Prüfen & Bewerten · Prompt Engineering
KI-Feedback als Hinweis geben, ohne die Lösung zu verraten
Kurz gesagt
Lassen Sie KI Hinweise in getrennten Hilfestufen entwerfen und prüfen Sie jede Stufe auf versteckte Lösungsteile. Geben Sie zunächst eine passende Frage frei und beobachten Sie den nächsten eigenen Versuch, bevor weitere Hilfe folgt.
Kurz gesagt: Lassen Sie KI Hinweise in getrennten Hilfestufen entwerfen und prüfen Sie jede Stufe auf versteckte Lösungsteile. Geben Sie zunächst eine passende Frage frei und beobachten Sie den nächsten eigenen Versuch, bevor weitere Hilfe folgt.
Das Problem
Ein Kind steckt bei einer Aufgabe fest. Die KI formuliert eine vollständige Erklärung samt Endergebnis, obwohl Frau Keller nur einen Denkanstoss geben wollte. Die Antwort sieht hilfreich aus, nimmt dem Kind aber genau die Denkhandlung ab, die es üben sollte.
Gestufte Hilfen geben zunächst wenig und erst bei Bedarf mehr Unterstützung. Die Lehrperson entscheidet, welche Stufe passt und wann eine direkte Erklärung nötig wird. Ziel ist, den Lernweg wieder zugänglich zu machen und die Eigenständigkeit schrittweise zu stärken.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Denkhandlung benennen. Öffnen Sie die Aufgabe und halten Sie fest, was Lernende selbst leisten sollen. Beispielsweise kann das Ordnen von Informationen das Ziel sein; ein fertig geordnetes Schema würde diese Leistung bereits vorwegnehmen.
- Stolperstelle beschreiben. Formulieren Sie ohne Schülerdaten eine typische fachliche Schwierigkeit. Unterscheiden Sie fehlendes Vorwissen, missverstandenen Auftrag und einen Fehler bei der Anwendung, weil dafür unterschiedliche Hilfen nötig sind.
- Hilfestufen erzeugen. Bitten Sie KI zuerst um eine Orientierungsfrage, danach einen gezielten Hinweis und schliesslich eine Unterstützung an einem anderen Beispiel. Lassen Sie jede Stufe getrennt ausgeben und keine Endlösung ergänzen.
- Lösungsspuren prüfen. Lesen Sie alle Hinweise so, als würden Sie die Aufgabe erstmals lösen. Entfernen Sie Formulierungen, die das Ergebnis nennen, den entscheidenden Begriff vorgeben oder die vollständige Rechenoperation bereits verraten.
- Darstellung vorbereiten. Übertragen Sie geprüfte Hinweise auf getrennte Karten oder einzeln zugängliche Abschnitte. Entscheiden Sie, ob Lernende eine Hilfe selbst wählen können oder ob ein kurzes Gespräch die passende Stufe bestimmt.
- Eigenen Versuch einfordern. Geben Sie nach einem Hinweis Zeit zum Denken und bitten Sie um einen nächsten Schritt mit Begründung. Wenn nichts anschliesst, klären Sie zunächst die Schwierigkeit, statt automatisch alle weiteren Hilfen auszuteilen.
- Unterstützung abbauen. Lassen Sie eine ähnliche Aufgabe später mit weniger Hilfe bearbeiten. Vergleichen Sie, welche Denkhandlung selbstständig gelingt, und planen Sie zusätzliche Erklärung, wenn sich eine grundlegende Lücke zeigt.
Wie unterscheiden sich Hilfestufen?
| Stufe | Zweck | Beispielhafte Form |
|---|---|---|
| Orientierung | Auftrag verstehen | Was sollen Sie herausfinden? |
| Fokussierung | Relevante Information erkennen | Welche Angabe hilft bei diesem Zusammenhang? |
| Strategie | Bekanntes Vorgehen aktivieren | Welche ähnliche Aufgabe haben Sie schon gelöst? |
| Weitergehende Hilfe | Fehlende Grundlage aufbauen | Anderes Beispiel gemeinsam bearbeiten |
Die letzte Stufe darf ausführlicher werden, ohne die aktuelle Aufgabe einfach fertigzulösen. Manchmal braucht Lernen jedoch eine direkte Erklärung. Das Zurückhalten aller Information ist kein Selbstzweck; entscheidend ist, was die Person für einen begründeten eigenen Versuch benötigt.
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist eine Arbeitsanweisung an die KI. Verwenden Sie diese Vorlage zunächst mit einem erfundenen Beispiel und prüfen Sie, ob die Ausgabe zum fachlichen Ziel passt.
Entwirf gestufte Hilfen für mich als Lehrperson.
Aufgabe: [Wortlaut]
Lernziel und selbst zu leistende Denkhandlung: [Angaben]
Typische erfundene Stolperstelle: [Beschreibung]
Erstelle getrennt eine Orientierungsfrage, einen gezielten Hinweis und eine Strategiehilfe.
Verrate weder Ergebnis noch entscheidende Formulierung.
Nutze bei Bedarf ein anderes Beispiel, nicht die Lösung der Aufgabe.
