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Berufsbildung · KI-Weiterbildung für konkrete Berufsrollen

KI verändert den Beruf: Welche Grundfertigkeiten bleiben nötig?

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Leiten Sie Grundfertigkeiten aus beruflichen Entscheidungen, Fehlerfolgen und der nötigen Kontrolle von KI-Ergebnissen ab. Üben Sie diese Fähigkeiten eigenständig und verbinden Sie sie anschliessend mit verantwortungsvoller Werkzeugnutzung.

Das Problem

Wenn KI Texte formuliert, Informationen ordnet oder Rechnungen vorbereitet, entsteht in der Ausbildung eine schwierige Frage: Was müssen Lernende noch selbst können? Frau Keller hört im Kollegium sowohl die Forderung, alles bisherige Üben beizubehalten, als auch den Wunsch, Grundlagen rasch durch Werkzeugtraining zu ersetzen.

Beide Positionen sind für eine konkrete Ausbildungsentscheidung zu grob. Wer eine KI-Ausgabe kontrollieren soll, braucht fachliche Begriffe, Verständnis für Zusammenhänge und geeignete Prüfwege. Gleichzeitig muss nicht jede bislang manuelle Routine unverändert denselben Platz im Unterricht behalten.

Das SBFI beschreibt die digitale Transformation als Anlass, veränderte berufliche Tätigkeiten in der Berufsentwicklung zu berücksichtigen. Welche Grundfertigkeiten in Ihrem konkreten Beruf erforderlich bleiben, klären Sie anhand geltender Ausbildungsgrundlagen und fachlicher Aufgabenanalyse. Die folgende Vorgehensweise ist eine pädagogische Arbeitshilfe, keine neue Vorschrift.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Wählen Sie eine typische berufliche Aufgabe. Beginnen Sie beispielsweise mit dem Prüfen einer vorbereiteten Auskunft oder einer Mengenberechnung. Beschreiben Sie Zweck, verfügbare Informationen und verantwortliche Person. Allgemeine Zukunftsaussagen über einen ganzen Beruf sind für die Planung einer Unterrichtseinheit zu ungenau.
  2. Zerlegen Sie den Arbeitsablauf. Halten Sie fest, was verstanden, entschieden, ausgeführt und kontrolliert werden muss. Lassen Sie eine erfahrene Berufsperson die oft unsichtbaren Denkschritte ergänzen. Ein scheinbar einfacher Kontrollblick kann auf umfangreichem Fachwissen beruhen, das Lernende erst aufbauen müssen.
  3. Ordnen Sie mögliche KI-Unterstützung ein. Nutzen Sie die Vorlage, um Vorschläge zu erhalten, welche Teilschritte ein Werkzeug unterstützen könnte. Markieren Sie diese als Annahmen, bis Sie sie mit einer freigegebenen Anwendung und geeigneten Beispielen geprüft haben. Eine behauptete technische Fähigkeit ist kein Grund, einen Ausbildungsinhalt zu streichen.
  4. Fragen Sie nach Fehlererkennung und Folgen. Welche Kenntnisse braucht die verantwortliche Person, um eine falsche Einheit, eine fehlende Bedingung oder eine unbelegte Behauptung zu erkennen? Welche Fehler hätten schwerwiegende Folgen? Bestimmen Sie daraus, wo eigenständiges Verständnis und verlässliche Kontrollhandlungen besonders wichtig sind.
  5. Prüfen Sie die Ausbildungsgrundlagen. Vergleichen Sie Ihre Überlegungen mit dem geltenden Bildungsplan und den Anforderungen der betroffenen Ausbildungsphase. KI darf keine vorgeschriebenen Inhalte ausser Kraft setzen. Unklare Auslegungen oder rechtliche Fragen klären Sie mit den zuständigen Fachpersonen und Stellen.
  6. Planen Sie getrennte und verbundene Übungsphasen. Lassen Sie eine wesentliche Grundlage zunächst ohne generierte Lösung bearbeiten. Verbinden Sie sie danach mit einer KI-Ausgabe, die geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden muss. So wird sichtbar, wozu das eigene Können im unterstützten Arbeitsablauf gebraucht wird.
  7. Sichern Sie einen eigenständigen Nachweis. Lassen Sie Lernende an einem neuen Beispiel erklären, warum sie ein Ergebnis akzeptieren, verwerfen oder weiter abklären. Reduzieren Sie dabei die vorherigen Hilfen. Ein richtiges Resultat ohne nachvollziehbare Prüfung genügt nicht, wenn fachliches Urteil das Lernziel ist.
  8. Überprüfen Sie die Entscheidung im Team. Dokumentieren Sie, welche Grundfertigkeit Sie erhalten, anders üben oder stärker mit Werkzeugen verbinden möchten und warum. Besprechen Sie dies zwischen Lehrbetrieb, Berufsfachschule und überbetrieblichen Kursen. Aktualisieren Sie die Planung bei veränderten Aufgaben, ohne auf jede neue Produktmeldung zu reagieren.

Vorlage zum Kopieren

Ich analysiere als Lehrperson eine berufliche Ausbildungsaufgabe.
Aufgabe und Zweck: [Beschreibung ohne Personen- oder Betriebsdaten]
Geprüfte Arbeitsschritte: [Ablauf]
Bezug zu geltenden Ausbildungsgrundlagen: [Fundstelle]
Allgemeine Ausbildungsphase: [Phase]

Erstelle eine vorläufige Tabelle:
Teilschritt | mögliche KI-Unterstützung | nötiges eigenes Verständnis |
zu erkennender Fehler | geeignete eigenständige Übung.
Kennzeichne technische Annahmen als ungeprüft.
Unterscheide Bedienroutine, Fachverständnis, Kontrolle und Entscheidung.
Erkläre, welche Fehler ohne Grundwissen unbemerkt bleiben könnten.
Erfinde keine Zukunftsprognosen und streiche keine offiziellen Lerninhalte.
Nenne Fragen, die Berufsfachpersonen beantworten müssen.

