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Didaktik & Methoden · Prompt Engineering

Unterstützte Kommunikation: Gesprächsanlässe mit KI planen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Unterstützte Kommunikation (UK) ergänzt oder ersetzt Lautsprache durch Symbole, Gebärden oder Geräte. Gesprächsanlässe im Unterricht gelingen mit klaren Fragen, passendem Wortschatz und genug Zeit. KI kann Entwürfe liefern; Auswahl und Anpassung geschehen mit dem Kind und Fachpersonen.

Das Problem

Im Klassenzimmer wird viel gesprochen: Fragen, Antworten, Diskussionen, kurze Zurufe. Für Kinder, die wenig oder gar nicht mit Lautsprache kommunizieren, ist das eine grosse Hürde. Sie verstehen oft mehr, als sie zeigen können, und haben kaum Gelegenheit, sich einzubringen. Frau Keller möchte, dass ein Kind mit Unterstützter Kommunikation Teil des Gesprächs wird, statt nur danebenzusitzen.

Unterstützte Kommunikation (UK) umfasst Mittel, die Lautsprache ergänzen oder ersetzen: Gebärden, Mimik, Bildkarten, Symbole, Kommunikationstafeln und elektronische Geräte mit Sprachausgabe. Welche Mittel ein Kind nutzt, wird individuell von Fachpersonen mit dem Kind und seinem Umfeld abgeklärt, zum Beispiel von der UK-Beratung, der Logopädie und der Heilpädagogik.

Für die Lehrperson stellt sich die Frage: Wie plane ich Gesprächsanlässe, bei denen das Kind mit seinen Mitteln antworten kann? Das gelingt über passenden Wortschatz, klare Fragen mit Antwortoptionen und genug Zeit. KI kann dafür Entwürfe liefern. Sie ersetzt aber weder das Wissen der Fachpersonen noch die Kenntnis des Kindes.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Mit den Fachpersonen klären. Fragen Sie die zuständige Fachperson und die Eltern, welche Mittel das Kind nutzt, welche Wörter und Symbole bekannt sind und wie viel Zeit es braucht. Das ist der wichtigste Schritt.
  2. Gesprächsanlass bestimmen. Wählen Sie eine konkrete Situation: Morgenkreis, Auswertung einer Geschichte, Klassenrat. Was soll das Kind mitteilen können?
  3. Wortschatz sammeln. Notieren Sie die Wörter und Konzepte, die im Anlass vorkommen. Lassen Sie die KI eine Liste mit Kernwörtern (häufige, vielseitige Wörter wie «will», «mehr», «fertig») und passendem Themenwortschatz vorschlagen. Prüfen Sie sie mit der Fachperson.
  4. Fragen mit Antwortoptionen formulieren. Lassen Sie sich Fragen mit zwei bis vier klaren Antwortmöglichkeiten entwerfen, die das Kind zeigen, deuten oder auswählen kann. Offene Fragen ergänzen Sie, wenn das Kind dafür Mittel hat.
  5. Material vorbereiten. Erstellen Sie Karten oder Tafelseiten mit den Symbolen, die das Kind kennt. Verwenden Sie dafür die Symbolsammlung, die dem Kind vertraut ist und deren Lizenz Sie nutzen dürfen. KI-erzeugte Bilder sind oft uneinheitlich und können Verwirrung stiften.
  6. Zeit und Rollen einplanen. Geben Sie Wartezeit, bevor Sie nachhelfen. Klären Sie, wer das Kind beim Gespräch unterstützt, und üben Sie mit der Klasse, geduldig zu warten.
  7. Auswerten. Notieren Sie, was gelang und wo Wörter oder Symbole fehlten. Ergänzen Sie sie gemeinsam mit der Fachperson.
BausteinBeispielWer entscheidet
Kernwörterwill, mehr, fertig, nochmal, ja, neinFachperson und Kind
ThemenwortschatzWald, Baum, Tier, gross, kleinLehrperson mit Fachperson
Frageformat«Was gefällt dir: Hase oder Igel?»Lehrperson
MaterialKarten, Tafel, GerätKind, Fachperson, Eltern

