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Grundlagen · Linup: KI sicher am Arbeitsplatz

Wohin gehen meine Daten, wenn ich eine KI nutze?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ihre Eingabe verlässt Ihr Gerät verschlüsselt und wird auf den Servern des KI-Anbieters verarbeitet, oft in den USA oder der EU. Dort entsteht die Antwort, die zurück auf Ihren Bildschirm kommt. Je nach Dienst und Einstellung wird das Gespräch zusätzlich gespeichert, für Sicherheitsprüfungen aufbewahrt oder an weitere Dienste wie eine Websuche weitergegeben.

Das Problem

Sie tippen eine Frage in den KI-Chat, klicken auf «Senden», und nach wenigen Sekunden steht die Antwort da. Es wirkt, als würde alles auf Ihrem Computer passieren. Tatsächlich hat Ihre Nachricht in dieser Zeit eine Reise gemacht, oft über Landesgrenzen hinweg.

Die meisten Menschen sehen diese Reise nicht und denken deshalb nicht darüber nach. Erst wenn die Chefin fragt «Wo landen eigentlich unsere Kundendaten?», merkt man, dass man es nicht genau weiss.

Wer den Weg der Daten kennt, kann gezielt entscheiden, was er eingibt und welche Einstellungen er wählt. Das schützt Ihre Kundschaft und Ihren Betrieb.

Einfach erklärt

Bei einem typischen KI-Chat im Browser oder in einer App, der in der Cloud läuft, also auf fremden Servern im Internet, sieht der Weg vereinfacht so aus:

StationWas passiertIhre Einflussmöglichkeit
1. Ihr GerätSie tippen Text oder laden eine Datei hochentscheiden, was Sie eingeben
2. ÜbertragungDie Daten reisen verschlüsselt über das Internetsichere Verbindung, kein öffentliches WLAN für Heikles
3. Server des AnbietersDas Modell verarbeitet Ihre Eingabe in einem RechenzentrumAnbieter und Vertrag wählen
4. ZusatzdiensteJe nach Funktion: Websuche, Dateianalyse, verbundene AppsFunktionen gezielt ein- oder ausschalten
5. SpeicherungChatverlauf, Protokolle, SicherheitsprüfungenVerlauf, Training und Erinnerungen einstellen
6. RückwegDie Antwort kommt verschlüsselt auf Ihr GerätAntwort prüfen, bevor Sie sie weitergeben

Ein Rechenzentrum ist ein Gebäude voller Hochleistungscomputer. Die grossen KI-Anbieter betreiben solche Zentren in mehreren Ländern, häufig in den USA und in Europa. Wo genau Ihre Daten verarbeitet werden, hängt vom Anbieter, vom Konto und teils vom Vertrag ab. Mehr dazu unter Wo steht der Server einer KI?.

Steckt die KI in einer anderen App, etwa in einem Buchhaltungsprogramm, kommt oft eine weitere Station dazu: Die App schickt Ihre Daten über eine Schnittstelle an den Modellanbieter. Dann sind zwei Firmen beteiligt. Was eine solche Schnittstelle ist, erklärt KI-API einfach erklärt.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

So finden Sie heraus, wohin Ihre Eingaben bei Ihrem KI-Dienst gehen:

  1. Dienst und Konto benennen: Notieren Sie, welche App Sie nutzen und ob Sie mit einem privaten oder geschäftlichen Konto angemeldet sind.
  2. Datenschutzerklärung öffnen: Suchen Sie auf der Website des Anbieters nach «Datenschutz» oder «Privacy». Achten Sie auf Abschnitte zu Speicherdauer, Training und Datenübermittlung.
  3. Serverstandort klären: Suchen Sie nach Angaben zu Verarbeitungsorten oder Datenresidenz. Bei Geschäftskonten lässt sich die Region teilweise wählen.
  4. Zusatzfunktionen prüfen: Schauen Sie in den Einstellungen, welche Funktionen aktiv sind: Websuche, verbundene Konten wie E-Mail oder Cloud-Speicher, Erinnerungen.
  5. Training und Verlauf einstellen: Schalten Sie die Nutzung für das Training aus, wenn Sie das nicht möchten, und entscheiden Sie, ob der Verlauf gespeichert werden soll.
  6. Eingaben anpassen: Geben Sie nur ein, was für die Aufgabe nötig ist. Personendaten und Geschäftsgeheimnisse lassen Sie weg oder ersetzen sie durch Platzhalter.
  7. Ergebnis dokumentieren: Halten Sie die wichtigsten Punkte in einer kurzen Notiz für Ihr Team fest. Die Vorlage unten hilft beim Zusammenfassen.

