Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Soll ich mir von ChatGPT ein Passwort erstellen lassen?
Kurz gesagt
Nein, besser nicht. Ein Chatbot ist kein Zufallsgenerator, seine Vorschläge folgen Mustern, und das Passwort steht danach im Chatverlauf bei einem fremden Anbieter. Erzeugen Sie Passwörter mit dem Generator eines Passwortmanagers oder wählen Sie eine eigene Passphrase aus zufälligen Wörtern, ohne sie in eine KI einzugeben.
Das Problem
Frau Müller muss ein neues Passwort für ihr Online-Banking und ein weiteres für das E-Mail-Konto setzen. Sie hat gehört, dass KI-Chatbots «alles können», und fragt: «Erstelle mir ein sicheres Passwort mit zwölf Zeichen.» Die Antwort kommt prompt: «Xk9#mP2$vL7q». Das sieht kompliziert aus. Ist das jetzt sicher?
Die Idee ist verständlich, aber aus mehreren Gründen keine gute. Ein Sprachmodell erzeugt Text, indem es berechnet, welche Zeichen und Wörter wahrscheinlich folgen. Das ist nicht dasselbe wie echter Zufall. Passwörter, die ein Chatbot vorschlägt, können Muster enthalten, sich bei mehreren Anfragen ähneln oder auf häufig vorkommenden Kombinationen beruhen. Wie stark das im Einzelfall ist, hängt vom Werkzeug ab; als Zufallsquelle gelten Chatbots jedenfalls nicht.
Dazu kommt ein zweiter, wichtigerer Punkt: Das Passwort steht danach in Ihrem Chat. Je nach Dienst wird der Verlauf gespeichert, ist für Mitarbeitende oder bei einem gehackten Konto zugänglich und kann in Backups landen. Ein Passwort, das Sie in einen Chat getippt oder von dort kopiert haben, sollten Sie als nicht mehr geheim betrachten.
Einfach erklärt
Ein Passwortgenerator ist ein Programm, das mit einem Zufallsverfahren des Computers Zeichen oder Wörter auswählt. Er ist genau dafür gebaut und liefert Ergebnisse, die sich nicht aus Mustern ableiten lassen. Solche Generatoren stecken in Passwortmanagern und in vielen Betriebssystemen und Browsern.
Ein Sprachmodell wie ChatGPT dagegen ist darauf trainiert, plausible Texte zu schreiben. Wenn Sie ein «zufälliges» Passwort verlangen, ahmt es nach, wie ein zufälliges Passwort aussieht. Das kann sehr echt wirken und trotzdem schwächer sein als ein echter Zufallswert.
Ein Beispiel: Wenn Sie hundert Menschen bitten, an eine «zufällige» Zahl zwischen 1 und 10 zu denken, nennen die meisten die 7. Menschen sind schlechte Zufallsgeneratoren, und Sprachmodelle, die von Menschentexten lernen, sind es ebenfalls.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
Bei Passwörtern selbst hilft KI nicht, aber beim Verstehen und bei der Einrichtung kann sie unterstützen, wenn Sie keine echten Passwörter eingeben.
- Entscheiden Sie sich für einen Passwortmanager. Das ist ein Programm, das Passwörter speichert, erzeugt und automatisch einträgt. Eine Einführung bietet Passwortmanager einfach erklärt.
- Legen Sie ein starkes Hauptpasswort fest. Wählen Sie eine Passphrase aus vier oder mehr zufälligen Wörtern, die Sie sich merken können. Schreiben Sie diese nicht in einen Chat.
- Nutzen Sie den eingebauten Generator. Lassen Sie den Passwortmanager für jedes Konto ein langes, zufälliges Passwort erzeugen, zum Beispiel mit 16 bis 20 Zeichen, sofern der Dienst es zulässt.
- Verwenden Sie pro Dienst ein eigenes Passwort. So bleibt ein Datenleck bei einem Dienst ohne Folgen für die anderen.
- Aktivieren Sie die zweite Sicherung. Bei Banking, E-Mail und wichtigen Konten richten Sie die Bestätigung in zwei Schritten ein; siehe Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten.
- Falls Sie schon ein Passwort in einen Chat eingegeben haben. Ändern Sie es sofort und löschen Sie den Chat, soweit möglich. Mehr: Passwort an KI weitergegeben.
- Nutzen Sie KI für die Erklärung, nicht für die Geheimnisse. Sie können fragen, wie ein Passwortmanager funktioniert oder wie Sie eine Passphrase bauen, ohne Ihre echten Daten zu nennen.
- Prüfen Sie gelegentlich. Kontrollieren Sie, ob Ihre Passwörter in Datenlecks auftauchen; siehe Passwort-Datenleck prüfen.
