Hochschule & Studium · Prompt Engineering
Klare Wochenaufträge für das Hochschulmodul mit KI formulieren
Kurz gesagt
Unklare Aufträge in der Lernplattform kosten Studierende Zeit und erzeugen Unsicherheit. Ein Wochenauftrag sollte Aufgabe, erwartetes Ergebnis, Zeitrahmen und erlaubte Hilfen nennen. Eine KI kann Formulierungen vorschlagen und auf Lücken prüfen; Inhalt und Anforderungen verantworten Sie als Dozierende.
Das Problem
Frau Keller betreut ein Modul im Fernstudium, in dem Studierende jede Woche selbständig an einem Auftrag auf der Lernplattform arbeiten. Der Auftrag der dritten Woche lautet: «Setzen Sie sich mit dem Text von Müller zur Organisationskultur auseinander.» Am Dienstag erhält sie sieben E-Mails: «Wie lang soll das sein?» «Soll ich eine Zusammenfassung schreiben oder kritisch Stellung nehmen?» «Darf ich KI verwenden?» «Wird das bewertet?»
Unklare Aufträge sind ein häufiges Ärgernis im Studium, besonders im Selbststudium, wo niemand im Raum nachfragen kann. Studierende raten, was gemeint ist, und investieren Zeit in die falsche Richtung. Für Dozierende bedeutet das Rückfragen und ungleiche Ergebnisse.
Ein klarer Wochenauftrag beantwortet vier Fragen: Was soll ich tun? Was soll am Ende vorliegen? Wie viel Zeit ist vorgesehen? Welche Hilfen sind erlaubt, und wie wird das Ergebnis verwendet? Solche Aufträge zu formulieren, ist Fleissarbeit. KI kann bestehende Aufträge prüfen und Entwürfe liefern. Was Sie von Studierenden verlangen und wie Sie es beurteilen, bestimmen Sie.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Lernziel der Woche festhalten. Was sollen Studierende am Ende der Woche können? Der Auftrag dient diesem Ziel.
- Bestehenden Auftrag sammeln. Nehmen Sie Ihren vorhandenen Auftragstext oder eine Rohfassung als Ausgangspunkt.
- Prüfen und überarbeiten lassen. Geben Sie der KI den Auftragstext mit der Vorlage unten. Sie soll fehlende Angaben nennen und eine klare Fassung vorschlagen.
- Vier Fragen beantworten. Prüfen Sie den Entwurf: Ist die Aufgabe eindeutig? Ist das Ergebnis beschrieben (Form, Umfang)? Ist der Zeitaufwand realistisch? Sind erlaubte Hilfen genannt, einschliesslich KI?
- Erwartung sichtbar machen. Ergänzen Sie ein kurzes Beispiel oder Kriterien («Eine gute Antwort enthält …»). Das reduziert Rückfragen.
- Arbeitsaufwand prüfen. Vergleichen Sie den geschätzten Aufwand für den Auftrag mit der Planung für das gesamte Modul. Bei deutlichen Abweichungen klären Sie die Gründe und prüfen, ob Auftrag oder Zeitplanung angepasst werden müssen. ECTS-Punkte beziehen sich auf den gesamten Modulaufwand, nicht auf einzelne Aufträge.
- Mit Studierenden testen. Lassen Sie eine Tutorin oder zwei Studierende den Auftrag vorab lesen: Was verstehen sie darunter?
- Rückfragen auswerten. Sammeln Sie die Rückfragen nach der Woche, ergänzen Sie sie im Auftrag und verbessern Sie ihn für das nächste Semester.
Vorlage zum Kopieren
Du unterstützt mich als Dozierende bei der Formulierung eines klaren Wochenauftrags für eine Lernplattform. Modul: [Modul]. Woche: [Nr.]. Lernziel der Woche: [Ziel]. Geplanter Arbeitsaufwand: [Stunden].
Hier ist mein bisheriger Auftragstext:
[Auftragstext]
Aufgabe:
1. Prüfe den Text auf fehlende Angaben zu: Aufgabe, erwartetes Ergebnis (Form, Umfang), Zeitrahmen, Abgabe, Beurteilung, erlaubte Hilfen (inkl. KI). Nenne Lücken als Liste.
2. Schlage eine überarbeitete Fassung vor mit den Abschnitten «Aufgabe», «Ergebnis», «Zeit», «Hilfen», «Wofür wird das Ergebnis verwendet».
