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Didaktik & Methoden · Prompt Engineering

Werkstattunterricht: Offene Aufträge mit KI vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Im Werkstattunterricht erkunden Lernende Material und bearbeiten offene Aufträge in eigenem Tempo und auf eigenen Wegen. Eine KI kann Ihnen Auftragsentwürfe und Materialideen liefern; die fachliche Richtung, die Sicherheit und die Begleitung der Lernenden bleiben Ihre Aufgabe.

Das Problem

Frau Keller möchte in ihrer Mittelstufenklasse einen Werkstattunterricht zum Thema «Brücken» durchführen. Sie hat Material gesammelt: Papier, Holzstäbe, Bindfaden, Bücher, Bilder. Doch beim Schreiben der Aufträge merkt sie: Entweder sind sie so eng, dass alle dasselbe tun, oder so offen, dass einige Lernende nicht wissen, wo sie anfangen sollen.

Werkstattunterricht ist eine Unterrichtsform, bei der Lernende in einer vorbereiteten Umgebung mit Material und Aufträgen selbständig arbeiten. Anders als beim Stationenlernen mit fest vorgegebener Reihenfolge entscheiden sie stärker selbst, womit sie sich beschäftigen. Die Aufträge sind offen: Sie erlauben mehrere Wege und mehrere Ergebnisse.

Offene Aufträge sind anspruchsvoll zu schreiben. Sie brauchen eine klare fachliche Richtung, Anschlussfähigkeit für verschiedene Vorkenntnisse und Hinweise für Hilfen. KI kann Entwürfe liefern, die Sie prüfen und anpassen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Fachliche Richtung festlegen. Was sollen die Lernenden am Ende verstanden haben? Zum Beispiel: Wie Form und Kraft bei Brücken zusammenhängen. Ohne Richtung wird die Werkstatt zur Beschäftigung.
  1. Material und Raum klären. Listen Sie auf, was zur Verfügung steht, wie viele Lernende gleichzeitig arbeiten und welche Sicherheitsregeln gelten (Schere, Leim, Werkzeug).
  1. Auftragsentwürfe erzeugen lassen. Nutzen Sie den Prompt unten. Die KI soll Aufträge mit offenen Wegen, Leitfragen und Hinweisen für Vertiefung liefern.
  1. Aufträge selbst durchspielen. Probieren Sie jeden Auftrag mit dem Material aus. Funktioniert er? Wie lange dauert er? Ist er mit dem Material wirklich möglich?
  1. Hilfen und Impulse ergänzen. Bereiten Sie für jeden Auftrag einen Hinweis und eine Vertiefung vor. Das hilft Lernenden, die nicht weiterkommen oder sehr schnell sind.
  1. Dokumentation festlegen. Wie halten Lernende fest, was sie herausgefunden haben? Ein Forschungsheft, Fotos der Bauten, kurze Notizen genügen.
  1. Auswertung planen. Planen Sie am Ende ein Gespräch, bei dem Lernende ihre Wege vorstellen und Gemeinsamkeiten finden. Dort wird aus dem Erkunden Wissen.
  1. Begleiten statt erklären. Gehen Sie durch die Werkstatt, beobachten Sie und stellen Sie Fragen («Was hast du ausprobiert? Was fällt dir auf?»). Erklärungen geben Sie erst, wenn Lernende danach fragen.

Vorlage zum Kopieren

Du unterstützt mich als Lehrperson bei der Vorbereitung eines Werkstattunterrichts. Stufe: [Stufe]. Fach: [Fach]. Thema: [Thema]. Fachliche Richtung (das sollen die Lernenden erkennen): [Lernziel].

Verfügbares Material: [Liste]. Dauer: [Anzahl Lektionen]. Gruppengrösse: [Einzel/Paare].

Aufgabe:
1. Entwirf sechs offene Aufträge. Jeder erlaubt mehr als einen Lösungsweg und endet in einem sichtbaren Ergebnis.
2. Ergänze pro Auftrag eine Leitfrage, einen kleinen Hinweis für Lernende, die nicht weiterkommen, und eine Vertiefung für Schnelle.
3. Nenne Sicherheitsfragen, die ich vorher klären muss.
4. Formuliere die Aufträge in einfacher Sprache für [Alter].
5. Verwende nur das genannte Material und erfinde keine fachlichen Behauptungen.

