Zum Inhalt springen

KI im Coaching · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Bildkarten mit KI erstellen: Gesprächsimpulse ohne Deutung

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bildkarten helfen Coachees, Gedanken in Worte zu fassen, indem sie ein Bild wählen und erzählen, was es für sie bedeutet. Mit KI lassen sich mehrdeutige Motive erstellen. Wichtig ist, dass Sie die Bilder nicht deuten und keine realen Personen darstellen.

Das Problem

Frau Berger arbeitet mit Menschen, die Mühe haben, ihre Gedanken in Worte zu fassen. Auf die Frage «Wie geht es Ihnen mit dieser Entscheidung?» folgt oft Schweigen oder ein knappes «Gut». Mit einem Bild fällt manchen der Einstieg leichter.

Bildkarten sind eine bekannte Coaching-Methode. Der Coachee betrachtet eine Auswahl von Bildern, wählt eine Karte, die ihn anspricht, und erzählt, was er darin sieht und was es für ihn bedeutet. Der Coach deutet das Bild nicht, sondern fragt nach. So bringt der Coachee eigene Bedeutungen ins Gespräch.

Fertige Kartensets sind teuer oder passen nicht zu jedem Thema. Mit KI lassen sich eigene Bilder erzeugen, etwa Wege, Türen, Landschaften oder Gegenstände. Das spart Aufwand, bringt aber eigene Fragen mit: Urheberrecht, Mehrdeutigkeit der Bilder und unerwünschte Stereotype.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie den Zweck. Wofür sollen die Karten dienen: Einstieg, Zielklärung, Rückblick? Je klarer das Ziel, desto passender die Motive.
  2. Wählen Sie neutrale Motive. Geeignet sind Naturszenen, Wege, Brücken, Türen, Werkzeuge, Gegenstände, Tiere oder abstrakte Formen. Vermeiden Sie Bilder mit erkennbaren Menschen und Gesichtern.
  3. Formulieren Sie Bildbeschreibungen. Beschreiben Sie das Motiv in einem Satz, etwa: «Ein Weg, der sich im Nebel teilt, abstrakte Aquarellillustration, ohne Menschen, ohne Text.» Erzeugen Sie je Motiv mehrere Varianten.
  4. Erstellen Sie die Bilder mit einem KI-Bildwerkzeug. Prüfen Sie die Nutzungsbedingungen des Werkzeugs, vor allem zu kommerzieller Verwendung und Urheberrecht.
  5. Prüfen Sie jedes Bild. Ist es mehrdeutig? Enthält es ungewollte Symbole, Texte, Stereotype oder verstörende Details? Sortieren Sie aus, was eindeutig oder belastend wirkt.
  6. Stellen Sie ein Set zusammen. Wählen Sie 20 bis 40 Bilder, mischen Sie freundliche, neutrale und offene Motive. Drucken oder zeigen Sie sie auf einem Bildschirm.
  7. Legen Sie die Gesprächsführung fest. Üben Sie Fragen wie «Was sehen Sie?», «Was fällt Ihnen daran auf?», «Was hat das mit Ihrer Situation zu tun?». Deuten Sie nicht.

Vorlage zum Kopieren

Ich bin Coach und möchte ein Set von zwölf Bildkarten als Gesprächsimpuls erstellen.
Thema: [z. B. berufliche Neuorientierung / Rückblick auf ein Jahr / Entscheidungen]
Schreibe zwölf Bildbeschreibungen für ein KI-Bildwerkzeug.
Anforderungen: mehrdeutig und offen, keine Menschen, keine Gesichter, kein Text im Bild,
einheitlicher Stil [z. B. Aquarell, sanfte Farben], keine verstörenden Motive,
keine religiösen oder politischen Symbole.
Gib je Bild einen Satz Beschreibung und eine offene Gesprächsfrage ohne Deutung,
zum Beispiel «Was fällt Ihnen an diesem Bild auf?».
Keine Aussagen darüber, was ein Bild über eine Person aussagt.

Passen Sie Thema und Stil an und prüfen Sie jede erzeugte Grafik selbst, bevor Sie sie einsetzen.

