Zum Inhalt springen

Berufe & Funktionen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Was kann KI für CAD-Konstrukteure übernehmen?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI eignet sich für Hilfsaufgaben rund um die Konstruktion: Texte, Dokumentation, Recherche, Makros und Ideen. Konstruieren, Auslegen und Freigeben bleiben Sache der Fachperson. Berechnungen und Normangaben, die eine KI nennt, müssen immer nachgeprüft werden.

Das Problem

Konstrukteurinnen und Konstrukteure hören derzeit viel über KI: «Bald zeichnet die KI die Teile selbst.» Das verunsichert, und man fragt sich: Was kann sie wirklich, was nicht, und was soll ich damit tun? Viele Versprechen aus der Werbung sind schwer einzuordnen.

Die Wahrheit liegt dazwischen. KI kann im Umfeld der Konstruktion bereits vieles erleichtern, vor allem bei Text, Daten und Routine. Bei der eigentlichen Konstruktion, also dem Festlegen von Geometrie, Toleranzen, Werkstoffen und Verantwortung, bleibt sie ein Hilfsmittel, das Fehler machen kann. Und in der Konstruktion haben Fehler Folgen: ein falsch dimensioniertes Teil, ein vergessener Spalt, eine falsche Norm.

Diese Seite hilft Ihnen einzuordnen, welche Aufgaben sich für KI-Unterstützung eignen und wo Sie vorsichtig sein müssen. Sie erklärt es einfach, damit Sie entscheiden können, wo ein Versuch lohnt.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

Es geht hier nicht um eine einzelne Aufgabe, sondern um den Einstieg: Wie finden Sie heraus, wo KI Ihnen nützt?

  1. Aufgaben sammeln. Notieren Sie eine Woche lang, was Sie ausser dem eigentlichen Konstruieren tun: Texte schreiben, Listen pflegen, Normen nachlesen, Anfragen formulieren, Daten umformen.
  1. Nach Risiko ordnen. Fragen Sie bei jeder Aufgabe: Wie schlimm wäre ein Fehler? Könnte jemand zu Schaden kommen, entsteht hoher Aufwand, oder ist es nur lästig?
  1. Nach Prüfbarkeit ordnen. Wie leicht erkennen Sie, ob das Ergebnis stimmt? Ein Text lässt sich lesen, eine Zahl mit der Quelle vergleichen, eine Festigkeitsrechnung nur mit eigenem Aufwand.
  1. Eine unkritische Aufgabe wählen. Starten Sie dort, wo ein Fehler wenig kostet und die Prüfung leicht ist, zum Beispiel bei Beschreibungstexten oder einer Excel-Formel.
  1. Daten schützen. Entscheiden Sie, was nicht in KI-Dienste gehört: Zeichnungen, Kundendaten, Preise, Verfahren. Verwenden Sie Beispiele und Platzhalter.
  1. Ausprobieren und vergleichen. Lösen Sie die Aufgabe einmal wie bisher und einmal mit KI. Messen Sie Zeit und Qualität ehrlich.
  1. Regeln festhalten. Notieren Sie, was funktioniert hat, was nicht, und welche Prüfung Sie künftig immer machen.
  1. Schritt für Schritt erweitern. Erst wenn die erste Aufgabe zuverlässig läuft, nehmen Sie die nächste dazu. Besprechen Sie Erfahrungen im Team.

Einfach erklärt

Stellen Sie sich die KI als sehr schnelle Assistenz vor, die viel gelesen hat, aber nie in Ihrer Werkstatt war. Sie kann Texte, Tabellen und Programmcode erzeugen und erklären. Sie «sieht» Ihre Zeichnung nicht so wie Sie, rechnet nicht verlässlich und kennt Ihre Fertigung, Ihre Kunden und Ihre Normen nur oberflächlich.

Das heisst: Aufgaben, bei denen ein Ergebnis leicht zu prüfen ist und ein Fehler wenig Schaden anrichtet, eignen sich gut. Aufgaben, bei denen die Prüfung schwer ist oder ein Fehler Menschen gefährdet, eignen sich nicht, oder nur mit strenger Kontrolle.