Vorlage zum Kopieren

Ich plane einen Gesprächsanlass in einer Klasse ([Stufe]), in der ein Kind Unterstützte Kommunikation nutzt. Ich nenne keine Namen und keine Diagnosen.
Anlass: [z. B. Morgenkreis zum Thema Wald]
Mittel, die das Kind nutzt (von der Fachperson bestätigt): [z. B. Bildkarten, Kommunikationstafel]
Erstelle:
1. Eine Liste mit 10 Themenwörtern und 10 Kernwörtern, die in diesem Anlass nützlich sind.
2. Acht Fragen mit je zwei bis vier Antwortmöglichkeiten, die man zeigen oder auswählen kann.
3. Drei Satzanfänge, mit denen Mitschülerinnen und Mitschüler Fragen stellen können, die mit Ja/Nein oder Auswahl beantwortet werden.
4. Hinweise zu Wartezeit und Rollen im Gespräch.
Weise darauf hin, dass Wortschatz und Symbole mit der zuständigen Fachperson abgestimmt werden müssen. Verwende einfache Sprache und keine Diagnosen.

Setzen Sie Stufe, Anlass und Mittel ein. Die Wortlisten besprechen Sie mit der Fachperson, bevor Sie Material herstellen.

Worauf Sie achten müssen

  • Fachpersonen einbeziehen. UK ist ein Fachgebiet. Entscheidungen über Mittel, Vokabular und Geräte treffen das Kind, die Eltern und Fachleute, nicht die KI oder Sie allein.
  • Keine Personendaten. Namen, Diagnosen und Beobachtungen zu einzelnen Kindern gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Orientierung bietet das Educa-Dossier; es gelten die kantonalen Vorgaben.
  • Konsistente Symbole. Wechselnde Bilder verwirren. Verwenden Sie die Symbole, die das Kind kennt, und beachten Sie die Lizenz der Sammlung.
  • Nicht über das Kind hinweg planen. Das Kind ist Gesprächspartner, nicht Objekt. Fragen Sie nach seinen Interessen und Vorlieben.
  • Zeit ist ein Teil der Methode. UK-Gespräche brauchen mehr Zeit. Planen Sie sie ein, auch wenn der Stundenplan eng ist.
  • Kompetenz zutrauen. Unterschätzen Sie nicht, was das Kind versteht. Stellen Sie auch anspruchsvolle Fragen mit passenden Antwortoptionen, siehe UDL-Ansatz.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel aus einer 2. Klasse in Sursee: Ein Kind nutzt eine Kommunikationstafel mit Symbolen. Im Morgenkreis soll es mitreden können.

Vorher: Frau Keller fragt «Was habt ihr am Wochenende gemacht?». Das Kind hat dafür keine passenden Symbole und kann nicht antworten.

Nachher: Sie bespricht mit der Logopädin und den Eltern, welche Wörter die Tafel enthält, und lässt sich von der KI Wochenendthemen mit Auswahlfragen vorschlagen («Warst du draussen oder drinnen?»). Die Fachperson ergänzt zwei Symbole. Im Morgenkreis wartet Frau Keller geduldig und die Klasse übt, nicht dazwischenzureden. Das Kind zeigt auf «draussen» und «Hund», und die Klasse fragt nach. Es ist das erste Mal, dass es ein Gespräch mitgestaltet.

So hilft Ihnen Alpasana

Gesprächsanlässe und Fragenlisten entstehen mit klaren Prompts: Rolle, Ziel, Verbote und Ausgabeformat. Im Prompt-Engineering-Kurs von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Prompts zu überarbeiten und Ergebnisse zu prüfen. Der Kurs ist online, mit Zertifikat und ohne Programmierkenntnisse. Fachliche Beratung zu UK bleibt bei den zuständigen Fachstellen.

Häufige Fragen

Wer erstellt Kommunikationstafeln?

Das erarbeiten in der Regel Fachpersonen gemeinsam mit dem Kind und seinem Umfeld. Lehrpersonen ergänzen themenbezogene Seiten, wenn sie vorher abgestimmt sind.

Kann KI Symbole oder Bilder für UK erzeugen?

Sie kann Bilder erstellen, aber sie sind oft uneinheitlich und können unklar oder falsch sein. Für UK eignen sich bekannte, konsistente Symbolsammlungen mit passender Lizenz.

Wie reagiere ich, wenn das Kind nicht antwortet?

Warten Sie, bieten Sie wenige Auswahlmöglichkeiten an und vermeiden Sie Druck. Es kann Zeit oder Wortschatz fehlen. Beobachten Sie und besprechen Sie es mit der Fachperson. Ein verwandtes Thema ist Beteiligung ohne Sprechdruck.

Brauche ich dafür eine Weiterbildung?

Eine Einführung in UK ist sehr hilfreich. Informieren Sie sich bei Ihrer Schulleitung, der Heilpädagogik oder kantonalen Fachstellen über Angebote.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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