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Coach werden & arbeiten · Prompt Engineering

Supervision vorbereiten: Mit KI die eigene Lernfrage schärfen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Supervision ist die fachliche Reflexion Ihrer Arbeit mit einer erfahrenen Person. Mit KI schärfen Sie Ihre Lernfrage, indem Sie sie ohne Namen und Falldetails formulieren und ordnen. Der Fall selbst und die Reflexion gehören in die Supervision, nicht in einen KI-Chat.

Das Problem

Nach einer Sitzung sind Sie unzufrieden. Etwas war zäh, Sie haben zu viel erklärt, oder Sie fühlten sich in der Rolle unsicher. Sie haben einen Supervisionstermin in einer Woche, aber Ihnen fehlen die Worte: Was genau möchten Sie dort klären? Am Ende erzählen Sie eine halbe Stunde den Fall und kommen nie zu Ihrer eigentlichen Frage.

Supervision bedeutet, die eigene berufliche Arbeit mit einer erfahrenen, ausgebildeten Person zu reflektieren, um professioneller zu handeln. Sie dient nicht der Behandlung von Klientinnen, sondern Ihrer Weiterentwicklung als Coach. Wie viel Zeit Ihnen in der Sitzung bleibt, hängt davon ab, wie klar Sie Ihr Anliegen formulieren. Man nennt das die Lernfrage: Was will ich über meine Arbeit lernen?

KI kann Ihnen helfen, diese Frage zu schärfen. Wichtig ist aber die Grenze: Falldetails, Namen und Gesprächsinhalte Ihrer Klientel gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Sie arbeiten mit Ihrer eigenen Perspektive, nicht mit dem Fall.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Direkt nach der Sitzung notieren: Schreiben Sie auf Papier oder in ein geschütztes Dokument auf, was Ihnen aufgefallen ist, ohne Namen. Zum Beispiel: «Ich habe zum dritten Mal Lösungen vorgeschlagen.»
  2. Auf Ihre Rolle zoomen: Fragen Sie sich: Was habe ich gemacht? Was habe ich gefühlt? Was wollte ich erreichen? Es geht um Sie, nicht um die Klientin.
  3. Alle Details entfernen: Streichen Sie Namen, Berufe, Orte, Branchen, Ereignisse und alles, was jemanden erkennbar macht. Beschreiben Sie nur das Muster.
  4. Mit KI die Lernfrage schärfen: Geben Sie nur die allgemeine, anonymisierte Beschreibung in die Vorlage ein. Lassen Sie sich Rückfragen und drei mögliche Formulierungen geben.
  5. Eine Fassung wählen: Wählen Sie die Version, die für Sie stimmt. Schreiben Sie sie in Ihren eigenen Worten.
  6. Wunschrolle der Supervision klären: Brauchen Sie Feedback, neue Ideen, Methodentipps oder Entlastung? Sagen Sie es in einem Satz.
  7. In die Supervision mitnehmen: Nennen Sie Lernfrage und gewünschte Hilfe gleich zu Beginn. Der Fall selbst wird dort besprochen, mit den Regeln Ihrer Supervisorin.
  8. Nach der Sitzung festhalten: Notieren Sie drei Erkenntnisse und einen Versuch für die nächste Woche.
Schwache LernfrageGeschärfte Lernfrage
«Wie gehe ich mit schwierigen Klienten um?»«Was tue ich, wenn ich mich gedrängt fühle, Lösungen anzubieten?»
«War das gutes Coaching?»«An welcher Stelle habe ich den Auftrag aus den Augen verloren?»
«Was mache ich falsch?»«Welche Fragen könnte ich stellen, statt zu erklären?»

Vorlage zum Kopieren

Dieser Prompt enthält bewusst keinen Fall, sondern nur Ihre Perspektive. Er folgt dem Aufbau Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat.

Aufgabe: Hilf mir, eine Lernfrage für meine nächste Supervision zu schärfen.
Rolle: Du bist eine erfahrene Gesprächspartnerin und stellst Fragen, du gibst
keine Ratschläge.
Kontext: Ich bin Coach in der Schweiz. In der letzten Sitzung habe ich
bemerkt: [anonymisierte Beobachtung zu meinem eigenen Verhalten, z. B. «Ich
habe mehrmals Lösungen vorgeschlagen, obwohl die Person sie nicht wollte»].
Es gibt keine Angaben zu Personen, Orten oder Inhalten.
Ziel: Eine Lernfrage in einem Satz, die zu mir und meiner Rolle passt.
Ausgabeformat: 1. Stelle mir zuerst vier Rückfragen, eine pro Nachricht.
2. Danach drei mögliche Formulierungen der Lernfrage.
3. Zum Schluss ein Satz, der beschreibt, welche Hilfe ich mir von der
Supervision wünschen könnte.
Frage nicht nach Namen oder Details über die Klientin.