Prüfe jede Stufe auf versteckte Lösungsteile.
Gib an, woran ich den Bedarf für weitere Hilfe erkennen könnte.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Stufe, den konkreten Auftrag und die freigegebenen Vorgaben, ohne Angaben zu einzelnen Lernenden einzufügen.
Worauf Sie achten müssen
- Die passende Hilfe hängt von Alter, Vorwissen und Situation ab. Ein öffentliches KI-Werkzeug soll keine persönlichen Lernprofile erhalten. Bieten Sie Hilfen auch ohne eigenes Gerät an und verhindern Sie, dass zusätzliche Unterstützung als Blossstellung erlebt wird.
- Daten begrenzen: Geben Sie keine Personendaten von Lernenden in öffentliche KI-Dienste ein. Für das Erproben genügen selbst erstellte Beispiele; reale Beurteilungen verbleiben in den dafür vorgesehenen schulischen Abläufen.
- Rahmen beachten: Stimmen Sie den Einsatz auf Alter, Lernvoraussetzungen und verfügbare Unterstützung ab. Kantonale und institutionelle Vorgaben können sich unterscheiden; Ihr Vorgehen muss zu Ihrem konkreten Bildungsauftrag passen.
- Verantwortung behalten: Prüfen Sie KI-Vorschläge auf erfundene Belege und fachliche Fehler. Besprechen Sie unklare Fälle persönlich, statt eine automatische Ausgabe als abschliessendes Urteil zu behandeln.
Für die Lernbegleitung ist nicht die Zahl verwendeter Hilfen entscheidend. Beobachten Sie vielmehr, ob die lernende Person den nächsten fachlichen Schritt versteht und bei einer verwandten Aufgabe zunehmend selbstständig handeln kann.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel aus einer Aargauer Primarklasse: Bei einer Textaufgabe verrät der erste KI-Entwurf bereits, welche Zahlen miteinander verrechnet werden sollen. Frau Keller ersetzt ihn durch eine Frage nach der gesuchten Grösse.
Nach diesem Hinweis markieren die Kinder die relevanten Angaben selbst. Wer weiterhin nicht weiterkommt, erhält ein anderes, gemeinsam bearbeitetes Beispiel. Frau Keller beobachtet anschliessend an einer ähnlichen Aufgabe, ob die Auswahl der Informationen ohne Hilfekarte gelingt.
Vertiefen können Sie dies mit Zu viel KI-Feedback: Die wichtigsten Lernschritte auswählen und Peer-Feedback mit KI-Beispielen üben und abgleichen.
So hilft Ihnen Alpasana
Alpasana bietet mit Prompt Engineering eine passende Lernmöglichkeit. Im Online-Kurs lernen Sie, Aufgabe, Kontext, Ziel und Ausgabeformat klar zu beschreiben, Beispiele einzusetzen und KI-Antworten systematisch zu prüfen. Sie erarbeiten ein getestetes Set von Arbeitsanweisungen für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess; Programmierkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.
Die erlernte schrittweise Beauftragung lässt sich auf getrennte Hilfestufen übertragen, die Sie vor dem Unterricht auf versteckte Lösungsteile prüfen. Die fachliche Anpassung und Freigabe im schulischen Rahmen bleiben bei Ihnen und Ihrer Institution.
Häufige Fragen
Sollten alle Kinder dieselbe Hilfe erhalten?
Nicht unbedingt. Die Aufgabe kann gleich bleiben, während der Unterstützungsbedarf unterschiedlich ist. Achten Sie darauf, dass Hilfen zugänglich sind und die Bedingungen bei einer bewerteten Leistung vorab geregelt werden.
Wie verhindere ich blosses Raten?
Bitten Sie nach dem Hinweis um eine kurze Begründung des nächsten Schritts. Fragen wie «Woran erkennen Sie das?» machen Denken sichtbar. Eine richtige Zahl allein zeigt noch nicht, dass die Strategie verstanden wurde.
Darf die Lösung irgendwann gezeigt werden?
Ja, wenn dies zum geplanten Lernschritt passt. Besprechen Sie dann den Weg und lassen Sie anschliessend eine verwandte Aufgabe selbstständig bearbeiten. Eine gezeigte Lösung sollte Gelegenheit zum Verstehen eröffnen und nicht nur abgeschrieben werden.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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- Zu viel KI-Feedback: Die wichtigsten Lernschritte auswählenKI Feedback priorisieren: Rückmeldungen nach Lernziel auswählen, Überforderung vermeiden und konkrete nächste Schritte zur Überarbeitung geben.
- Peer-Feedback mit KI-Beispielen üben und abgleichenPeer Feedback KI Unterricht: Mit erfundenen Kommentaren gezielt üben, Kriterien gemeinsam klären und konkrete, sachliche Rückmeldungen entwickeln.
- Prüfungsfehler mit KI bündeln: Was muss nochmals geübt werden?Prüfungsfehler Klasse auswerten KI: Fehlermuster vorsichtig bündeln, Vermutungen überprüfen und passende Übungen ohne persönliche Lernprofile planen.