Ersetzen Sie die Platzhalter durch eine überschaubare Aufgabe und prüfen Sie jeden Vorschlag gemeinsam mit einer fachkundigen Person.

Worauf Sie achten müssen

  • Kontrolle braucht Inhalt. «Die Lernenden prüfen die KI» ist zu unbestimmt. Benennen Sie die Fachkenntnisse, Vergleichsgrössen oder Quellen, die für eine sinnvolle Kontrolle erforderlich sind.
  • Werkzeugausfall ist nur ein Argument. Eigenständiges Können hilft auch im normalen Betrieb, wenn eine Antwort plausibel klingt, aber unpassende Annahmen enthält. Beschränken Sie die Begründung von Grundlagen nicht auf Notfälle.
  • Keine ungesicherten Automatisierungsprognosen. KI kann Aufgaben unterstützen, doch Qualität und Einsatzbedingungen unterscheiden sich. Behaupten Sie nicht, ein Berufsteil oder eine Fähigkeit werde zu einem bestimmten Zeitpunkt unnötig.
  • Daten schützen. Verwenden Sie erfundene Aufgaben ohne Kunden-, Betriebs- oder Schülerdaten. Öffentliche KI-Dienste erhalten keine persönlichen Leistungsprofile; rechtliche Einzelfragen und kantonale Vorgaben klären Sie fachlich.
  • Sicherheitskritische Praxis bleibt Fachsache. KI-Entwürfe dürfen keine ungeprüften Handlungsanweisungen für reale Gefährdungssituationen liefern. Zuständige Fachpersonen bestimmen geeignete Übungen und Schutzmassnahmen.
  • Lernwege zugänglich halten. Stellen Sie geprüfte Beispiele auch ohne privates Gerät bereit. Alter, Vorwissen und sprachliche Voraussetzungen beeinflussen die nötigen Hilfen; sie dürfen nicht mit grundsätzlicher Unfähigkeit gleichgesetzt werden.
Teil der BeispielaufgabeNötige eigene GrundlageMöglicher Nachweis
Eine Berechnung prüfenGrössen und Einheiten verstehenErgebnis überschlagen und Abweichung erklären
Eine Auskunft freigebenBedingungen in der Fachquelle erkennenAussage mit einer Fundstelle abgleichen
Einen Arbeitsvorschlag wählenZweck und Grenzen der Verfahren kennenWahl und verworfene Alternative begründen

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: In einem Ausbildungsbetrieb im Kanton Schwyz werden Mengenberechnungen zunehmend mit digitalen Hilfen vorbereitet. Frau Keller diskutiert mit den Berufsbildenden, ob das manuelle Üben vollständig entfallen könnte. Gemeinsam untersuchen sie, welche Fehler eine scheinbar plausible Ausgabe enthalten kann.

Das Team entscheidet, Einheitenverständnis und Überschlagsrechnen weiterhin eigenständig zu üben. Anschliessend erhalten Lernende vorbereitete Ausgaben mit unterschiedlich gut erkennbaren Unstimmigkeiten. Sie müssen ihren Kontrollweg erklären und bestimmen, wann eine fachliche Rückfrage nötig ist.

Die Planung verbindet Grundlagen mit verantwortlicher Werkzeugnutzung, statt nur mehr Routineaufgaben zu verteilen. Für die Umsetzung helfen die Prüfung handlungsorientierter Aufgaben und ein gestufter Hilfeablauf für Lernende.

So hilft Ihnen Alpasana

Die rollenbezogenen KI-Weiterbildungen von absofort behandeln KI im Zusammenhang mit konkreten beruflichen Rollen. Zum belegten Angebot gehören Praxisfälle, Arbeitsaufträge und der Aufbau eines Werkzeugs für den eigenen Arbeitsalltag. Das kann Berufsbildenden helfen, Veränderungen in passenden Rollen anhand konkreter Aufgaben zu reflektieren.

Die Kurse decken nicht automatisch jeden Lehrberuf ab und ersetzen keine Prüfung des geltenden Bildungsplans. Der Abschluss ist ein privates Zertifikat; daraus folgt keine staatliche Anerkennung einer geänderten Ausbildungsplanung.

Häufige Fragen

Bedeutet eigenständiges Können immer Arbeiten ohne Hilfsmittel?

Nein, fachlich verantwortliches Handeln kann geeignete Hilfsmittel einschliessen. Entscheidend ist, ob die Person die Aufgabe versteht und das Ergebnis begründet beurteilen kann. Für einzelne Grundlagen kann dennoch eine Phase ohne generierte Lösung notwendig sein.

Wie vermeiden wir das Festhalten an überholten Routinen?

Begründen Sie jede Übungsform mit ihrem Beitrag zum beruflichen Können oder mit geltenden Anforderungen. Prüfen Sie, ob dasselbe Ziel durch eine passendere Aufgabe erreicht wird. Verwechseln Sie dabei eine veränderte Arbeitsweise nicht mit dem Wegfall des zugrunde liegenden Verständnisses.

Was, wenn Lernende nur noch die KI fragen möchten?

Vereinbaren Sie einen eigenen ersten Versuch und eine begrenzte Hilfe, bevor eine vollständige Antwort betrachtet wird. Besprechen Sie anschliessend, welche Entscheidung die Person selbst getroffen hat. Nutzen Sie neue Aufgaben, um den Aufbau des Verständnisses sichtbar zu machen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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