Berufsbildung · Prompt Engineering
IDAF mit KI: Fachperspektiven sinnvoll miteinander verbinden
Kurz gesagt
Interdisziplinäres Arbeiten in den Fächern (IDAF) verbindet mindestens zwei Fächer über eine gemeinsame Frage. Eine KI kann Ideen für Fragestellungen und Fachbeiträge liefern; ob die Fächer wirklich zueinander beitragen und nicht nur nebeneinanderstehen, prüfen Lehrpersonen und Lernende gemeinsam.
Das Problem
Frau Keller unterrichtet Wirtschaft an einer Berufsmaturitätsschule. Gemeinsam mit einem Kollegen, der Chemie unterrichtet, soll sie eine Aufgabe im Rahmen des interdisziplinären Arbeitens entwickeln. Ihre erste Idee: «Wasser». Der Kollege übernimmt die Chemie, sie die Wirtschaft. Beim Planen merken beide, dass sie zwei getrennte Referate vorbereiten, die nichts miteinander zu tun haben.
In der Berufsmaturität gibt es dafür ein eigenes Gefäss: das interdisziplinäre Arbeiten in den Fächern, kurz IDAF. Dabei bearbeiten Lernende eine Fragestellung aus der Sicht von zwei oder mehr Fächern. Entscheidend ist, dass die Fächer wirklich zusammenarbeiten: Das eine Fach liefert etwas, das das andere braucht. Wer nur zwei Themen nebeneinanderstellt, erfüllt den Zweck nicht.
Eine gute gemeinsame Fragestellung zu finden, ist die Kunst. Sie muss in beiden Fächern bearbeitbar sein und etwas ergeben, das ein Fach allein nicht leistet. KI kann Ideen und Beispiele liefern, Fachbeiträge skizzieren und Verknüpfungen vorschlagen. Die didaktische Prüfung bleibt Sache der Lehrpersonen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Fächer und Lernziele festlegen. Welche Fächer arbeiten zusammen, und welche Ziele des Rahmenlehrplans und der Schule sollen die Lernenden erreichen? Halten Sie das schriftlich fest.
- Anknüpfungspunkte sammeln. Notieren Sie, wo sich die Fächer berühren: Methoden, Begriffe, Themen. Nehmen Sie reale Beispiele aus dem Alltag der Lernenden.
- Fragestellungen entwerfen lassen. Geben Sie der KI mit der Vorlage unten Fächer, Ziele und Anknüpfungspunkte. Sie liefert mögliche Fragestellungen, die beide Fächer brauchen.
- Auf echte Verknüpfung prüfen. Stellen Sie pro Frage zwei Kontrollfragen: Kann man sie mit nur einem Fach beantworten? Braucht das eine Fach Ergebnisse des anderen? Nur Fragen mit «Nein» auf die erste und «Ja» auf die zweite Kontrollfrage taugen.
- Fachbeiträge klären. Legen Sie fest, welches Fach was beiträgt: Daten, Methoden, Modelle, Beurteilungskriterien. Lassen Sie sich Beitragsskizzen entwerfen und prüfen Sie diese fachlich.
- Aufgabe und Ablauf gestalten. Planen Sie Arbeitsphasen, in denen die Fächer zusammenkommen, zum Beispiel einen gemeinsamen Abschlussauftrag. Planen Sie Zeit für die Abstimmung der Lehrpersonen.
- Beurteilung vorbereiten. Entwickeln Sie Kriterien, die sowohl die Fachbeiträge als auch die Verknüpfung abbilden. Klären Sie, wer was beurteilt.
- Auswerten und anpassen. Nach der Durchführung besprechen die Lehrpersonen: Hat die Verbindung funktioniert? Wo standen die Fächer nebeneinander?
Vorlage zum Kopieren
Sie unterstützen mich als Lehrperson bei der Entwicklung einer IDAF-Aufgabe (interdisziplinäres Arbeiten in den Fächern) an einer Berufsmaturitätsschule. Fächer: [Fach 1] und [Fach 2]. Lernziele aus beiden Fächern: [Liste]. Anknüpfungspunkte, die ich sehe: [Liste]. Arbeitszeit der Lernenden: [Anzahl Lektionen].
Aufgabe:
1. Schlagen Sie fünf gemeinsame Fragestellungen vor, die nur mit Beiträgen beider Fächer sinnvoll beantwortet werden können.
