Zum Inhalt springen

Branchen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Beschäftigungsangebote im Pflegeheim mit KI vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Sammeln Sie Interessen und Fähigkeiten Ihrer Gruppe, ohne Personendaten in KI-Werkzeuge einzugeben, und lassen Sie sich Ideen und Ablaufpläne für Gruppenstunden entwerfen. Prüfen Sie jede Idee auf Sicherheit, Machbarkeit und Würde. Die Fachperson wählt aus und passt an die Menschen an.

Das Problem

Die Gruppenstunde steht in einer Stunde an, und Sie haben noch keine Idee. Immer wieder Memory, Singen, Zeitung vorlesen: Das ist schön, aber irgendwann wird es eintönig, für die Bewohnerinnen und Bewohner und für Sie. Sie suchen abwechslungsreiche Beschäftigungsideen, die Sie auf Ihre Gruppe abstimmen können.

Beschäftigung in der Pflege soll Freude machen, Fähigkeiten stärken und den Alltag strukturieren. Dazu muss sie zu den Menschen passen: zu ihren Interessen, ihrer Biografie, ihrer Beweglichkeit, ihrem Hör- und Sehvermögen und ihrer Tagesform. Eine Gruppe mit Menschen mit Demenz braucht anderes als eine Gruppe mit rüstigen Seniorinnen.

KI kann viele Ideen schnell liefern, Ablaufpläne entwerfen und Materiallisten erstellen. Sie kennt Ihre Menschen nicht. Die Auswahl und Anpassung bleibt Ihre Fachaufgabe, ebenso die Sicherheit bei jeder Aktivität.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Beschreiben Sie Ihre Gruppe allgemein. Wie gross, welche Fähigkeiten (Beweglichkeit, Hören, Sehen, Aufmerksamkeit), welche Themen kommen gut an? Verwenden Sie Beschreibungen wie «fünf bis acht Personen, teils im Rollstuhl, leichte Demenz», aber keine Namen oder Diagnosen einzelner Personen.
  2. Sammeln Sie Interessen. Aus Gesprächen und Biografiearbeit wissen Sie, was beliebt ist: Musik, Garten, Handarbeit, Kochen, Sport, Geschichten. Notieren Sie Themen allgemein. Siehe Biografiearbeit.
  3. Legen Sie Rahmen fest. Dauer, Raum, Material, Begleitpersonen, Jahreszeit, Kosten. Fehlender Platz oder Material entscheiden oft über die Machbarkeit.
  4. Lassen Sie Ideen entwerfen. Verwenden Sie die Vorlage unten. Bitten Sie um verschiedene Aktivitätsarten (Bewegung, Sinne, Gedächtnis, Kreativität, Gemeinschaft) und um Anpassungen für unterschiedliche Fähigkeiten.
  5. Prüfen Sie jede Idee auf Sicherheit. Gibt es Verletzungsgefahr (heisse Geräte, kleine Teile, Verschluckgefahr)? Sind Allergien oder Diäten betroffen (etwa bei Backen oder Degustation)? Beachten Sie die Vorgaben Ihres Hauses.
  6. Prüfen Sie Würde und Angemessenheit. Ist die Aktivität altersgerecht, ohne kindlich zu wirken? Dürfen alle selbst entscheiden, ob und wie sie mitmachen? Vermeiden Sie Zwang.
  7. Probieren Sie es aus und holen Sie Rückmeldungen. Beobachten Sie, wer mitmacht, wer sich langweilt, was Freude auslöst. Fragen Sie die Teilnehmenden.
  8. Sammeln Sie Bewährtes. Legen Sie eine einfache Ideensammlung mit Ablauf, Material und Erfahrungen an, die auch Kolleginnen nutzen können.

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Prompt erhalten Sie Ideen. Beschreiben Sie die Gruppe allgemein, ohne Personendaten.

Du hilfst einer Aktivierungsfachperson in einem Pflegeheim in der Schweiz bei der Planung von Beschäftigungsangeboten.

