Prüfen & Bewerten · KI-Weiterbildung für Unternehmen
Azubi-Beurteilungen bei Ausbilderwechsel mit KI abgleichen
Kurz gesagt
Wenn die ausbildende Person wechselt, ändern sich oft Beobachtungsgrundlage und Bewertungsmassstab, nicht unbedingt die Leistung. Legen Sie beide Beurteilungen anonymisiert nebeneinander, vergleichen Sie Kriterien, Zeitraum und Beispiele und klären Sie Unterschiede im Gespräch. Die KI kann beim Ordnen helfen; die Beurteilung bleibt bei den Ausbildenden.
Das Problem
Im Lehrbetrieb hat Frau Keller als Berufsbildnerin eine Lernende zwei Jahre begleitet. Nun übernimmt ein Kollege die Ausbildung, weil sie die Abteilung wechselt. Im ersten Bildungsbericht des Kollegen fallen die Beurteilungen deutlich schlechter aus als bei ihr. Die Lernende ist verunsichert, und der Betrieb fragt sich: Hat sie nachgelassen?
Oft liegt der Unterschied nicht in der Leistung, sondern in der Beurteilung. Zwei Ausbildende beobachten verschiedene Situationen, setzen unterschiedliche Massstäbe an und verwenden andere Wörter. Was die eine als «gut» bezeichnet, nennt der andere «genügend». Zudem kennt die neue Person die frühere Entwicklung der Lernenden nicht.
Ein Wechsel braucht eine sorgfältige Übergabe: Welche Kriterien galten, welche Beobachtungen liegen vor, was wurde bereits erreicht? In der betrieblichen Berufsbildung halten Ausbildende den Bildungsstand der Lernenden regelmässig in einem Bildungsbericht fest; Vorgaben unterscheiden sich je nach Beruf und Kanton (Informationen bietet das SBFI). KI kann beim Vergleichen und Ordnen helfen, doch die Beurteilung ist und bleibt Aufgabe der Ausbildenden.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Die Beurteilungen sammeln. Legen Sie die letzten Bildungsberichte und Beurteilungen der bisherigen und der neuen Person bereit, mit Datum und Zeitraum.
- Anonymisieren. Ersetzen Sie den Namen der Lernenden durch einen Code und entfernen Sie Angaben zu Kundschaft, Kolleginnen und Firmeninterna. Beurteilungen enthalten Personendaten und gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
- Die Kriterien gegenüberstellen. Prüfen Sie, ob beide dieselben Kriterien und Skalen verwendet haben. Unterschiedliche Raster erklären oft einen Teil der Abweichung.
- Beobachtungsgrundlage klären. Notieren Sie, welche Situationen beide gesehen haben: Wie lange, in welchen Aufgaben, mit wie viel Zusammenarbeit? Eine kürzere oder andere Beobachtung führt zu anderen Urteilen.
- Die KI beim Ordnen einsetzen. Lassen Sie eine Tabelle erstellen: Kriterium, Aussage früher, Aussage jetzt, Unterschied, mögliche Erklärung (anderer Massstab, anderer Zeitraum, andere Aufgabe, tatsächliche Veränderung).
- Erklärungen prüfen. Nehmen Sie die Vorschläge der KI nur als Hypothesen. Klären Sie mit beiden Ausbildenden, was zutrifft.
- Ein Gespräch führen. Besprechen Sie mit der Lernenden die Unterschiede. Fragen Sie nach ihrer Sicht und halten Sie Entwicklungsziele fest.
- Den Massstab vereinheitlichen. Vereinbaren Sie für die Zukunft gemeinsame Kriterien und Beispiele («Ankerbeispiele»), damit Beurteilungen vergleichbar bleiben.
| Mögliche Ursache | Frage | Massnahme |
|---|---|---|
| Anderer Massstab | Gleiche Skala, gleiche Beispiele? | Kriterien vereinheitlichen |
| Andere Beobachtung | Gleiche Aufgaben und Dauer? | Beobachtungsplan abgleichen |
| Neue Aufgaben | Schwierigere Tätigkeiten? | Beurteilung nach Aufgabe trennen |
| Tatsächliche Veränderung | Gibt es Belege? | Gespräch, Unterstützung |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Verwenden Sie nur anonymisierte Texte und keine Firmeninterna.
Eine Lernende (Code [Code], [Lehrjahr]) wurde zuerst von der Person A und danach von der Person B beurteilt.
