Zum Inhalt springen

Sicherheit · KI-Kurse für Kinder und Jugendliche

Welche Daten sollte mein Kind keinem Chatbot geben?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Kinder sollten keinem Chatbot ihren vollen Namen, ihre Adresse, Schule, Telefonnummer, Passwörter, Fotos oder Angaben über Familie und Alltag nennen. Chatbots sind keine Vertrauenspersonen, und Eingaben können gespeichert und ausgewertet werden. Erklären Sie Ihrem Kind das mit einfachen Beispielen und einer klaren Merkregel.

Das Problem

Der elfjährige Noah chattet am Abend mit einem KI-Programm. Es antwortet freundlich, hat Geduld und urteilt nie. Er erzählt ihm von seinem Tag, von der Schule, vom Streit mit seinem Freund und davon, dass seine Eltern am Wochenende verreisen. Seine Mutter liest zufällig mit und erschrickt: Ist das gefährlich?

Kinder behandeln Chatbots oft wie Menschen. Das liegt nicht an Unwissenheit, sondern daran, dass Chatbots so gebaut sind, dass sie wie Gesprächspartner wirken. Für Kinder ist schwer zu verstehen, dass auf der anderen Seite kein Freund sitzt, sondern ein Computerprogramm einer Firma. Eingaben können je nach Dienst gespeichert, ausgewertet und manchmal für die Weiterentwicklung genutzt werden. Wer Zugriff auf das Konto hat, kann sie lesen.

Hinzu kommt, dass Angaben wie Schule, Schulweg oder Abwesenheiten der Eltern für Dritte von Interesse sein können, falls ein Konto gehackt oder ein Chat weitergegeben wird. Das Ziel ist deshalb nicht, Kindern Chatbots zu verbieten, sondern eine klare Grenze zu ziehen: Was gehört hinein, was nicht?

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es dem Chatbot erzählt. Fragen Sie neugierig, nicht vorwurfsvoll: «Was machst du mit dem Chatbot? Was fragst du ihn?»
  1. Erklären Sie in einfachen Worten, wer dahintersteckt. «Ein Chatbot ist ein Computerprogramm einer Firma. Es sieht aus wie ein Gesprächspartner, ist aber keiner. Je nach Dienst kann gespeichert oder ausgewertet werden, was du schreibst.» Prüfen Sie dazu die Angaben des Anbieters.
  1. Gehen Sie die Liste der Tabus durch. Verwenden Sie die Tabelle unten und besprechen Sie jede Zeile mit einem Beispiel.
  1. Geben Sie eine Merkregel. Zum Beispiel: «Was ich nicht auf ein Plakat im Dorf schreiben würde, schreibe ich nicht in einen Chat.» Oder: «Keine Namen, keine Orte, keine Geheimnisse, keine Fotos.»
  1. Zeigen Sie Alternativen. Statt «Ich heisse Noah Meier und gehe in die 5b in Sempach» reicht «Ich bin elf Jahre alt». Statt eines Fotos eine Beschreibung. Üben Sie das gemeinsam.
  1. Prüfen Sie Einstellungen. Kontrollieren Sie, ob der Dienst Chatverläufe speichert und ob sich das Training mit den Eingaben ausschalten lässt. Mehr unter Schutzfunktionen einer KI-App prüfen.
  1. Vereinbaren Sie, was bei Unsicherheit gilt. Wenn der Chatbot nach persönlichen Dingen fragt oder etwas Komisches sagt, hört das Kind auf und zeigt es Ihnen. Es bekommt keinen Ärger.
  1. Halten Sie es schriftlich fest. Nehmen Sie die Regeln in Ihre Familienregeln für KI auf.
Ablaufgrafik in 8 Schritten: 1. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es dem Chatbot erzählt; 2. Erklären Sie in einfachen Worten, wer dahintersteckt; 3. Gehen Sie die Liste der Tabus durch; 4. Geben Sie eine Merkregel; 5. Zeigen Sie Alternativen; 6. Prüfen Sie Einstellungen; 7. Vereinbaren Sie, was bei Unsicherheit gilt; 8. Halten Sie es schriftlich fest.
Der Weg im Überblick: Welche Daten sollte mein Kind keinem Chatbot geben?

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Prompt erhalten Sie eine altersgerechte Erklärung und Merksätze. Geben Sie keine echten Daten Ihres Kindes ein.