Gruppe (allgemein, keine Personendaten): [Anzahl] Personen, Alter ca. [Spanne], Fähigkeiten: [z. B. teils Rollstuhl, eingeschränktes Hören, leichte Demenz], Interessen: [z. B. Musik, Natur, Backen, Handarbeit]
Dauer: [Minuten], Raum: [Beschreibung], Material vorhanden: [Liste], Jahreszeit: [Jahreszeit]
Begleitpersonen: [Anzahl]

Aufgabe:
1. Schlage 8 Aktivitäten vor, gemischt aus: Bewegung, Sinneserfahrung, Erinnerung, Kreatives, Gemeinschaft.
2. Beschreibe je Aktivität: Ablauf in 3 bis 5 Schritten, benötigtes Material, Vorbereitungszeit.
3. Gib zu jeder Aktivität an, wie sie für Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Hörschwäche oder Demenz angepasst werden kann.
4. Nenne Sicherheitshinweise (Verletzung, Verschlucken, Allergene), ohne sie als vollständig zu bezeichnen.
Regeln: Respektvoller Ton, keine kindlichen Aktivitäten, keine Ideen, die Zwang oder Peinlichkeit auslösen. Weise darauf hin, dass ich die Eignung für die Gruppe prüfe.

Wählen Sie aus, was zu Ihrer Gruppe passt, und passen Sie an. Zwei bis drei gute Ideen genügen.

Beispiele für Aktivitätsarten

ArtBeispielAnpassung
BewegungSitztanz, Ballspiel mit LuftballonIm Sitzen, mit Pausen
SinneDüfte raten, Stoffe fühlenAllergien beachten
ErinnerungAlte Fotos, Lieder aus der JugendBehutsam, kein Zwang
KreativMalen, Basteln, Gartenarbeit im KleinenGrosse Griffe, einfache Schritte
GemeinschaftGemeinsames Backen, ErzählrundeRollen nach Fähigkeit

Worauf Sie achten müssen

  • Sicherheit zuerst. KI beurteilt keine Risiken im Haus. Prüfen Sie Material, Raum und Fähigkeiten der Gruppe selbst, und halten Sie sich an die Vorgaben und Konzepte Ihres Betriebs.
  • Personen sind verschieden. Ideen für «die Gruppe» passen nie für alle. Bieten Sie Alternativen an und akzeptieren Sie Nein.
  • Keine Personendaten in KI-Werkzeugen. Interessen und Diagnosen einzelner Bewohnerinnen und Bewohner gehören ins Pflegesystem, nicht in KI-Chats. Hinweise bietet der EDÖB.
  • Allergene und Diäten. Bei Aktivitäten mit Lebensmitteln müssen Sie Unverträglichkeiten und Schluckprobleme berücksichtigen. Fragen Sie die Pflege.
  • Würde bewahren. Vermeiden Sie Aktivitäten, die Menschen vorführen oder überfordern. Stärken statt Defizite.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: In einem Pflegeheim im Emmental plant Frau Müller aus der Aktivierung eine Herbststunde für eine Gruppe von sieben Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten.

Vorher hätte sie wieder Memory gespielt. Nachher beschreibt sie die Gruppe allgemein (teils Rollstuhl, einzelne mit Hörgerät, Interesse an Natur und Musik) und erhält acht Ideen, darunter «Herbstfrüchte erraten mit verbundenen Augen» und «gemeinsam einen Herbstkranz binden».

Sie streicht das Erraten mit verbundenen Augen, weil das für zwei Personen unangenehm sein könnte, und wählt den Kranz mit grossen, leicht greifbaren Materialien. Zwei Personen machen die Stimmung am Tisch mit Liedern, und die Rückmeldungen sind positiv. Sie ergänzt ihre Ideensammlung.

So hilft Ihnen Alpasana

Bei KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben finden Sie Kurse zu Bürokommunikation und weiteren Arbeitsaufgaben mit Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarem Abschluss. Dort üben Sie, Ideen und Texte mit KI zu entwerfen und kritisch zu prüfen. Die Kurse sind nicht auf die Pflege zugeschnitten.

Die fachliche Aktivierungsplanung bleibt Ihre Kompetenz.

Häufige Fragen

Darf ich Angaben zu einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern in die KI eingeben?

Nein, nicht in nicht freigegebene Werkzeuge. Beschreiben Sie die Gruppe allgemein. Personenbezogene Angaben und Diagnosen gehören in Ihr Pflegesystem.

Wie finde ich heraus, was den Leuten gefällt?

Durch Gespräche, Biografiearbeit, Beobachtung und Rückmeldungen. Probieren Sie Neues aus und achten Sie auf Reaktionen.

Wie oft soll ich neue Ideen einbringen?

Gewohntes gibt Sicherheit, Neues Abwechslung. Eine Mischung aus beidem funktioniert meist gut. Beobachten Sie, was Ihre Gruppe braucht.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Weiterlesen in der Galaxie