3. Ergänze zwei bis drei Kriterien («Eine gute Lösung …»).
4. Schreibe in einfacher, präziser Sprache und erfinde keine Vorgaben, die ich nicht genannt habe. Kennzeichne Stellen, die ich entscheiden muss, mit [ENTSCHEIDEN].Setzen Sie Modul, Ziel und Auftragstext ein. Füllen Sie die markierten Stellen selbst aus, besonders die Regeln zu Hilfsmitteln.
| Frage der Studierenden | Gehört in den Auftrag |
|---|---|
| Was genau soll ich tun? | Aufgabe in einem Satz |
| Wie sieht das Ergebnis aus? | Form, Umfang, Beispiel |
| Wie lange darf es dauern? | Zeitrahmen in Stunden |
| Darf ich Hilfsmittel nutzen? | Regeln inkl. KI |
| Wird es bewertet? | Beurteilung, Verwendung |
Worauf Sie achten müssen
- Vorgaben nicht erfinden lassen: Die KI darf keine Anforderungen, Umfänge oder Beurteilungsregeln festlegen, die Sie nicht entschieden haben. Prüfen Sie jede Ergänzung.
- KI-Regeln eindeutig formulieren: Ob und wofür Studierende KI nutzen dürfen, regelt Ihre Hochschule, je nach Fach und Modul unterschiedlich. Schreiben Sie es in jeden Auftrag, statt es offen zu lassen. Mehr dazu: KI erlaubt? Hinweise für einzelne Studienaufgaben formulieren.
- Arbeitsaufwand: Aufträge, die zeitlich nicht passen, überlasten Studierende. Planen Sie realistisch und prüfen Sie nach.
- Datenschutz: Geben Sie keine Rückmeldungen oder Arbeiten von Studierenden in öffentliche KI-Dienste ein. Für die Formulierung des Auftrags brauchen Sie sie nicht.
- Zugänglichkeit: Aufträge sollten auch mit Screenreader oder bei anderer Erstsprache verständlich sein. Kurze Sätze, klare Struktur, keine Bilder ohne Beschreibung.
- Urheberrecht: Geben Sie keine ganzen Texte der Lektüre in KI-Dienste ein. Für den Auftrag genügen Titel und Ziel.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Keller gibt der KI ihren Auftrag zur Organisationskultur und das Lernziel «Studierende können zwei Kulturmodelle vergleichen».
Vorher: «Setzen Sie sich mit dem Text von Müller zur Organisationskultur auseinander.» Sieben Rückfragen am Dienstag. Nachher: Die KI zeigt, dass Ergebnis, Umfang, Zeit und KI-Regeln fehlen. Die überarbeitete Fassung nennt: «Aufgabe: Vergleichen Sie die zwei Kulturmodelle aus dem Text in einer Tabelle. Ergebnis: Eine Tabelle mit mindestens vier Kriterien und einer Begründung (maximal eine Seite). Zeit: 3 Stunden. Hilfen: KI darf zur Erklärung von Begriffen genutzt werden, die Tabelle schreiben Sie selbst. Verwendung: unbenotet, Grundlage für die Präsenzsitzung.» Die Kriterienbeschreibung der KI war zu streng, und Frau Keller lockerte sie. Es kommen noch zwei Rückfragen.
So hilft Ihnen Alpasana
Klare Aufträge entstehen aus klaren Aufträgen an die KI: Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat. Der Online-Kurs Prompt Engineering von absofort übt diese Struktur, das schrittweise Bearbeiten komplexer Aufgaben, das Überarbeiten von Prompts und das Prüfen von Ergebnissen. Er berücksichtigt den Datenschutz, verlangt keine Programmierkenntnisse und endet mit einem Zertifikat.
Anforderungen, Beurteilung und KI-Regeln in Ihrem Modul legen Sie mit Ihrer Hochschule fest.
Häufige Fragen
Wie lang soll ein Wochenauftrag sein?
Kurz genug, um in zwei Minuten gelesen zu werden, und lang genug, um die vier Fragen zu beantworten. Meist reichen fünf bis zehn Sätze.
Soll ich jedes Mal Kriterien angeben?
Bei neuen Aufgabenformen ja. Bei wiederkehrenden Aufträgen genügt ein Verweis auf die bekannten Kriterien. Hinweise zum Zerlegen von Aufgaben: Komplexe Studienaufträge mit KI in klare Schritte zerlegen.
Wie gehe ich mit Fragen zu KI um?
Legen Sie Regeln vorab fest und schreiben Sie sie in den Auftrag. Das verhindert Unsicherheit und ungleiche Behandlung.
Kann die KI Aufträge für das ganze Semester erstellen?
Sie kann Entwürfe liefern, aber jeder Auftrag braucht Ihre Prüfung. Abstimmung mit Lernzielen und Prüfung bleibt Ihre Aufgabe.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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