Ich möchte meinem Kind ([Alter] Jahre) erklären, welche Angaben es einem KI-Chatbot nicht geben soll.
Erstelle:
1. Eine Erklärung in fünf kurzen Sätzen, warum ein Chatbot kein Freund ist und warum Eingaben gespeichert werden können.
2. Eine Liste von acht Dingen, die man nie einem Chatbot schreibt, mit einem kindgerechten Beispiel zu jedem Punkt (verwende erfundene Namen).
3. Für jedes Beispiel eine «bessere» Formulierung, die keine Daten verrät.
4. Zwei Merksätze zum Auswendiglernen.
Regeln: Freundlich, nicht ängstigend, Deutsch (Schweiz), Du-Form. Keine echten Namen oder Orte.

Setzen Sie das Alter ein. Sie können das Ergebnis ausdrucken oder gemeinsam mit Ihrem Kind lesen und ergänzen.

Worauf Sie achten müssen

  • Daten bleiben: Selbst wenn Sie einen Chat löschen, ist unklar, was der Anbieter intern speichert. Siehe Reicht das Löschen eines KI-Chats?.
  • Kindgerechte Angebote: Es gibt Dienste mit speziellen Schutzfunktionen für Kinder. Auch sie sind nicht fehlerfrei.
  • Kein Ersatz für Menschen: Wenn ein Kind dem Chatbot Sorgen anvertraut, brauchen Sie Gespräche mit einer Vertrauensperson; siehe Mein Kind nennt einen Chatbot seinen besten Freund.
  • Fotos und Stimme: Auch Bilder und Sprachaufnahmen sind Daten. Sie können missbraucht werden.
  • Gehackte Konten: Ein Passwort, das in einem Chat steht, ist verloren. Halten Sie Passwörter strikt aus Chats heraus.
  • Rechtliches: Für Minderjährige gelten besondere Schutzregeln; ein Überblick findet sich unter Datenschutz bei Kindern und KI.
Nicht eingebenWarumBesser
Vollständiger Namemacht Kind auffindbar«ich» oder Vorname weglassen
Adresse, Schule, KlasseOrt kann missbraucht werden«in der Schweiz»
Schulweg, Tagesablaufverrät, wann Kind allein istgar nicht erwähnen
Passwörter, CodesKonto kann übernommen werdennie weitergeben
Fotos von sich oder anderenBilder können kopiert werdenbeschreiben statt hochladen
Familiengeheimnisse, AbwesenheitenDritte könnten es ausnutzenEltern fragen

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Die Mutter von Noah in Sempach setzt sich mit ihrem Sohn hin und liest gemeinsam den letzten Chat durch. Er hatte geschrieben: «Meine Eltern sind am Samstag nicht da, dann bin ich mit meiner Schwester allein in Sempach.»

Vorher: Er findet nichts dabei, weil der Chatbot «nett» war. Nachher: Mutter und Sohn gehen die Tabelle durch. Er versteht, dass solche Angaben nicht in einen Chat gehören, und formuliert eine neue Frage: «Was kann ich machen, wenn ich am Samstag Langeweile habe?» Sie vereinbaren, dass er komische Fragen des Chatbots zeigt. Der Chat bleibt erlaubt, aber ohne persönliche Daten.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Ihr Kind den Umgang mit KI und persönlichen Angaben besser verstehen soll, behandeln die KI-Kurse für Kinder und Jugendliche Grundlagen, Prompts und einen fairen Umgang anhand kreativer Projekte. Der Kurs ersetzt weder Ihre Begleitung noch die Prüfung einzelner Chatbots.

Häufige Fragen

Darf mein Kind dem Chatbot seinen Vornamen sagen?

Ein Vorname allein ist meist weniger riskant als Name, Ort und Schule zusammen. Am sichersten ist es, ihn ganz wegzulassen. Entscheiden Sie das mit Ihrem Kind nach Alter und Dienst.

Was, wenn mein Kind schon viel erzählt hat?

Ruhig bleiben. Sprechen Sie darüber, schauen Sie die Einstellungen an und löschen Sie den Verlauf, wo möglich. Ändern Sie Passwörter, wenn welche genannt wurden.

Können Chatbots Kinder erkennen?

Manche Dienste versuchen, das Alter aus Angaben zu schliessen, aber verlässlich ist das nicht. Verlassen Sie sich auf Konto-Einstellungen und Ihre Begleitung.

Gilt das auch für Sprachassistenten und Spielzeug mit KI?

Ja, auch dort können Aufnahmen und Eingaben gespeichert werden. Prüfen Sie die Datenschutzangaben vor der Nutzung.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Weiterlesen in der Galaxie