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Wandel der IT · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching

KI macht schneller: Wie gehe ich mit höherem Arbeitsdruck um?

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI beschleunigt oft das Entwerfen, aber nicht das Prüfen, Entscheiden und Verantworten. Wenn mehr Arbeit erwartet wird, machen Sie den Aufwand sichtbar: Messen Sie Entwurfs-, Prüf- und Nacharbeitszeit, sprechen Sie mit der Führung über realistische Mengen und holen Sie bei Überlastung früh Unterstützung.

Das Problem

Seit Ihr Betrieb KI-Werkzeuge nutzt, hat sich etwas verändert: Die Chefin erwartet mehr. «Mit der KI geht das doch schneller», heisst es bei neuen Aufträgen. Die Fristen werden enger, die Zahl der Aufgaben steigt. Doch Sie spüren, dass sich Ihr Alltag nicht erleichtert hat, im Gegenteil: Sie lesen, prüfen, korrigieren und verantworten mehr als zuvor.

Dieses Gefühl ist weit verbreitet und hat einen nachvollziehbaren Grund. KI nimmt vor allem den ersten Schritt ab: den Entwurf, die Zusammenfassung, die erste Fassung. Aber die Arbeit danach bleibt beim Menschen: Fakten prüfen, Ton anpassen, Zusammenhänge beurteilen, Fehler ausbessern, Verantwortung tragen. Diese Aufgaben sind weniger sichtbar, kosten aber oft ebenso viel Konzentration wie früher das Schreiben.

Wenn die Erwartung nur auf der Zeitersparnis beim Entwurf beruht, entsteht Druck. Frau Müller muss das nicht stillschweigend aushalten. Mit nüchternen Zahlen, klaren Absprachen und rechtzeitiger Unterstützung lässt sich die Lage meist verbessern. Dieser Beitrag zeigt, wie, und er ersetzt keine persönliche Beratung oder, bei gesundheitlichen Problemen, ärztliche Hilfe.

Einfach erklärt

Stellen Sie sich eine Küche vor, in der ein neues Gerät das Gemüse in Sekunden schneidet. Die Köchin spart Zeit beim Schneiden. Doch der Wirt erwartet nun doppelt so viele Teller. Die Köchin muss weiterhin würzen, abschmecken, anrichten, Bestellungen koordinieren und die Qualität prüfen. Das Gerät hat einen Teil der Arbeit schneller gemacht, aber nicht den ganzen Arbeitstag halbiert.

So ist es bei KI im Büro. Man unterscheidet vereinfacht:

PhaseWer übernimmtAufwand
Entwurf, erste FassungOft die KIDeutlich geringer
Prüfen, Korrigieren, ErgänzenMenschBleibt, manchmal höher
Entscheiden und VerantwortenMenschBleibt
Abstimmen, KommunizierenMenschBleibt
Mehr Aufgaben insgesamtErwartung der FührungSteigt oft

Fachleute sprechen von «Arbeitsverdichtung», wenn in derselben Zeit mehr geleistet werden soll. Ob sie sich bei Ihnen einstellt, hängt davon ab, wie der Betrieb die Einführung gestaltet. Mehr dazu in KI und Arbeitsverdichtung und Mehrleistung statt Mehrarbeit.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Eigene Zeiten messen. Notieren Sie zwei Wochen lang, wie lange Sie für Entwurf, Prüfung und Nacharbeit brauchen, mit und ohne KI. Siehe Zeitersparnis selbst messen.
  2. Nacharbeit sichtbar machen. Erfassen Sie die Zeit für Korrekturen, Rückfragen und Fehlerbehebung. Siehe Nachbearbeitungszeit erfassen.
  3. Aufgaben nach Eignung sortieren. Welche Aufgaben profitieren tatsächlich von KI, bei welchen kostet sie mehr Zeit, als sie spart?
  4. Gespräch vorbereiten. Fassen Sie Ihre Beobachtungen auf einer Seite zusammen: Was gelingt schneller, was nicht, was verlangt mehr Prüfung. Bleiben Sie sachlich.
  5. Mit der Führung sprechen. Suchen Sie ein Gespräch, in dem Sie konkrete Zahlen nennen und gemeinsam realistische Mengen und Fristen festlegen. Nutzen Sie die Vorlage unten.
  6. Prüfzeit einplanen. Vereinbaren Sie, dass Prüfung und Qualitätssicherung als Teil der Arbeitszeit gelten, auch wenn der Entwurf schneller kommt.
  7. Prioritäten klären. Fragen Sie: «Was darf ich zurückstellen, wenn etwas Neues dazukommt?» Ohne Priorisierung wächst die Liste.
  8. Fehler und Grenzen offen ansprechen. Wenn KI-Ergebnisse häufig nachgearbeitet werden müssen, gehört das ins Team. Siehe KI-Fehler offen besprechen.
  9. Belastung ernst nehmen. Achten Sie auf Warnzeichen wie Schlafprobleme, ständige Anspannung oder Rückzug. Sprechen Sie früh mit Vertrauenspersonen, der Hausärztin oder einer Beratungsstelle.

