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Branchen · Prompt Engineering

Feldbegehung dokumentieren: KI ordnet Beobachtungen

Stand 10.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Machen Sie bei der Begehung kurze Notizen, Sprachaufnahmen und Fotos mit Datum und Parzelle. Danach lässt die KI daraus ein geordnetes Protokoll mit Beobachtungen, Fragen und nächsten Schritten entstehen. Beurteilung und Massnahmen bleiben bei Ihnen und Ihrer Beratung, die KI diagnostiziert nichts.

Das Problem

Auf dem Feld sehen Sie viel: Lücken im Bestand, gelbe Stellen, Unkrautnester, Schneckenfrass, Staunässe. Sie machen sich Notizen, fotografieren mit dem Handy, sprechen eine Sprachnachricht ein. Am Abend liegen Zettel, Bilder und Sprachnotizen verstreut.

Wenn dann die Beraterin fragt «Wann haben Sie das zum ersten Mal gesehen, und auf welcher Parzelle?», muss man suchen oder raten. Gute Entscheidungen brauchen aber verlässliche Beobachtungen mit Datum, Ort und Bild.

Eine geordnete Dokumentation hilft nicht nur der Beratung, sondern auch Ihnen selbst: Sie erkennen Muster über die Jahre, sehen, was wirkte, und vermeiden Doppelarbeit.

KI kann Rohmaterial ordnen und in ein Protokoll bringen. Sie sieht das Feld nicht und stellt keine Diagnose, sie strukturiert nur, was Sie ihr mitgeben.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Legen Sie ein einfaches Schema fest. Für jede Beobachtung: Datum, Parzelle, Kultur, Entwicklungsstadium, Beobachtung, Ausmass (z. B. «einzelne Stellen» oder «ganze Fläche»), Foto.
  1. Notieren Sie unterwegs kurz. Stichworte genügen. «Ostseite, Reihe 12 bis 20, Blätter gelblich, nass.» Nutzen Sie bei Bedarf eine Sprachnotiz.
  1. Fotografieren Sie mit Bezug. Ein Foto der betroffenen Stelle, eines der gesamten Parzelle, wenn möglich mit einem Gegenstand zum Grössenvergleich. Die Handy-Ortung hilft bei der Zuordnung.
  1. Übertragen Sie die Notizen am Abend. Sprachnotizen können Sie mit Programmen in Text umwandeln. Entfernen Sie Namen, die nicht nötig sind.
  1. Geben Sie der KI Rohnotizen und Schema. Mit der Vorlage unten. Sie sortiert nach Parzelle, vereinheitlicht Begriffe und markiert Unklarheiten.
  1. Prüfen Sie das Protokoll. Stimmen Datum, Parzelle und Aussagen? Streichen Sie, was nicht Ihrer Beobachtung entspricht.
  1. Ergänzen Sie Fragen an die Beratung. Lassen Sie die KI offene Punkte in einer Liste sammeln: Was ist unklar, was sollte jemand beurteilen?
  1. Legen Sie das Protokoll ab. In einem Ordner pro Jahr und Parzelle, zusammen mit Fotos. So passt es zu Ihrer Schlagkartei.
  1. Werten Sie am Saisonende aus. Welche Probleme traten wo und wann auf? Was haben Sie unternommen, mit welchem Erfolg? Das ist Ihr betriebseigenes Wissen.

Beispielzeile im Protokoll

DatumParzelleKulturBeobachtungAusmassFotoOffene Frage
[Datum][Name/Nr.][z. B. Winterweizen]Gelbe Blattspitzen, Ostrandca. [Anteil] der Fläche[Datei]Ursache? Beratung fragen

Vorlage zum Kopieren

Du bist Assistent für die Dokumentation auf einem Schweizer
Landwirtschaftsbetrieb.
Unten stehen meine Rohnotizen von der Feldbegehung am [Datum].
Ordne sie nach Parzelle und erstelle ein Protokoll mit den Spalten:
Parzelle | Kultur | Beobachtung | Ausmass | Foto (Dateiname, falls
genannt) | Offene Frage.
Verwende meine Worte und vereinheitliche nur Schreibweisen.
Stelle keine Diagnose, nenne keine Ursachen, empfiehl keine Mittel
und keine Mengen.
Wenn eine Angabe fehlt (z. B. Parzelle oder Ausmass), schreibe
«fehlt» und liste diese Lücken am Ende als Rückfragen an mich auf.
Fasse zum Schluss in höchstens fünf Zeilen zusammen, welche Punkte
ich mit meiner Beratung besprechen sollte.
Notizen: [Text einfügen]

Passen Sie Spalten und Parzellenbezeichnungen an Ihre Schlagkartei an. Das Protokoll ist die Grundlage für das Gespräch mit der Beratung.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Diagnose durch KI: Ursachen von Krankheiten, Schädlingen oder Mangel erkennt eine KI aus Notizen nicht zuverlässig. Wenden Sie sich an Beratung oder Fachstelle, siehe auch Pflanzenschutz und KI.
  • Keine Mittelempfehlung: Pflanzenschutzmittel und Dünger unterliegen Vorschriften und Zulassungen. Informationen bietet unter anderem das Bundesamt für Landwirtschaft BLW. Entscheiden Sie nie nach einer KI-Antwort.
  • Datum und Ort sichern: Ohne Datum und Parzelle sind Notizen später wertlos.
  • Datenschutz: Fotos und Flächendaten sind Betriebsdaten. Nutzen Sie nur freigegebene Werkzeuge und beachten Sie Verträge mit Abnehmern.
  • Ehrlichkeit: Dokumentieren Sie auch, was nicht gut lief. Das hilft Ihnen am meisten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Ackerbaubetrieb im Seeland begeht im Frühling die Winterkulturen. Auf einer Parzelle fallen gelbe Streifen auf, auf einer anderen Lücken im Bestand.

Der Landwirt spricht unterwegs Notizen aufs Handy und macht Fotos. Am Abend lässt er die Notizen umwandeln und von der KI nach Parzelle ordnen. Im Protokoll stehen sechs Beobachtungen und drei offene Fragen.

Mit dem Protokoll und den Fotos ruft er die Beratung an. Die Beraterin weiss sofort, wo und was, und sagt, welche Probe sinnvoll wäre.

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Häufige Fragen

Kann die KI Fotos von Pflanzen beurteilen?

Sie kann Bilder beschreiben, aber Krankheiten und Mängel erkennt sie nicht verlässlich. Verwenden Sie Fotos als Dokumentation und als Grundlage für das Gespräch mit der Beratung.

Muss ich die Begehung gesondert festhalten, oder reicht die Schlagkartei?

Die Schlagkartei hält Massnahmen fest, das Protokoll die Beobachtungen. Beides ergänzt sich. Was Sie gesetzlich dokumentieren müssen, entnehmen Sie den Vorgaben, die für Ihren Betrieb gelten, oder fragen Ihre Beratung.

Wie halte ich das Protokoll aktuell ohne Mehraufwand?

Ein fester Rhythmus, zum Beispiel jeden Freitagabend zehn Minuten, genügt. Sprachnotizen sparen Zeit. Siehe auch Ernteplanung mit KI.

Was ist, wenn ich unterwegs keinen Empfang habe?

Notizen und Fotos speichern Sie auf dem Gerät und übertragen sie später. Für die KI ist Empfang erst am Abend nötig.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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