Vorlage zum Kopieren

Kopieren Sie den Datenschutztext des Anbieters (öffentlich verfügbar) in den Chat und nutzen Sie diesen Prompt:

Hier ist die Datenschutzerklärung von [Name des KI-Dienstes]:
«[Text der Datenschutzerklärung einfügen]»
Fasse für ein Schweizer KMU in einfacher Sprache zusammen:
1. Wo werden die Eingaben verarbeitet und gespeichert (Länder, Regionen)?
2. Wie lange werden Gespräche aufbewahrt?
3. Werden Eingaben für das Training verwendet, und wie lässt sich das abschalten?
4. Welche weiteren Firmen oder Dienste erhalten Daten?
Nenne zu jedem Punkt die Textstelle. Wenn etwas nicht im Text steht, schreibe «nicht angegeben».

Setzen Sie den Namen des Dienstes ein und prüfen Sie die genannten Textstellen im Original nach.

Worauf Sie achten müssen

  • Übermittlung ins Ausland: Werden Personendaten in Länder ohne angemessenen Datenschutz übermittelt, verlangt das Schweizer Datenschutzgesetz zusätzliche Garantien. Die rechtliche Seite vertieft Datenübermittlung ins Ausland; im Einzelfall lohnt eine fachliche Prüfung.
  • Mitarbeitende des Anbieters: Viele Anbieter behalten sich vor, Gespräche bei Verdacht auf Missbrauch oder zur Qualitätssicherung durch Menschen prüfen zu lassen.
  • Verbundene Apps: Erlauben Sie einer KI den Zugriff auf Ihr Postfach oder Ihre Ablage, kann sie dort Inhalte lesen. Geben Sie nur Zugriffe frei, die Sie wirklich brauchen.
  • Websuche gibt Suchbegriffe weiter: Bei einer Websuche können Teile Ihrer Frage an eine Suchmaschine gehen. Vertrauliches gehört nicht in Suchanfragen.
  • Lokale Alternative: Wer heikle Daten verarbeiten muss, kann eine KI prüfen, die auf dem eigenen Gerät läuft. Den Vergleich zeigt Lokale KI und KI in der Cloud.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Architekturbüro in Basel nutzte einen KI-Chat, um Baubeschriebe zu überarbeiten. Ein Bauherr fragte, ob seine Pläne und Angaben im Ausland landen.

Vorher konnte der Büroinhaber das nicht beantworten. Nachher ging er die Schritte oben durch, fasste die Datenschutzerklärung mit der Vorlage zusammen und prüfte die Textstellen. Er stellte fest, dass sein privates Konto Gespräche fürs Training nutzen durfte, und schaltete das ab. Für Projektunterlagen gilt im Büro nun: nur Texte ohne Namen und Adressen, Pläne werden nicht hochgeladen.

So hilft Ihnen Alpasana

Damit alle im Betrieb wissen, was mit eingegebenen Daten geschieht, bietet Linup: KI sicher am Arbeitsplatz einen kurzen Online-Kurs mit acht Modulen. Der Umgang mit Daten in KI-Werkzeugen ist ein zentraler Inhalt, ergänzt um das Prüfen von KI-Ergebnissen und das Erkennen von Betrugsversuchen.

Pro Person gibt es ein überprüfbares Zertifikat, und der Betrieb erhält eine Nachweismappe mit Abschlussdatum und Ergebnis. Teameinladungen und automatische Erinnerungen erleichtern die Durchführung.

Häufige Fragen

Ist die Übertragung zum KI-Anbieter sicher?

Die grossen Anbieter verschlüsseln die Verbindung, ähnlich wie beim E-Banking. Die Verschlüsselung schützt aber nur den Transport. Beim Anbieter selbst liegen die Daten wieder lesbar vor, damit das Modell sie verarbeiten kann.

Bleiben meine Daten in der Schweiz, wenn ich Schweizerdeutsch schreibe?

Nein. Die Sprache hat keinen Einfluss auf den Verarbeitungsort. Massgebend sind Anbieter, Konto und vertragliche Regelungen.

Sieht mein Arbeitgeber, was ich in die KI eingebe?

Bei Firmenkonten haben Administratorinnen je nach Dienst Einblick in Nutzung oder Inhalte. Bei privaten Konten nicht, dafür gelten dann Ihre privaten Bedingungen, was im Betrieb oft unerwünscht ist.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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