Aufgabenmerkmalen aus und prüfen Sie die fertige Karte gemeinsam, ohne persönliche Gesundheitsangaben zu übertragen.
Wie sieht eine überschaubare Startkarte aus?
Ein erfundenes Beispiel für einen Sachtext: «Öffne die markierte Seite. Lies die erste Frage. Unterstreiche, was gesucht wird. Zeige die Markierung oder notiere eine Rückfrage.» Die einzelnen Schritte sollen bei Bedarf angepasst werden; nicht jede Person braucht dieselbe Aufteilung.
| Beobachtete Hürde | Mögliche pädagogische Anpassung |
|---|---|
| Zu viele Teilaufgaben sind gleichzeitig sichtbar | Nur den aktuellen Abschnitt bereitstellen |
| Materialsuche unterbricht den Beginn | Benötigtes Material gemeinsam bereitlegen |
| Die erste Handlung bleibt unklar | Ein konkretes Tätigkeitswort verwenden |
| Nach einer Pause fehlt der Anschluss | Letzte Stelle und nächsten Schritt markieren |
Die NICE-Leitlinie zu ADHS berücksichtigt Anpassungen der Umgebung und die Abstimmung mit dem Bildungsumfeld. Sie ist eine britische medizinische Leitlinie, keine Schweizer Schulvorschrift. Die hier vorgeschlagene KI-Vorbereitung ist eine organisatorische Unterrichtshilfe, kein daraus abgeleitetes Behandlungsverfahren.
Worauf Sie achten müssen
- Keine Diagnostik: Ein Chat soll weder ADHS feststellen noch die Ausprägung bewerten. Diagnostische und medizinische Fragen gehören zu entsprechend qualifizierten Fachpersonen.
- Keine Gesundheitsdaten: Diagnosen, Medikamente, Berichte und persönliche Förderunterlagen gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Beschreiben Sie für den Entwurf nur allgemeine Anforderungen an die Aufgabe.
- Keine Behandlungstipps: Ändern Sie keine fachlich vereinbarte Behandlung aufgrund eines Chatvorschlags. Dieser Ablauf betrifft die Lernorganisation und trifft keine Aussagen zur medizinischen Versorgung.
- Keine Beschämung: Besprechen Sie Hilfen diskret und gemeinsam. Eine sichtbar andere Karte darf nicht zum Anlass werden, eine Person vor der Klasse zu etikettieren.
- Schweizer Zuständigkeiten: Weitergehende Fördermassnahmen und allfällige Prüfungsanpassungen klären Sie mit der zuständigen Schule und Fachstelle. Kantone und Institutionen regeln das unterschiedlich; konkrete Ansprüche brauchen fachliche Prüfung im Einzelfall.
- Faire Zugänge: Stellen Sie die Hilfe ohne eigenes Gerät bereit und berücksichtigen Sie das Alter. Die Beziehung zu einer erreichbaren Lehrperson bleibt wichtiger als eine ständig verfügbare automatische Erinnerung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel aus einer Sekundarschule im Kanton Zürich: Frau Keller begleitet einen Lernenden mit bereits fachlich abgeklärter ADHS. Bei einem umfangreichen Arbeitsblatt gelingt der Beginn wiederholt nicht. Die vereinbarte schulische Unterstützung sieht klare Aufträge und einen kurzen persönlichen Kontakt vor.
Frau Keller gibt der KI nur den sachlichen Arbeitsauftrag und die Gestaltungsanforderung «eine Handlung pro Zeile». Sie prüft den Entwurf und reduziert ihn auf den ersten Abschnitt. Gemeinsam mit dem Lernenden klärt sie, welcher Satz tatsächlich verständlich ist.
Beim Versuch wird sichtbar, dass ein Fachwort die erste Handlung blockiert. Frau Keller erklärt den Begriff, bevor weitergearbeitet wird. Der Verlauf zeigt, weshalb eine Startschwierigkeit nicht automatisch allein der Diagnose zugeschrieben werden sollte; fachliche und organisatorische Hürden müssen ebenfalls geprüft werden.
So hilft Ihnen Alpasana
Im Prompt-Engineering-Kurs von absofort lernen Sie, Aufgaben, Kontext und Ausgabeformat für KI klar festzulegen. Dazu gehören schrittweises Bearbeiten, Überarbeiten von Prompts und Prüfen der Ergebnisse. Diese Fähigkeiten können beim Entwerfen verständlicher Startkarten nützlich sein.
Der Kurs ist keine ADHS-Behandlung und keine spezialisierte sonderpädagogische Beratung. Die individuelle Unterstützung stimmen Sie weiterhin mit der lernenden Person und den zuständigen Fachpersonen ab.
Häufige Fragen
Muss ich der KI die Diagnose nennen?
Für die Vorbereitung einer klaren Handlungsfolge ist das nicht erforderlich. Beschreiben Sie, wie die Aufgabe gestaltet sein soll, etwa mit wenig Text und einem Schritt pro Zeile. Persönliche Gesundheitsinformationen bleiben im geschützten fachlichen Austausch.
Ist eine Startkarte auch ohne ADHS sinnvoll?
Sie kann bei unklaren Aufträgen ebenfalls helfen. Der allgemeine Ablauf unter Lernen aufschieben und beginnen bietet Anregungen. Daraus lässt sich keine diagnostische Aussage über eine Person ableiten.
Was passiert nach dem ersten Schritt?
Vereinbaren Sie eine passende weitere Arbeitsphase und einen erreichbaren Hilfepunkt. Lernblöcke anpassen und eine Lernvereinbarung zum Handy können organisatorisch ergänzen. Prüfen Sie jede Ergänzung auf ihre individuelle Passung und vermeiden Sie zu viele neue Regeln gleichzeitig.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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