2. Beschreiben Sie zu jeder Frage, was [Fach 1] und was [Fach 2] konkret beiträgt (Methode, Wissen, Daten).
3. Prüfen Sie jede Frage kritisch: Könnte ein Fach sie allein beantworten? Wenn ja, sagen Sie es.
4. Schlagen Sie für die beste Frage einen groben Ablauf mit drei Phasen vor.
5. Erfinden Sie keine Daten oder Studien und weisen Sie auf Stellen hin, die ich fachlich prüfen muss.Passen Sie Fächer und Ziele an. Besprechen Sie das Ergebnis mit der Kollegin oder dem Kollegen des anderen Fachs, bevor Sie etwas festlegen.
| Prüffrage | Gute IDAF-Frage | Schwache Frage |
|---|---|---|
| Ein Fach genug? | Nein, beide nötig | Ja, nur ein Fach |
| Beiträge verknüpft? | Fach A liefert, Fach B nutzt | Zwei getrennte Referate |
| Beurteilbar? | Beide Fächer erkennbar | Nur Gesamteindruck |
| Machbar? | Zeit und Quellen vorhanden | Zu gross |
Worauf Sie achten müssen
- Rahmenlehrplan und Schulvorgaben: Die Berufsmaturität wird durch den Rahmenlehrplan und kantonale Vorgaben geregelt. Die Ausgestaltung des interdisziplinären Arbeitens unterscheidet sich je Schule. Informationen gibt das SBFI; verbindlich ist das Schulprogramm Ihrer Schule.
- Fachliche Richtigkeit: KI kann Beiträge der Fächer ungenau beschreiben oder Verknüpfungen erfinden. Prüfen Sie sie mit Ihrer Fachexpertise und mit der Kollegin des anderen Fachs.
- Zeitaufwand der Lehrpersonen: Abstimmung zwischen den Fächern braucht Zeit. KI spart bei der Ideenfindung, nicht bei der Absprache.
- Beurteilung: Gemeinsame Leistungen sind schwer individuell zu beurteilen. Legen Sie Kriterien vorab fest und kommunizieren Sie sie.
- Datenschutz: Namen, Leistungen und Beurteilungen von Lernenden gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Für die Ideenentwicklung genügen Fächer und Ziele.
- Eigenständigkeit der Lernenden: Sie sollen die Frage selbst bearbeiten. Eine KI-Lösung abzugeben, wäre nicht Interdisziplinarität, sondern Abkürzung. Regeln für KI-Nutzung gehören in den Auftrag.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Keller (Wirtschaft) und ihr Kollege (Chemie) suchen eine IDAF-Aufgabe. Die KI schlägt unter anderem vor: «Lohnt sich eine Wasseraufbereitung im Betrieb, und welche Verfahren eignen sich chemisch?»
Vorher: Zwei getrennte Referate zu «Wasser». Nachher: Die Frage verlangt Chemie (Verfahren, Wirksamkeit) und Wirtschaft (Kosten, Rentabilität). Die Kontrolle ergibt: Ohne Chemie lässt sich nicht beurteilen, was nötig ist, ohne Wirtschaft nicht, ob es sich lohnt. Die beiden Lehrpersonen ändern eine Teilfrage der KI, die ein Verfahren falsch beschrieb, und legen Beurteilungskriterien für beide Fächer fest. Die Lernenden arbeiten in Gruppen und führen die Ergebnisse in einer gemeinsamen Empfehlung zusammen.
So hilft Ihnen Alpasana
Gute Fragestellungen und Fachbeiträge entstehen mit klaren Anfragen. Im Online-Kurs Prompt Engineering von absofort üben Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, komplexe Aufgaben schrittweise zu bearbeiten, Prompts zu überarbeiten und Ergebnisse zu prüfen. Datenschutz wird berücksichtigt; Programmierkenntnisse sind nicht nötig, und der Kurs schliesst mit einem Zertifikat ab.
Wie Ihre Schule das interdisziplinäre Arbeiten gestaltet, bestimmen Lehrpersonen und Schulleitung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen IDAF und IDPA?
IDAF findet im Rahmen von Fächern statt, IDPA ist eine eigenständige interdisziplinäre Projektarbeit. Hinweise zur Projektarbeit finden Sie bei IDPA: Mit KI eine passende Untersuchungsmethode auswählen.
Wie viele Fächer sollten beteiligt sein?
Zwei Fächer genügen. Mehr Fächer erhöhen den Abstimmungsaufwand, sind aber möglich.
Kann die KI die Zusammenarbeit der Lehrpersonen ersetzen?
Nein. Sie liefert Ideen, doch die fachliche Abstimmung und die Verantwortung für Ziele und Beurteilung liegen bei den Lehrpersonen.
Wie finde ich eine tragfähige Frage?
Sie muss konkret, bearbeitbar und für beide Fächer nötig sein. Hinweise zu Leitfragen: Projektunterricht: Tragfähige Leitfragen mit KI finden.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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