Sicherheit · KI-Weiterbildung für Unternehmen
Welche Daten können KI-Browsererweiterungen mitlesen?
Kurz gesagt
Eine Browsererweiterung kann je nach Berechtigung Inhalte aller Webseiten lesen, die Sie öffnen, auch Mails, Kundenportale und Formulare. Prüfen Sie jede KI-Erweiterung auf ihre Berechtigungen, behalten Sie nur, was Sie wirklich brauchen, und installieren Sie im Firmenbrowser nichts Ungeprüftes.
Das Problem
Im Browser-Shop gibt es unzählige KI-Erweiterungen: «Fasse jede Webseite zusammen», «Schreib meine E-Mails besser», «Übersetze alles sofort». Mit einem Klick sind sie installiert. Das Versprechen ist verlockend, besonders wenn Sie viel mit Mails und Webseiten arbeiten.
Was dabei leicht vergessen geht: Damit eine Erweiterung eine Seite zusammenfassen kann, muss sie diese Seite lesen. Viele verlangen deshalb die Berechtigung, «alle Daten auf allen Webseiten zu lesen und zu ändern». Das schliesst Ihr Mailprogramm im Browser, das Kundenportal, das E-Banking und interne Systeme ein.
Der Inhalt wird oft an die Server des Anbieters geschickt, damit die KI ihn verarbeiten kann. Zudem können Erweiterungen nachträglich ihre Besitzer wechseln oder Funktionen ändern. Ein kurzer Blick auf Berechtigungen und Anbieter schützt davor, dass Vertrauliches unbemerkt abfliesst.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Listen Sie Ihre Erweiterungen auf. Öffnen Sie in Ihrem Browser die Verwaltung der Erweiterungen oder Add-ons und notieren Sie, was installiert ist. Auch vergessene, selten genutzte Erweiterungen gehören dazu.
- Prüfen Sie die Berechtigungen jeder Erweiterung. Die Verwaltung zeigt, auf welche Seiten sie zugreifen darf («auf allen Websites», «nur auf bestimmten Seiten», «nur beim Klick»). Je breiter die Rechte, desto grösser das Risiko.
- Fragen Sie: Braucht sie das wirklich? Eine Erweiterung, die Texte korrigiert, muss nicht jede Seite lesen. Prüfen Sie, ob die verlangten Rechte zum Zweck passen.
- Beschränken Sie die Zugriffe. Viele Browser erlauben, den Zugriff auf «bei Klick» oder auf bestimmte Seiten zu begrenzen. Schliessen Sie Mail, Banking, Kundenportale und interne Systeme aus.
- Prüfen Sie den Anbieter. Wer steckt dahinter? Gibt es ein Impressum, eine Datenschutzerklärung, eine Firma, die Sie kennen? Wie finanziert sich die Erweiterung? Bei kostenlosen Angeboten ist die Frage berechtigt, womit sie Geld verdient.
- Lesen Sie die Datenschutzerklärung. Wohin gehen die Daten, wie lange werden sie gespeichert, werden sie zum Training genutzt oder weitergegeben? Fehlt eine solche Erklärung, installieren Sie die Erweiterung nicht.
- Entfernen Sie, was Sie nicht brauchen. Weniger Erweiterungen bedeuten weniger Risiko. Löschen Sie alles, was Sie seit Wochen nicht genutzt haben.
- Trennen Sie Browserprofile. Nutzen Sie für vertrauliche Arbeit ein eigenes Browserprofil ohne Zusatzerweiterungen. Testen Sie Neues in einem separaten Profil.
- Regeln Sie es im Betrieb. Lassen Sie die IT oder die verantwortliche Person eine Liste erlaubter Erweiterungen führen und Installationen zentral steuern, siehe Browser-Plugins zentral verwalten.
Vorlage zum Kopieren
Hilf mir, eine Browsererweiterung auf Risiken zu prüfen.
Name: [Name der Erweiterung]. Zweck: [wofür ich sie nutzen möchte].
Berechtigungen laut Anzeige: [z. B. «Daten auf allen Websites lesen
und ändern», «Zwischenablage»].
Anbieter laut Shop: [Name, Land, Website].
Erstelle eine Tabelle: Frage, Warum wichtig, Wo finde ich die Antwort,
Ergebnis (ok/unklar/nicht ok).
Fragen: Passen die Berechtigungen zum Zweck? Wer ist der Anbieter?
Gibt es Datenschutzerklärung und Impressum? Wohin gehen die Daten?
Wird für Training genutzt? Gibt es Alternativen ohne so weite Rechte?