Passen Sie Material und Dauer an. Wenn ein Auftrag mit dem vorhandenen Material nicht geht, streichen Sie ihn, statt ihn zu retten.

EigenschaftZu engOffen mit Richtung
Auftrag«Baue eine Brücke nach Bild»«Baue eine Brücke, die einen Becher trägt. Was macht sie stabil?»
ErgebnisEine richtige LösungMehrere Bauten, gemeinsame Merkmale
HilfeLösung zeigenHinweis, dann Beispiel

Worauf Sie achten müssen

  • Machbarkeit: KI-Aufträge verlangen manchmal Material, das nicht vorhanden ist, oder behaupten Dinge, die nicht funktionieren. Probieren Sie jeden Auftrag selbst aus.
  • Sicherheit: Bei Werkzeug, Hitze oder Chemikalien gelten Sicherheitsregeln Ihrer Schule und der Fachstelle. Verlassen Sie sich nicht auf KI-Angaben dazu.
  • Fachliche Richtigkeit: Erklärungen in Hinweisen und Leitfragen müssen stimmen. Prüfen Sie sie im Lehrmittel nach.
  • Überforderung: Offene Arbeit braucht Übung. Starten Sie mit kleineren Werkstätten und bauen Sie Selbständigkeit schrittweise auf.
  • Bildungsgerechtigkeit: Lernende mit weniger Vorwissen oder Sprachschwierigkeiten brauchen Hilfen wie Bildkarten und gestufte Hinweise, damit sie nicht untergehen.
  • Datenschutz: Fotos von Lernenden und ihren Bauten sind Personendaten, wenn Personen erkennbar sind. Laden Sie sie nicht in öffentliche KI-Dienste hoch und geben Sie keine Schülerdaten ein.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Frau Keller bereitet eine zweiwöchige Werkstatt «Brücken» für die 5. Klasse vor. Die KI liefert sechs Aufträge, darunter «Baue eine Papierbrücke, die zwei Bücher überspannt und ein Mäppchen trägt» und «Vergleiche, wie sich Papier gefaltet und flach verhält».

Vorher: Ihre Aufträge hiessen «Baue eine Brücke» und führten zu Unruhe, weil einige Gruppen nicht wussten, womit starten. Nachher: Sie probiert die Aufträge aus, streicht einen mit Leim (zu langsame Trocknung) und ergänzt Hinweiskarten. Im Auswertungskreis erkennen die Lernenden selbst, dass gefaltetes Papier mehr trägt, und sie suchen Beispiele im Alltag. Eine Behauptung der KI zu Kräften bei einer Bogenbrücke war ungenau, Frau Keller hat sie korrigiert.

So hilft Ihnen Alpasana

Offene Aufträge brauchen klare Vorgaben an die KI: Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat. Der Online-Kurs Prompt Engineering von absofort übt diese Struktur, das schrittweise Bearbeiten komplexer Aufgaben und die Prüfung der Ergebnisse. Der Kurs berücksichtigt den Datenschutz, verlangt keine Programmierkenntnisse und endet mit einem Zertifikat.

Die didaktische Verantwortung für Aufträge und Sicherheit in Ihrer Werkstatt bleibt bei Ihnen und Ihrer Schule.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich Werkstattunterricht vom Stationenlernen?

Beim Stationenlernen durchlaufen Lernende vorgegebene Stationen, oft in festen Zeiten. In der Werkstatt wählen sie stärker selbst aus und erkunden Material. Mehr zum Stationenlernen: Stationenlernen mit KI: Stationen didaktisch verbinden.

Wie viel Zeit sollte ich einplanen?

Mehrere Lektionen am Stück sind sinnvoll, denn Erkunden braucht Anlaufzeit. Planen Sie am Ende ein gemeinsames Gespräch ein.

Wie beurteile ich Leistungen in der Werkstatt?

Beurteilen Sie nicht nur das Produkt, sondern auch Vorgehen und Begründungen. Legen Sie Kriterien vorher fest und kommunizieren Sie sie. Die Regeln der Beurteilung unterscheiden sich je nach Kanton.

Wie gehe ich mit Lernenden um, die nichts anfangen?

Bieten Sie einen kleinen Einstieg an und lassen Sie sie zu zweit beginnen. Gestufte Hilfen finden Sie bei Gestufte Hilfen mit KI: Erst ein Impuls, dann mehr Hilfe.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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