Geeignet oder weniger geeignet

MotivEinschätzung
Weg, Brücke, Tür, FensterOffen, gut mehrdeutig
Naturszenen ohne MenschenMeist geeignet
Gesichter oder PersonenEher ungeeignet, Gefahr von Stereotypen
Bilder mit Text oder LogosAblenkend, urheberrechtlich heikel
Dramatische oder verstörende SzenenNicht geeignet für Einstiegsübungen

Worauf Sie achten müssen

  • Nicht deuten. Ein Bild sagt nichts Eindeutiges über die Psyche. Aussagen wie «Das zeigt, dass Sie Angst haben» sind unzulässig und unseriös.
  • Urheberrecht und Nutzungsbedingungen. Klären Sie, ob Sie die erzeugten Bilder für Ihre Praxis, für Druck oder für Verkauf verwenden dürfen. Die Rechtslage bei KI-Bildern ist im Einzelfall zu prüfen.
  • Keine Klientendaten. Beschreiben Sie in Bildprompts keine realen Klienten, Situationen oder Personen. Verwenden Sie allgemeine Motive.
  • Stereotype und Kulturpassung. Symbole haben je nach Kultur unterschiedliche Bedeutung. Prüfen Sie Motive und lassen Sie Ihren Coachee sie deuten.
  • Mögliche Belastung. Bilder können Emotionen auslösen. Beobachten Sie die Reaktion und bieten Sie an, ein Bild beiseitezulegen.
  • Coaching ist keine Therapie. Wenn ein Bild starke Gefühle auslöst oder Anzeichen einer Krise sichtbar werden, verweisen Sie an Fachpersonen. In akuten Krisen erreicht man die Dargebotene Hand unter 143.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: Eine Laufbahncoachin aus Olten möchte für ihre Sitzungen ein eigenes Kartenset. Sie lässt sich von der KI zwölf Bildbeschreibungen mit Wegen, Türen und Landschaften erstellen und erzeugt die Bilder mit einem Bildwerkzeug. Zwei Motive enthalten unerwartet Schriftzüge, ein weiteres wirkt bedrohlich. Sie sortiert sie aus.

In einer Sitzung legt sie zwölf Karten auf den Tisch und fragt: «Welches Bild spricht Sie an?» Ein Klient wählt einen Weg, der sich im Nebel teilt, und sagt: «Ich weiss nicht, welchen ich nehmen soll, aber irgendwie sieht es nicht schlimm aus.» Die Coachin fragt nach: «Was macht, dass es nicht schlimm aussieht?»

Vorher kam nur «gut». Nachher entsteht ein Gespräch über Zuversicht und Unsicherheit. Eine verwandte Methode mit Sprachbildern beschreibt Metaphern im Coaching mit KI.

So hilft Ihnen Alpasana

Für das Erzeugen eigener Bilder lohnt sich eine Einführung. Der Kurskatalog KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort.ch enthält nach der Beschreibung unter anderem Kurse zu KI-Bildern sowie zu Phishing, Deepfakes und betrieblichen KI-Richtlinien. Sie wählen einen Kurs zu einer konkreten Arbeitsaufgabe und üben den verantwortungsvollen Einsatz von KI; Praxisaufgaben und ein verifizierbarer Abschluss gehören zum beschriebenen Angebot.

Ein Kurs ersetzt weder rechtliche Beratung zu Bildrechten noch Ihre Coaching-Ausbildung. Für Coaching-Methodik bleiben Ausbildung und Supervision zuständig.

Häufige Fragen

Darf ich die erzeugten Bilder drucken und verkaufen?

Das hängt von den Nutzungsbedingungen des Werkzeugs und der Rechtslage im Einzelfall ab. Prüfen Sie vor einer kommerziellen Nutzung die Bedingungen und holen Sie bei Bedarf rechtlichen Rat ein.

Wie viele Karten brauche ich?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Ein Set von etwa 20 bis 40 Bildern bietet Auswahl, ohne zu überfordern. Mit weniger Karten beginnen ist völlig in Ordnung.

Können Coachees selbst Bilder mit KI erzeugen?

Ja, das ist eine Variante. Dann geben sie Stichworte ein und beschreiben das Ergebnis. Achten Sie darauf, dass keine persönlichen Daten in öffentliche Dienste gelangen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.