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt lassen Sie sich die Methode erklären, ohne ein Passwort zu verraten.
Erkläre mir in einfacher Sprache (Deutsch Schweiz), wie ich mit einem Passwortmanager sichere Passwörter erzeuge und verwalte.
Ich nutze [Gerät, z. B. «iPhone und Windows-Laptop»] und möchte [z. B. «ein Hauptpasswort festlegen, Passwörter für Banking und E-Mail ändern»].
Gib mir:
1. Eine Anleitung in sieben Schritten, ohne Namen bestimmter Produkte zu bevorzugen
2. Eine Erklärung, wie ich eine merkbare Passphrase aus vier zufälligen Wörtern bilde (ohne mir ein konkretes Passwort zu nennen)
3. Fünf Fehler, die ich vermeiden sollte
Regeln: Nenne mir KEIN Passwort und frage nicht nach meinen Passwörtern. Erfinde keine Funktionen von bestimmten Programmen. Markiere Unsicheres mit [UNSICHER].Setzen Sie Gerät und Ziel ein. Echte Passwörter geben Sie nirgends in diesem Chat ein.
Worauf Sie achten müssen
- Chatverlauf: Alles, was Sie schreiben oder kopieren, kann gespeichert werden. Auch ein «Beispiel»-Passwort, das Sie dann benutzen, ist ein Risiko.
- Muster statt Zufall: Chatbot-Passwörter können sich wiederholen oder erratbar sein. Verlassen Sie sich lieber auf einen Generator.
- Gleiche Passwörter: Dasselbe Passwort für mehrere Konten bleibt gefährlich, auch wenn es lang ist.
- KI-Funktionen in Browsern: Prüfen Sie, ob Assistenten Zugriff auf gespeicherte Passwörter erhalten. Siehe Browser oder Passwortmanager?.
- Phishing: Betrüger geben sich als Support aus und fragen nach Passwörtern. Niemand ausser Ihnen darf Ihr Passwort kennen.
- Tipp zu Kindern: Bei Kindern bewährt sich die Passphrase-Methode; siehe Wie erkläre ich meinem Kind sichere Passwörter?.
| Methode | Zufall | Chat-Spuren | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Passwortmanager-Generator | ja | nein | empfohlen |
| Eigene Passphrase aus Zufallswörtern | ja, wenn echt ausgewürfelt | nein | gut für das Hauptpasswort |
| KI-Chatbot | nein, nur nachgeahmt | ja | nicht empfohlen |
| Name plus Geburtsjahr | nein | nein | unsicher |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Bäckermeister in Langenthal will für sein Geschäftskonto ein neues Passwort. Sein Sohn schlägt vor, es von einem Chatbot erzeugen zu lassen.
Vorher: Er erhält «Br0t&Back#2026!» und will es nehmen. Nachher: Der Sohn erklärt, dass das Passwort nun im Chat steht und nicht zufällig ist. Sie installieren einen Passwortmanager, lassen ein langes Zufallspasswort erzeugen und richten für das Konto die Bestätigung in zwei Schritten ein. Das Hauptpasswort des Managers bildet der Bäcker aus vier Wörtern, die er sich als Bild merkt.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie lernen möchten, KI sicher und sinnvoll im Alltag einzusetzen und Risiken wie Phishing zu erkennen, finden Sie bei absofort den Bereich KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben. Belegt sind dort Phishing, Deepfakes und betriebliche KI-Richtlinien, ausserdem Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarer Abschluss.
Einen Passwortmanager bietet absofort nicht an, und der Kurs ersetzt keine technische Einrichtung. Er hilft Ihnen, sorgfältig mit KI und Daten umzugehen.
Häufige Fragen
Darf ich die KI nach Ideen für Passwörter fragen?
Als Anregung für Methoden, ja. Nutzen Sie aber nie ein Passwort, das Sie in einem Chat gesehen haben, und geben Sie nie echte Passwörter ein.
Was, wenn ein Chatbot ein Passwort erzeugt hat, das ich schon benutze?
Ändern Sie es jetzt, nutzen Sie einen Generator und löschen Sie den Chat, wo möglich.
Sind lokale KI-Programme sicherer?
Wenn nichts Ihr Gerät verlässt, ist das Risiko eines fremden Zugriffs kleiner. Auch dann bleibt das Zufallsproblem bestehen. Ein Passwortmanager ist die bessere Wahl.
Wie lang soll ein gutes Passwort sein?
Je länger, desto besser. Für wichtige Konten sind Passwörter mit mindestens 14 bis 16 Zeichen oder Passphrasen mit vier und mehr Wörtern üblich; prüfen Sie Sicheres Passwort erstellen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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