Hier sind beide Beurteilungen, anonymisiert:
Beurteilung A (Zeitraum [Zeitraum]): [Text]
Beurteilung B (Zeitraum [Zeitraum]): [Text]
Erstelle eine Tabelle mit den Spalten: Kriterium, Aussage A, Aussage B, Unterschied, mögliche Erklärung (anderer Massstab / anderer Zeitraum / andere Aufgabe / nicht erkennbar).
Nenne zu jeder Erklärung, was ich klären müsste, um sie zu prüfen.
Bewerte die Lernende nicht und entscheide nicht, welche Beurteilung richtig ist.
Weise auf Kriterien hin, die sich nicht vergleichen lassen.Passen Sie die Texte an und ergänzen Sie, wenn vorhanden, die Skalen beider Raster, damit der Vergleich genauer wird.
Worauf Sie achten müssen
- Beurteilungen von Lernenden sind sensible Personendaten. Geben Sie ohne Freigabe keine Berichte in öffentliche KI-Dienste ein; Orientierung bietet der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte. Klären Sie die Regeln Ihres Betriebs.
- Auch anonymisierte Texte können erkennbar bleiben, etwa durch Angaben zu Abteilung oder Ereignissen. Prüfen Sie jede Stelle.
- Die KI kennt die Lernende und den Betrieb nicht. Ihre Erklärungen sind Vermutungen und kein Befund.
- Formale Anforderungen an Bildungsberichte und Beurteilungen richten sich nach dem Beruf, der Bildungsverordnung und den kantonalen Vorgaben. Halten Sie sich an diese.
- Beziehen Sie die Lernende ein. Eine Beurteilung ohne ihre Sicht bleibt unvollständig; Probleme sollten früh angesprochen werden.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel aus einem Handwerksbetrieb in Sursee: Die Lernende Tamara, Elektroinstallateurin im 3. Lehrjahr, wurde bisher von Herrn Odermatt beurteilt, nun von Herrn Kunz. Im neuen Bericht steht bei «Selbständigkeit» die Note 4, vorher 5.
Der Betrieb legt beide Berichte anonymisiert nebeneinander und lässt die KI eine Tabelle ordnen. Sie nennt als mögliche Erklärungen: unterschiedliche Formulierungen und kürzeren Beobachtungszeitraum. Im Gespräch zeigt sich: Herr Kunz hat Tamara erst drei Wochen und nur bei Servicearbeiten erlebt, Herr Odermatt vor allem bei Neuinstallationen. Beide vereinbaren, Beobachtungen aus allen Einsatzbereichen zu sammeln und mit Ankerbeispielen zu arbeiten. Tamaras Beurteilung wird neu eingeordnet.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Ihr Betrieb Ausbildende und Mitarbeitende im sorgfältigen Umgang mit KI schulen möchte, bietet absofort KI-Weiterbildung für Unternehmen an. Die Online-Kurse reichen von Grundlagen bis zum Executive-Diplomlehrgang, behandeln den verantwortungsbewussten Umgang mit Unternehmensdaten, Datenschutz und Schweizer Praxisbezug und bieten eine Kontaktmöglichkeit für Firmenlösungen und Teambuchungen.
Das Angebot behandelt keine Berufsbildungsvorgaben oder Beurteilungsverfahren. Für diese sind Bildungsverordnung, Kanton und Berufsbildungsämter massgeblich.
Häufige Fragen
Hat die Lernende nachgelassen?
Das lässt sich aus einem Wechsel allein nicht sagen. Vergleichen Sie Kriterien, Zeiträume und Beispiele und sprechen Sie mit der Lernenden. Wie ein Bildungsbericht strukturiert werden kann, zeigt der Beitrag zum Bildungsbericht in der Lehre.
Wie bleibt die Beurteilung im Team vergleichbar?
Mit gemeinsamen Beispielen und regelmässigem Abgleich. Ein Vorgehen bietet der Beitrag zum Bewertungsraster im Team.
Beeinflusst die Person der Lernenden die Beurteilung?
Das kann vorkommen, etwa durch Sympathie oder Vorurteile. Eine Möglichkeit, solche Effekte zu prüfen, bietet der Beitrag zur anonymen Bewertung.
Wie dokumentiere ich praktische Beobachtungen?
Mit einem Beobachtungsbogen, wie im Beitrag zur praktischen Lernkontrolle beschrieben.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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