Gib keine Zusicherung über die Sicherheit der Erweiterung.Ergänzen Sie die Angaben aus dem Browser-Shop. Beurteilen Sie die Antworten selbst, die KI kennt die Erweiterung vielleicht nicht.
Welche Berechtigung bedeutet was?
| Berechtigung | Bedeutung | Risiko |
|---|---|---|
| Alle Seiten lesen und ändern | Sieht Inhalte jeder Seite, auch Mail und Portale | Hoch |
| Nur bestimmte Seiten | Sieht nur ausgewählte Seiten | Mittel |
| Nur nach Klick auf das Symbol | Sieht nur die aktuelle Seite bei Bedarf | Geringer |
| Zwischenablage | Liest, was Sie kopieren (z. B. Passwörter) | Hoch |
| Browserverlauf, Tabs | Sieht, welche Seiten Sie besuchen | Mittel bis hoch |
| Keine besonderen Rechte | Kaum Zugriff | Gering |
Worauf Sie achten müssen
- Besitzerwechsel und Updates: Erweiterungen werden manchmal verkauft oder ändern später ihr Verhalten. Prüfen Sie regelmässig die Berechtigungen, besonders nach Updates.
- Gefälschte Erweiterungen: Es gibt Nachahmungen bekannter Dienste, auch mit KI-Namen. Prüfen Sie Herausgeber, Bewertungen, Anzahl der Nutzenden und den offiziellen Hinweis auf der Anbieterseite.
- KI-Assistent in der Seitenleiste: Auch fest eingebaute KI-Funktionen von Browsern können Seiteninhalte an Server senden. Prüfen Sie Einstellungen und Bedingungen.
- Eingabefelder: Erweiterungen können mitlesen, was Sie in Formulare tippen. Das umfasst Passwörter, wenn sie sie auf der Seite sehen. Deshalb sparsam installieren.
- Zwischenablage: Siehe Zwischenablage schützen.
- Firmenrichtlinie: Im Betrieb entscheidet die verantwortliche Stelle, was erlaubt ist. Allgemeine Hinweise bietet das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS).
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: Eine Sachbearbeiterin einer Krankenkassen-Agentur in Olten installiert eine KI-Erweiterung, die Mails «automatisch professioneller» formuliert. Sie arbeitet mit dem webbasierten Mailprogramm und mit einem Portal mit Kundendaten.
Bei einer Schulung zeigt der IT-Verantwortliche, wie man Berechtigungen prüft. Sie entdeckt: Die Erweiterung darf alle Seiten lesen und ändern, der Anbieter nennt keinen Sitz, die Datenschutzerklärung fehlt. Sie entfernt sie sofort und meldet es der IT.
Nachher nutzt sie den freigegebenen KI-Dienst des Betriebs, den sie bewusst aufruft, statt eine Erweiterung mitlesen zu lassen. Browserprofile für Kundenportale bleiben frei von Erweiterungen. Bei der nächsten Prüfung ist die Liste kurz und sauber.
So hilft Ihnen Alpasana
Wie Ihre Mitarbeitenden KI-Werkzeuge und Zusatzprogramme sicher bewerten, vermittelt KI-Weiterbildung für Unternehmen auf absofort: Datenschutz als Lerninhalt, verantwortungsbewusster Umgang mit Unternehmensdaten, Online-Kurse im eigenen Tempo mit verifizierbaren Abschlüssen und Möglichkeit zu Firmenlösungen und Teambuchungen.
Eine technische Prüfung einzelner Erweiterungen leisten die Kurse nicht. Weiterführend: Vertrauenswürdigkeit von Plugins prüfen und Kostenlose KI-Tools und Sicherheit.
Häufige Fragen
Sind Erweiterungen aus dem offiziellen Browser-Shop automatisch sicher?
Nein. Shops prüfen vieles, aber nicht alles, und problematische Erweiterungen gelangen immer wieder hinein oder werden nachträglich geändert. Prüfen Sie Berechtigungen und Anbieter selbst.
Hilft der Inkognito-Modus?
Er verhindert in der Regel, dass Erweiterungen laufen, sofern Sie sie dort nicht ausdrücklich erlaubt haben. Das ist ein einfacher Schutz für heikle Seiten, aber kein Ersatz für die Prüfung.
Dürfen Mitarbeitende Erweiterungen selbst installieren?
Das sollte der Betrieb regeln. Eine Positivliste erlaubter Erweiterungen und eine zentrale Verwaltung senken das Risiko deutlich.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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