AufgabeEignungWarum
Beschreibungstexte für Stücklisten, Angebote, LieferantenanfragenGutText, leicht prüfbar
Zusammenfassen von Normauszügen oder DatenblätternMit PrüfungZahlen und Zitate an der Quelle prüfen
Makros und Skripte für CAD-Programme schreibenMit PrüfungCode testen, in Kopie ausprobieren
Ideen für Varianten und Konzepte sammelnGutAnregung, Auswahl durch Fachperson
Zeichnungsableitung und Bemassung automatischNur mit Spezialwerkzeug und PrüfungGenauigkeit und Normkonformität
Festigkeitsberechnung, AuslegungNicht allein der KI überlassenRechenfehler, Verantwortung
Freigabe von ZeichnungenNeinVerantwortung der Fachperson

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Konstrukteur in einem Maschinenbaubetrieb in Burgdorf muss für eine Lieferantenanfrage zehn Normteile beschreiben. Bisher hat er Texte aus früheren Anfragen zusammenkopiert. Er gibt der KI die Bezeichnungen und Masse aus seiner Stückliste und lässt die Beschreibungen in einheitlicher Form schreiben. Dann gleicht er jedes Mass mit der Stückliste ab. Das spart ihm eine Stunde.

Für ein Makro, das in seiner CAD-Software Bohrungsdurchmesser in einer Tabelle ausliest, lässt er sich einen Vorschlag schreiben. Er testet ihn an einer Kopie einer Baugruppe, korrigiert zwei Fehler und setzt das Makro danach ein. Die Auslegung einer Welle rechnet er weiterhin selbst mit seiner Berechnungssoftware. Eine Berechnung der KI zeigt zwar ein ähnliches Ergebnis, aber mit einer falschen Einheit, was er bei der Kontrolle bemerkt.

Nicht verwechseln

KI in der Konstruktion kann zweierlei bedeuten. Erstens allgemeine Sprachassistenten, die Texte und Code schreiben. Zweitens in CAD-Programme eingebaute Funktionen, etwa automatische Formvorschläge oder Optimierungen, die auf eigenen Verfahren beruhen. Beide haben unterschiedliche Stärken und Grenzen. Fragen Sie bei Herstellerfunktionen nach, welche Daten verarbeitet werden und wo.

Worauf Sie achten müssen

  • Rechnen und Einheiten: KI rechnet nicht verlässlich, auch bei einfachen Rechnungen. Siehe Technische Berechnungen prüfen.
  • Normen und Werte: Nennt die KI Normen, Toleranzen oder Werkstoffwerte, prüfen Sie sie an der Originalquelle. Erfundene Angaben kommen vor.
  • Geheimhaltung: Konstruktionsdaten sind oft wertvolles Betriebswissen oder gehören Kunden. Geben Sie nichts in KI-Dienste, was dort nicht hingehört. Siehe Geheimhaltung bei KI.
  • Verantwortung: Wer eine Zeichnung freigibt, verantwortet sie. Das gilt unabhängig davon, welche Hilfsmittel verwendet wurden.
  • Qualität der Eingaben: Je genauer Ihre Angaben, desto brauchbarer das Ergebnis. Ungenaue Aufträge führen zu allgemeinen Antworten.
  • Weiterbildung: Ein überlegter Einstieg lohnt sich. Siehe Weiterbildung für Techniker.

So hilft Ihnen Alpasana

Bei absofort finden Sie Kurse zu konkreten Arbeitsaufgaben: KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben. Nach Kursbeschreibung zählen dazu Bürokommunikation, Excel und Datenverständnis, No-Code-Automatisierung, die Qualitätsprüfung von KI-Ergebnissen und Einsatzregeln. Dazu kommen Praxisaufgaben, ein KI-Lerncoach und ein verifizierbarer Abschluss.

Spezielle CAD-Kurse werden in der Beschreibung nicht genannt. Der Kurs hilft Ihnen, KI für Text-, Daten- und Büroaufgaben im Umfeld der Konstruktion sicher zu nutzen.

Häufige Fragen

Wird die KI Konstrukteure ersetzen?

Aufgaben ändern sich, besonders Routinearbeiten. Verantwortung, Erfahrung, Verständnis für Fertigung und Kunden bleiben menschliche Stärken. Wer KI als Werkzeug nutzen kann, wird davon eher profitieren. Genaue Prognosen sind unsicher.

Kann die KI aus einem Foto eine CAD-Zeichnung machen?

Es gibt Werkzeuge, die Bilder in einfache Geometrien umsetzen, doch Genauigkeit und Zuverlässigkeit reichen für die Fertigung oft nicht. Prüfen Sie jedes Ergebnis mit Messungen und Ihrer Fachkenntnis.

Womit fange ich an?

Mit einer kleinen Textaufgabe, bei der Sie das Ergebnis leicht prüfen können, etwa Beschreibungen für eine Teileliste. Sammeln Sie Erfahrungen, bevor Sie grössere Schritte machen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Weiterlesen in der Galaxie