Passen Sie die Beobachtung an. Falls Ihnen doch ein Detail über jemanden einfällt, lassen Sie es weg.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Falldaten in öffentlichen KI-Diensten: Auch scheinbar anonyme Beschreibungen können erkennbar sein, etwa durch Beruf, Ort und Situation. Im Zweifel weglassen.
  • Vertraulichkeit: Gespräche mit Klientinnen sind vertraulich vereinbart. Klären Sie, wie sie in der Supervision besprochen werden, siehe Supervision mit KI: Grenzen.
  • KI ersetzt keine Supervision: Sie kennt Ihre Praxis nicht, hat keine Verantwortung und kann Ihre Wirkung im Raum nicht beurteilen.
  • Zu schnelle Bestätigung: KI neigt zur Zustimmung. Fragen Sie nach Gegenperspektiven und prüfen Sie, ob die Antwort Ihnen schmeichelt.
  • Keine Diagnosen: Lassen Sie die KI nicht über die psychische Verfassung Ihrer Klientel spekulieren. Das ist weder Ihre Rolle noch ihre.
  • Eigene Belastung: Wenn Ihnen ein Fall sehr nahe geht, gehört das in die Supervision oder zu einer Fachperson. In einer akuten Krise erreichen Sie in der Schweiz die Dargebotene Hand unter 143.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Coachin aus Biel bemerkt, dass sie in Sitzungen mit Führungskräften schneller Ratschläge gibt als in anderen Sitzungen. Sie hat in zwei Tagen Supervision.

Vorher: Sie plant, den letzten Fall ausführlich zu schildern, und befürchtet, dass die Zeit nicht reicht, um zur Sache zu kommen.

Nachher: Sie notiert ohne Namen: «Bei Führungspersonen fühle ich mich unter Druck, kompetent zu wirken, und liefere Lösungen.» Mit der Vorlage entstehen vier Rückfragen und drei Formulierungen. Sie wählt: «Was brauche ich, damit ich bei Führungskräften mehr frage als antworte?» In der Supervision beginnt sie mit diesem Satz. Das Gespräch geht tiefer und führt zu einem konkreten Versuch: Sie stellt in der nächsten Sitzung zuerst drei Fragen.

So hilft Ihnen Alpasana

Klare Aufträge an die KI schreiben zu können, ist die Grundlage dafür. Der Kurs Prompt Engineering von absofort behandelt laut Beschreibung, wie Sie Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegen, Prompts überarbeiten und Ergebnisse prüfen, mit Berücksichtigung des Datenschutzes. Er ist ein Online-Kurs mit Zertifikat, Programmierkenntnisse sind nicht nötig.

Supervision selbst bietet der Kurs nicht. Dafür suchen Sie sich eine ausgebildete Supervisorin oder einen Supervisor, etwa über Ihren Berufsverband.

Häufige Fragen

Darf ich meine Klientin in der Supervision besprechen?

Das hängt von Ihrer Vereinbarung ab. Klären Sie im Vertrag, dass Sie Fälle anonymisiert in Supervision besprechen. Fragen Sie Ihre Supervisorin nach den Regeln.

Was ist der Unterschied zu Intervision?

Supervision wird von einer ausgebildeten Person geleitet. Intervision ist ein Austausch unter Kolleginnen und Kollegen auf Augenhöhe. Mehr dazu lesen Sie unter Intervision starten.

Wie oft sollte ich Supervision nutzen?

Das hängt von Ihrer Erfahrung, Ihrer Ausbildung und Ihrem Verband ab. Manche Verbände verlangen regelmässige Supervision. Klären Sie es mit Ihrer Organisation.

Kann KI meine Supervisorin ersetzen?

Nein. Eine KI kennt weder Ihre Wirkung noch Ihre Praxis und trägt keine Verantwortung. Sie kann Ihnen helfen, sich vorzubereiten, mehr nicht.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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