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Prompt bereiten Sie das Gespräch mit Ihrer Vorgesetzten vor. Er enthält keine vertraulichen Angaben:

Ich möchte mit meiner Vorgesetzten über meine Arbeitsmenge sprechen, seit wir KI nutzen. Ich arbeite im Bereich [Aufgabenfeld] in einem Schweizer KMU.
Meine Beobachtungen: [z. B. Entwürfe dauern 20 Minuten statt 60, Prüfung und Korrektur dauern 30 Minuten, Rückfragen kosten zusätzlich Zeit; Erwartung der Menge ist gestiegen von X auf Y pro Woche].
Mein Ziel: [realistische Menge, Zeit für Prüfung, klare Prioritäten, Unterstützung].
Hilf mir, ein ruhiges, sachliches Gespräch vorzubereiten:
1. Schlage einen Gesprächseinstieg vor, der meine Beobachtungen und mein Anliegen klar macht, ohne Vorwürfe.
2. Formuliere drei konkrete Fragen an die Vorgesetzte (zum Beispiel zu Prioritäten, Prüfzeit, Qualitätsansprüchen).
3. Nenne zwei Vorschläge, wie wir die Arbeitsmenge vereinbaren können (zum Beispiel Testphase mit Messung).
4. Liste mögliche Einwände und sachliche Antworten darauf.
Erfinde keine Zahlen. Verwende nur die von mir genannten.

Setzen Sie Ihre Zahlen und Anliegen ein. Das Gespräch führen Sie selbst, mit Ihren Worten.

Worauf Sie achten müssen

  • Zahlen statt Gefühle. Wer mit eigenen Messungen argumentiert, wird eher gehört. Übertreiben Sie nicht, und nennen Sie auch, wo KI wirklich hilft.
  • Verantwortung und Fürsorge. Arbeitgebende haben nach dem Schweizer Recht Pflichten zum Schutz der Gesundheit und der Persönlichkeit der Mitarbeitenden. Allgemeine Informationen bietet das SECO. Wie das im Einzelfall wirkt, klären Sie mit Fachstellen oder einer Beratung.
  • Kein Ersatz für Hilfe. Dieser Beitrag ist keine rechtliche oder medizinische Beratung. Bei anhaltender Überlastung wenden Sie sich an Ihre Hausärztin, eine Beratungsstelle oder Ihre Personalabteilung.
  • Qualität nicht opfern. Wer unter Druck Ergebnisse ungeprüft weitergibt, riskiert Fehler und Haftungsfragen. Prüfzeit gehört zur Arbeit.
  • Nicht allein tragen. Fragen Sie Kolleginnen, ob es ihnen ähnlich geht. Gemeinsame Beobachtungen sind überzeugender.
  • Notfall. In akuten Krisen erreichen Sie in der Schweiz rund um die Uhr die Dargebotene Hand unter der Nummer 143.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Frau Gubler arbeitet im Sekretariat eines Ingenieurbüros in Thun. Seit die Firma einen KI-Assistenten nutzt, soll sie dieselben Mails und Berichte in der halben Zeit liefern. Sie arbeitet abends länger und fühlt sich erschöpft.

Vorher: Sie sagt nichts und versucht, Schritt zu halten. Nachher: Sie misst zwei Wochen lang Entwurf, Prüfung und Nacharbeit und stellt fest, dass sich nur der Entwurf halbiert hat, Prüfung und Korrektur aber 40 Minuten pro Bericht kosten. Sie bespricht das sachlich mit der Geschäftsleitung. Gemeinsam legen sie fest, dass Prüfzeit eingeplant wird, Prioritäten klar sind und nach drei Monaten ausgewertet wird. Ausserdem nutzt sie ein Erstgespräch bei einer Coachin, um Grenzen zu üben.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie sich durch Arbeitsdruck, Stress und Grenzen belastet fühlen, kann das Coaching von Nataliya Fiechter bei my-coach: Life Coaching und Mental Coaching eine Unterstützung sein: Themen wie Stress, Resilienz, Grenzen, Work-Life-Balance und berufliche Neuorientierung, online schweizweit oder vor Ort in Safenwil, mit kostenlosem, unverbindlichem Erstgespräch. Coaching ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung.

Häufige Fragen

Ist es normal, dass mit KI mehr erwartet wird?

Häufig ja. Betriebe rechnen oft mit der Zeitersparnis beim Entwurf und unterschätzen den Aufwand für Prüfung und Nacharbeit. Deshalb sind eigene Messungen und ein offenes Gespräch wichtig.

Soll ich KI weniger nutzen?

Nicht unbedingt. Nutzen Sie sie dort, wo sie wirklich hilft, und verzichten Sie dort, wo sie mehr Aufwand erzeugt. Entscheiden Sie das anhand Ihrer Zahlen.

Was, wenn die Führung nicht zuhört?

Wenden Sie sich an die Personalabteilung, eine Vertrauensperson oder externe Beratungsstellen. Für allgemeine Informationen zu Arbeitsbedingungen bietet das SECO Unterlagen.

Wann sollte ich Hilfe holen?

Wenn Sie anhaltend erschöpft sind, schlecht schlafen oder sich zurückziehen. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder einer Beratungsstelle und nehmen Sie das ernst.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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